SG BBM Bietigheim II überzeugt in der Dritten Liga Reserve beschenkt sich selbst

Von Sebastian Klaus
Mit ganz viel Kampf und Einsatz, aber wenig Glanz, setzten sich Spielmacherin Sonja Christel und ihre SG BBM Bietigheim II zum Rückrundenstart gegen Marpingen durch.⇥ Foto: Marco Wolf

Die Drittliga-Frauen der SG BBM Bietigheim stehen nach dem 33:30 im letzten Spiel des Jahres als Vierte überraschend gut da.

Am Ende hatte er ihn einen Tick zu lange warten lassen, denn plötzlich stand Jürgen Hartz wieder in der Halle. Der Trainer der Drittliga-Handballerinnen der HSG Marpingen-Alsweiler hatte am Sonntag eine Weile nach der mit 30:33 verlorenen Auswärtspartie bei der Bundesliga-Reserve der SG BBM Bietigheim vergeblich auf sein versprochenes Kaltgetränk warten müssen, dann kam er zurück, um seinen Trainerkollegen und Trinkkumpanen in spe, Klaus Hüppchen, endlich zu sich zu zitieren.

Erfolg wichtig für den Kopf

Und der langjährige Bundesligaprofi des TV Niederwürzbach und ehemalige deutsche Nationalspieler Hartz und der Coach der SG BBM II Hüppchen hatten sich sicher einiges zu erzählen. Über vergangene Handball-Highlights ebenso wie über den gerade zu Ende gegangenen Krimi zwischen den stark abstiegsbedrohten Saarländerinnen und dem tabellarisch sehr souverän wirkenden Aufsteiger.

Denn durch den Sieg hatten die Gastgeberinnen nicht nur Platz vier gefestigt, sondern gleichzeitig auch den Abstand auf die Abstiegszone gehalten. Drei Punkte Vorsprung hat die Bundesliga-Reserve in der Winterpause vor dem ersten Abstiegskandidaten HSG Wittlich, ganze sieben sind es durch den jüngsten Sieg bereits auf den letzen Gegner aus dem Saarland auf Platz acht. „Es war für den Kopf unheimlich wichtig, dass wir von den hinteren Plätzen ein gutes Stück entfernt sind“, sieht Hüppchen vor allem einen psychologische Vorteil darin, im auf den ersten Blick gesicherten Mittelfeld zu stecken. Vor allem mit Blick auf die kommenden Partien im Januar gegen die Abstiegskandidaten der Liga will der Coach, dass seine Spielerinnen befreit aufspielen können, um ihr wahres Leistungsvermögen abrufen zu können.

Denn daran haperte es gegen Marpingen trotz des späteren Erfolgs über lange Zeit. „Wir waren nur in den ersten und den letzten zehn Minuten gut, dazwischen lagen 40 schlechte Minuten“, sprach Hüppchen Klartext. Vor allem Marpingens Kreisläuferinnen Sara Jelicic und Anna Bermann, die von Regisseurin Solveig Petrak immer wieder mit überragenden Anspielen gefüttert wurden, bekam die SG nie in den Griff. Zum Glück konnte sich Bietigheim auf Carlotta Hees verlassen, die ebenfalls vom Kreis immer wieder per Heber die gegnerische Keeperin überwinden konnte.

„Wir wussten genau, was auf uns zukommt und haben das auch trainiert. Doch wir haben die Kreisanspiele trotzdem nicht verhindert. Was machen wir dann erst gegen Teams, die wir nicht so gut kennen?“, rügte Hüppchen seine Truppe. Nur um ihr für die gewonnenen zwei Punkte dennoch gleich einen trainingsfreien Montag zu spendieren. Am Freitag steht dann noch eine kleine Weihnachtsfeier auf dem Programm, bevor es endgültig in den Winterurlaub geht. Und danach wartet wieder eine Menge Arbeit auf die SG. Wie diese genau ausehen könnte, verriet Hüppchen im Gespräch mit der BZ: „Unsere Abwehr muss gestärkt werden. Da sehe ich noch das größte Entwicklungspotenzial.“ 

 
 
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