SG BBM Bietigheim Handballerinnen gehen als Favorit in die Saison

Von bzh
Markus Gaugisch, Coach der SG BBM. Foto: Marco Wolf

Markus Gaugisch, Trainer der Handballerinnen aus Bietigheim, rechnet vor dem Saisonstart der Handball-Bundesliga nicht mit einem Selbstläufer. Auch in der Champions League will man endlich etwas reißen.

Mit dem Auswärtsspiel beim BSV Sachsen Zwickau eröffnen die Bietigheimer Handballerinnen heute, Mittwoch, 19 Uhr, die Bundesligasaison 2022/23.

Kalt, ohne fließendes Wasser, kein Strom. Was angesichts der aktuellen Situation oft als Krisenszenario für den Winter bemüht wird, haben die SG-Spielerinnen schon erlebt. Zumindest für eine Nacht. Im Trainingslager in Kappl tauschten die Spielerinnen die Hotelbetten gegen eine nur rudimentär ausgestattete Berghütte ein. Eine Situation, die das Team näher zusammenrücken ließ und stärker machen soll. In Umfragen unter Experten wurde allein die SG als Titelanwärter genannt. Sollten die Ellentälerinnen patzen, werden Dortmund und dem runderneuerten Thüringer HC Außenseiterchancen zugetraut.

52 Spiele sind möglich

An einen Selbstläufer glaubt Markus Gaugisch nicht. „In der Vorbereitung hat sich gezeigt, dass es bei einigen Bundesligisten einen Trend zu offensiven, kreativen Abwehrformationen gibt.“ Das freut ihn in seiner Funktion als Bundestrainer, beinhaltet aber auch, dass die Anforderungen an sein SG-Team steigen: „Man wird uns mehr Aufgaben stellen.“

Nach 44 Spielen in der letzten Saison warten jetzt bis zu 52 Partien auf Bietigheim. „Unser Kader ist etwas kleiner geworden, aber die Belastung wird durch die Champions League höher“, mahnt Gaugisch. „Wir müssen daher sehr schlau sein und gut mit den Mädels umgehen.“ An den Zielen ändert die personelle Situation nichts. „Den Supercup haben wir bereits wieder gewonnen, auch die Meisterschaft und den Pokal wollen wir verteidigen. Es ist nicht angebracht, sich irgendwo mit Platz zwei zufrieden zu geben“, stellt „Gaugi“ klar. „In der Champions League wollen wir uns möglichst viele Siegchancen erspielen und diese auch nutzen.“

Mit Lieke van der Linden, Luisa Schulze, Stine Jørgensen und der bereits während der letzten Runde abgegebenen Nele Reimer hat die SG vier Spielerinnen verloren. Hinzu kommt Danick Snelder, die nach einer Knie-Operation noch länger ausfällt. „Danick fehlt uns, vor allem aufgrund ihrer Persönlichkeit. Sie ist eine überragende Kapitänin. Diese Lücke müssen wir gemeinsam schließen“, fordert Bietigheims Coach. Snelders Position am Kreis teilen sich mit der Spanierin Kaba Gassama und der Dänin Annika Meyer die einzigen Neuzugänge:„Kaba hat zwar noch sprachliche Probleme, lernt aber schnell, und Annika ist eine superfleißige Spielerin. Mit ihnen wird sich unser Spiel über den Kreis verändern.“

Flexibler verteidigen

In seinen Bundesligazeiten beim VfL Pfullingen galt Gaugisch als Deckungsspezialist. Seiner Mannschaft will der 48-Jährige mehr von diesem Abwehr-Gen einpflanzen: „Wir wollen noch flexibler verteidigen und damit die Basis für ein erfolgreiches Umschaltspiel legen.“

Umschalten muss der Quadruple-Sieger auch nach dem Spiel in Zwickau. Vier Tage später beginnt beim tschechischen Meister Banik Most die Champions League. Das erste Bundesliga-Heimspiel steigt am Mittwoch, 14. September, in der Halle am Viadukt gegen die Waiblingen Tigers, den einzigen Neuling in der Bundesliga.

Inklusive der Langzeitverletzten Kapitänin Danick Snelder hat die SG 15 Spielerinnen aus acht Ländern unter Vertrag. Mit Ausnahme von Annika Meyer durchweg Nationalspielerinnen. Dafür hat die neue Kreisläuferin einen WM-Titel mit der dänischen U18 vorzuweisen.  bzh

 
 
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