SG BBM Bietigheim Herausforderung im Hexenkessel von Bukarest

Von bzh
Die Bietigheimerin Karolina Kudlacz-Gloc, hier gegen Budapest am Ball, könnte es auf ihrer Abwehrposition mit gleich vier oder fünf Bukarester Weltklasse-Spielerinnen zu tun bekommen. Foto: /Marco Wolf

Die SG BBM gastiert in der Champions League beim ebenfalls noch unbesiegten Titelfavoriten CSM Bukarest.

Ab in den Hexenkessel. Im rund 5000 Zuschauer fassenden Complexul Sportiv National Sala Polivalenta wartet am Sonntag (16 Uhr) die bisher schwerste Aufgabe in der Champions League auf die Frauen der SG BBM Bietigheim. Gastgeber CSM Bukarest hat, wie das Viadukt-Team, die ersten beiden Spiele gewonnen und gehört zu den Favoriten der Königsklasse.

Der kurzfristige Spielausfall am Mittwoch gegen Neckarsulm passte den Bietigheimerinnen nicht ins Konzept. Als Ersatz verordnete Markus Gaugisch seiner Truppe ein Einheit Schnelligkeitstraining und anschließend ein internes Match. „Natürlich hätten die Mädels lieber um Punkte gespielt, aber sie haben auch das Alternativprogramm sehr gut gemacht“, berichtete der SG-Trainer.

Weltklasse en masse

Mehr Kopfzerbrechen bereitet dem Deutschen Meister aber das Spiel in Rumänien. Gaugisch verdeutlicht an einem Beispiel die Schwere der Aufgabe. „Karolina Kudlacz-Gloc bereitet sich auf ihrer Abwehrposition üblicherweise auf ein, zwei gegnerische Gegenspielerinnen vor. Diesmal können aber gleich vier, fünf Bukarester Akteurinnen dort auftauchen – und alle sind Weltklasse.“

Zu diesem Quintett, das durchweg auch im rechten Rückraum spielen kann, gehören unter anderem die Norwegerin Emilie Hegh Arntzen, die Französin Kalidiatou Niakate und die Rumänin Cristina Neagu. Arntzen und Niakate waren schon Welt- und Europameisterin. Die alles überstrahlende Figur bei den „Tigerinnen“ ist Cristina Neagu. Viermal wurde 34-Jährige bereits zur Welthandballerin gekürt, sie war Torschützenkönigin beim WM- und EM-Turnieren und hat in der Champions League bereits über 460 Tore erzielt. Natürlich war Neagu maßgeblich daran beteiligt, das CSM dreimal ins Final Four der Champions League einzog und 2916 die Königsklasse gewann.

Deuna ist Bukarests Motor

Motor des Bukarester Spiels ist Grace Zaadi Deuna. Die bei WM, EM und Olympischen Spielen mit Gold dekorierte Spielmacherin ist mit 13 Treffern in den beiden ersten Spielen Bukarests beste Schützin. Ihr größte Stärke sind die Power-Durchbrüche mit denen die Französin den direkten Weg zum Tor sucht und Lücken für ihre Nebenspielerinnen reißt. Zaadi Deunas Backup auf Rückraum Mitte ist ihre Landsfrau Elizabeth Omoregie, die auch bereits neun Treffer auf dem Konto hat.

Bestens besetzt sind auch die Außenpositionen. Mit der Norwegerin Malin Larsen Aune und der Französin Siraba Dembele Pavolvic hat CSM zwei blitzschnelle Flügelspielerinnen. Schnelligkeit ist nicht gerade die Stärke von Crina Elena Pintea. Dafür ist sie mit 192 Zentimeter und 85 Kilogramm am Kreis kaum zu halten und versteht es zudem meisterhaft, Räume für ihre Rückraumspielerinnen freizusperren.

Die SG fliegt am heutigen Samstag von Frankfurt aus direkt nach Bukarest. Mit an Bord ist Melinda Szikora. Gaugisch hofft, dass die zuletzt überragende Torhüterin trotz ihrer Handverletzung spielen kann. „Das ist eine schmerzhafte Sache. Aber wir werden alle auf die Zähne beißen müssen, um in Bukarest etwas holen zu können.“  bzh

 
 
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