SG BBM Bietigheim Jan Hrdlicka bringt den DRHV zum Verzweifeln

Von Niklas Braiger
Die gelbe Wand im Bietigheimer Tor. Jan Hrdlicka versaut dem Dessau-Roßlauer HV am Freitag den Abend und schickt sie mit 25:33 wieder nach Hause. Foto: Alexander Keppler/Baumann

Kaum ein Vorbeikommen am Freitagabend am tschechischen Nationaltorhüter. Der Keeper der SG BBM Bietigheim verbucht 15 Paraden gegen Dessau und wird zum Matchwinner im Top-Spiel. 

Als Yannic-Marcos Pust nach gut neun Minuten in der Partie zwischen der SG BBM Bietigheim und dem Dessau-Roßlauer HV zum 4:4 für die Gäste trifft, sieht alles nach dem erwarteten hart-umkämpften Spitzenspiel in der 2. Handball-Bundesliga aus. Der Spitzenreiter aus dem Ellental, der den Tabellensechsten aus Sachsen-Anhalt empfängt, liefert aber nach der Anfangsphase vor allem Defensiv eine überragende Leistung, auch im Verbund mit Torhüter Jan Hrdlicka. So gewinnen die Schwaben am Ende mit 33:25 (17:11) und bleiben weiterhin Spitzenreiter.

Vlahovic verlängert bis 2028

Zum ersten Mal jubeln dürfen die SG-Fans schon vor Anpfiff, da wird nämlich verkündet, dass Eigengewächs Nikola Vlahovic seinen Vertrag im Ellental bis 2028 verlängert. Da stehen aber einige der 2396 Zuschauer in der Ege-Trans-Arena aber noch vor der Halle am Einlass, da diese noch den spektakulären 29:23-Finaleinzug der deutschen Handball-Frauen bei der Weltmeisterschaft wenige Minuten zuvor verfolgt haben. Als die dann aber alle kurz nach Spielstart auf den Plätzen sind, ist auch die SG BBM endgültig am Freitagabend auf der Platte angekommen. Nach leichten Startschwierigkeiten ist vor allem die Abwehr der Hausherren hellwach, Hrdlicka sammelt in Durchgang eins allein sieben Paraden und steht nach 60 Minuten sogar bei 15.

So bleibt Bietigheim insgesamt 13 Minuten ohne Gegentor, legt in der Zwischenzeit einen 6:0-Lauf hin und Dessau darf sich bei Keeper Janik Patzwaldt bedanken, dass es nicht noch deutlicher wird. Der hält seine Farben in dieser Phase nämlich noch ansatzweise in Schlagdistanz und nimmt unter anderem Moritz Strosack einen Gegenstoß weg (18.). Dennoch setzt sich der Gastgeber über die gewohnten Mittel durch. Tempospiel und die Einbindung von Jonathan Fischer am Kreis funktionieren, zur Not fackelt Youngster Alen Hadzimuhamedovic aus dem Rückraum.

Hadzimuhamedovic sicher

Dadurch hält die SG auch nach einer Auszeit der Gäste nach 20 Minuten den Vorsprung aufrecht, der DRHV kommt aber nach und nach ins Rollen, bleibt aber permanent auf mindestens fünf Tore im Hintertreffen. 58 Sekunden vor der Halbzeitpause nimmt auf Bietigheims Coach Iker Romero seine Auszeit und die wirkt, Fischer holt noch einen Siebenmeter raus, den Hadzimuhamedovic sicher zum 17:11-Pausenstand versenkt.

Genauso geht es auch in Durchgang zwei weiter, der 18-Jährige netzt den ersten Treffer der zweiten 30 Minuten erneut vom Strich (32.). Mit diesem Vorsprung im Rücken merkt man den Ellentälern eine gewisse Leichtigkeit an, so trifft Alexander Pfeifer nach 37 Minuten von Außen herrlich per Dreher zum 20:13. Auch ein Torwart-Wechsel bei den Bibern kann den Lauf der SG nicht stoppen Philip Ambrosius kommt 20 Minuten vor Schluss auf die Platte, bekommt jedoch ebenfalls im Vergleich zu Hrdlicka auf der Gegenseite kaum eine Hand an den Ball.

Locker ins Ziel gebracht

Das 27:17 durch Fynn Nicolaus zwingt Gäste-Coach Vanja Radic nicht nur zur Auszeit sondern ist gleichzeitig auch schon 14 Minuten vor Schluss die Vorentscheidung. Dessau leistet sich viel zu viele Ballverluste, Bietigheim nutzt diese durch ihr Tempo und Gegenstöße aus und lässt nichts mehr anbrennen. In der Schlussphase ist schön zu sehen, dass die SG nicht wie in anderen Partien zuvor vom Gas geht, den Gegner herankommen lässt und das Spiel unnötig spannend gestaltet. Auch eine offensive Not-Deckung des DRHV ändert nichts mehr am letztlich klaren und verdienten 33:25-Heimsieg der Schwaben.

„Das kam von der Mannschaft aus, dass wir 60 Minuten durchziehen müssen“, sagt Abwehrchef Vlahovic nach dem Spiel. „Dessau hat bis zum Schluss gekämpft, aber wir haben es einfach gut gemacht heute“, resümiert er. Für die SG geht es am 21. Dezember mit dem Auswärtsspiel beim Mit-Absteiger Potsdam weiter, ehe das nächste Top-Spiel mit der HBW Balingen-Weilstetten am 27. Dezember auf die Ellentäler wartet.

 
 
- Anzeige -