SG BBM Bietigheim Heimkehr der Siegerinnen der Herzen

Von Niklas Braiger
Die vereinzelten Spielerinnen der SG, die zurück mit nach Stuttgart geflogen sind, feiern an der Halle am Viadukt mit den empfangenden Fans. Foto: /privat

Nach einem kräftezehrenden Wochenende kommen die Bietigheimer Handballfrauen wieder aus Budapest nach Hause zurück. An der Halle am Viadukt werden sie von einigen Fans empfangen.

Als sich die Besatzung der SG BBM Bietigheim am Montagmorgen vor dem Hotel in Budapest versammelt, um in den Bus einzusteigen, fehlt die Hälfte der Mannschaft, nur acht Spielerinnen (darunter die verletzte Melinda Szikora und Danick Snelder, die aus ihrer Elternpause das Karriereende gemacht hat). Doch dieses Mal hat keiner von den SG-Frauen verschlafen. Am Tag nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Györ reisen bereits einige Handballerinnen in ihre Heimat zurück – etwa Inger Smits und Kelly Dulfer, Gabriela Moreschi oder Sarah Lønborg, die allesamt den Klub aus dem Ländle nun verlassen. Doch um den Abschied adäquat zu feiern, wird nach dem Endspiel in einer Bar in der ungarischen Hauptstadt gebührend die Silbermedaille zelebriert und die Saison abgeschlossen.

Empfang mit Fans an der Halle

Folglich müde ist die SG-Flotte am Morgen danach, als um kurz nach 6 Uhr Abfahrt in Richtung Flughafen ansteht. Im Bus und anschließend im Flieger zurück in Richtung Stuttgart bleibt für manche genug Zeit, etwas Schlaf nachzuholen – die ein oder andere hat die Nacht durchgemacht. Nach etwas mehr als einer Stunde Flugzeit in Stuttgart angekommen geht es in den Bus, allerdings nicht den normalen Bus der SG-Frauen mit dem klassischen schwarzen Aufdruck. Es steht die blaue Variante der Männer an der Haltestelle außerhalb des Flughafens, weshalb sich etwas Verwirrung breit macht. Nichtsdestotrotz begibt sich das Team auf die Heimreise in Richtung Halle am Viadukt – wo die Mannschaft bereits von ein paar Fans erwartet wird, die bereits am Vorabend schon den Weg in Richtung Ellental angetreten haben. Organisiert wurde die Aktion von den Lady Drummern, die Mannschaft wusste hingegen nichts davon.

Mit Rauchfackeln, Fahnen, Lichtern und Musik wird das Team euphorisch empfangen. Wer nicht zu sehen ist, ist Oberbürgermeister Jürgen Kessing – dafür aber immerhin der erste Bürgermeister der Stadt Michael Hanus. Freunde und Familie liegen sich in den Armen. „Zeig mal her, zeig mal her“, heißt es hier und da, die Spielerinnen dürfen ihre Medaillen präsentieren.

Mittlerweile ist der Frust aus dem verlorenen Endspiel deutlich dem Stolz gewichen – bei manchen sogar bereits zwei Stunden nach dem Abpfiff. Teammanager Felix Bauer freut sich wie ein kleines Kind in der Hotellobby, nachdem das Team mit dem Mannschaftsbus wieder zurück an der Bleibe angekommen war und kann es kaum glauben: „Wir sind einfach das zweitbeste Team Europas“, sagt er jubelnd.

Nationalmannschaft ruft

Für die meisten aus dem Team beginnt jetzt eine kurzgehaltene Pause, da der Großteil bereits in wenigen Tagen mit der Nationalmannschaft in die Vorbereitung für Olympia geht (der Grund, weshalb Dulfer, Inger Smits und Moreschi unter anderem nicht mit nach Stuttgart geflogen sind). Das deutsche Team hat von Bundestrainer und Ex-SG-Coach Markus Gaugisch eine Woche frei bekommen, Xenia Smits, Jenny Behrend und Antje Döll dürfen also zumindest etwas entspannen. Mit dem Verein geht es dann ab September wieder im Ligabetrieb los, der Kampf um den ersten Titel findet bereits am 31. August statt, dann kämpft Bietigheim gegen Pokalsieger Metzingen um den Supercup in Köln.

 
 
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