SG BBM Bietigheim Heimsieg mit Claus-Comeback und Fischer-Verlängerung

Von Niklas Braiger
Dominik Claus (Mitte) gibt nach einem halben Jahr sein Comeback für die SG BBM Bietigheim. Auch dank seiner Hilfe gewinnt das Team gegen Coburg knapp. Foto: Alexander Keppler/Pressefoto Baumann

Die SG BBM Bietigheim hat Grund zur Freude. Nicht nur gibt es einen 34:33-Erfolg gegen Coburg, zwei Leistungsträger überbringen gute Nachrichten.

Was die SG BBM Bietigheim in Teilen der ersten Spiele in der 2. Handball-Bundesliga hat vermissen lassen, war das Tempospiel. Zu selten kamen die Ellentäler zu einfachen Toren über die zweite Welle und Gegenstöße. Das ändert sich am Sonntagabend beim Heimspiel gegen den HSC Coburg. Da überrennt die SG-Offensive die Gäste aus dem Oberfränkischen phasenweise, gewinnt am Ende mit 34:33 und wird damit der im Vorfeld deutlich gemachten Favoritenrolle gerecht. „Am Ende des Tages zählt nur das Ergebnis. Wir sind weiter ungeschlagen“, sagt Coach Iker Romero über den Sieg und die Art und Weise.

Doch nicht nur die zwei Punkte dürfen die 2331 Fans in der Ege-Trans-Arena feiern: Jonathan Fischer verkündet den Zuschauern gute Neuigkeiten. Der Kreisläufer hat seinen Vertrag im Ellental bis 2028 verlängert. Und auch Dominik Claus feiert nach einem halben Jahr Leidenszeit aufgrund einer Schulterverletzung sein Comeback und wird unter lautem Applaus nach einer Viertelstunde erstmals wieder eingewechselt. „Ich freue mich richtig für ihn. Er hat richtig hart gearbeitet in den letzten Monaten für den Tag heute. Natürlich erwarte ich noch nicht, dass er uns rettet“, sagt Romero über seinen Halb-Spieler.

Tempo führt zu Toren

Als Claus aufs Feld kommt, führt die SG bereits mit 13:9. Offensiv scheint alles zu klappen. Die Rückzugsbewegung der Gäste ist viel zu langsam, Coburg gelingt es nicht, die schnelle Mitte über Fynn Nicolaus, Nicola Vlahovic und Co. zu stoppen. Auch aus dem Positionsangriff ist Bietigheim kaum zu halten. Unzufrieden ist Romero hingegen mit seiner Defensive. Untypischerweise steht die nämlich nicht wie gewohnt sattelfest, sondern offenbar einige Lücken, die die Coburger gnadenlos ausnutzen. Zum Glück für den Absteiger zeigt Keeper Martin Tomovski mal wieder eine starke Vorstellung und pariert insgesamt neun Würfe in Durchgang eins.

Bis zur Pause verpasst es die SG, die Führung auszubauen, auch, da Coburg nach einer Auszeit defensiv deutlich besser steht und auch HSC-Torhüter Fabian Apfel öfter die Finger an den Ball bekommt. Beim Stand von 18:15 werden die Seiten gewechselt, aus der Kabine kommt Coburg zwar in den ersten Minuten besser, wird dann aber durch zwei Zeitstrafen binnen 25 Sekunden ausgebremst. Mit der Überzahl im Rücken kommen die Schwaben wieder in die Spur und halten den Vorsprung aufrecht. So erhöht Alexander Pfeifer per Siebenmeter mit exakt 20 Minuten auf der Uhr wieder auf 23:20.

Ein wildes Hin und Her

Die ruppige und körperlich harte Begegnung ist fortan ein munteres Wechselspiel. Mal kommt der HSC wieder auf einen Treffer ran und könnte ausgleichen. Mal gelingt es der SG sich wieder ein kleines Polster aufzubauen. Bezeichnend ist hierfür die Phase um die 50. Spielminute. Erst gleich Mikael Helmersson erstmals seit dem 3:3 zum 26:26 aus, dann gelingt es den Hausherren aber endlich wieder, defensiv sicher zu stehen und offensiv das Tempo auszuspielen. Ein 4:0-Lauf binnen eineinhalb Minuten ist die Folge, nach Fischers 30:26 greift Coburg-Coach Davor Rokavec zur Auszeit.

Doch auch die kann den Sturmlauf nicht stoppen. Allen voran Tom Wolf, der am Ende mit acht Toren bester Werfer der SG ist, glänzt nicht nur als Vorlagengeber, sondern auch mit eigenen Würfen. Auch deshalb ist die Partie bei seinem Siebenmeter-Tor zum 33:30 vorentschieden. Zwei späte Treffer der Gäste ändern am Heimsieg nichts mehr, auch ein letzter Versuch der Coburger landet zwar im Netz, allerdings erst einige Sekunden nach der Schlusssirene. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie arbeiten unglaublich gut und kämpfen.“, sagt Romero nach dem Schlusspfiff.

 
 
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