Unverhofft kommt oft. Dieses Sprichwort passt wie die Faust aufs Auge bei Juan de la Peña und der SG BBM Bietigheim. Der spanische Rückraum-Mitte kam im Oktober 2020 zum Zweitligisten ins Ellental, der Klub reagierte damals auf den kurzfristigen Abgang von Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus. „SG BBM zieht Regisseur aus dem Hut“, titelte die BZ damals am 1. Oktober, denn der Iberer fiel durch einen – mehr oder weniger – glücklichen Zufall in die Hände der Schwaben. Eigentlich war er beim damaligen Ligakonkurrenten Wilhelmshavener HV unter Vertrag, der allerdings aufgrund eines Ermittlungsverfahrens gegen den Geschäftsführer und Großsponsoren vor finanziellen Herausforderungen stand.
SG BBM Bietigheim Juan de la Peña sagt im Sommer Adiós
Der Spielmacher und Co-Kapitän verlässt die SG BBM Bietigheim nach sechs Jahren zum Saisonende. Davor will er aber zum zweiten Mal mit den Ellentälern den Aufstieg schaffen.
Von Bietigheim aus zum direkten Aufstiegsgegner
Nach fast sechs vollen Saisons verkündete der Spitzenreiter der Zweiten Handball-Bundesliga vor dem Heimspiel an diesem Freitag um 19.30 Uhr gegen den Dessau-Rosslauer HV den Abgang des 29-Jährigen. De la Peña wird im Sommer den Verein verlassen und zum direkten Konkurrenten nach Hagen wechseln. Die Eintracht reagiert damit auf das Karriereende von Niclas Pieczkowski, der nach der Spielzeit die Schuhe an den Nagel hängt. „Nach – im Sommer – sechs sehr intensiven und prägenden Jahren in Bietigheim ist für mich der Moment gekommen, eine neue Herausforderung anzunehmen“, sagt De la Peña in einer Mitteilung der SG BBM.
2020 wurde der Spanier vom damaligen Trainer Jannes Jón Jónsson als „spielstarker Mittelmann“ betitelt, der für Torgefährlichkeit sorge und gut in das Spielsystem passe. Das hat sich auch bewahrheitet. Dieses Spielsystem war auch vom heutigen Trainer Iker Romero so übernommen und verfeinert worden. Die spanische Handball-Schule ist klar erkennbar, was De la Peña natürlich liegt. Im Sommer verlässt jedoch auch Romero den Verein, sein Nachfolger Hartmut Mayerhoffer ist bekennender Freund von Tempo-Handball mit schnellen Kontern.
„Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, denn die SG BBM, die Arena und die Menschen hier sind für mich zu einem echten Zuhause geworden“, so De la Peña. Inzwischen hat er sich zudem zum Co-Kapitän hinter Fabian Wiederstein gemausert, Geschäftsführer Bastian Spahlinger lobt: „Juan war in den vergangenen Jahren der verlängerte Arm unseres Trainers Iker Romero und hat diese Rolle sehr gut ausgefüllt. Er hat sowohl auf dem Feld viel Verantwortung in unserem Spiel übernommen als auch abseits der Platte als Teil des Mannschaftsrates unser Team geführt.“
Bis zum Saisonende gilt sein Fokus aber noch dem Ziel des Aufstiegs, auch wenn das bedeutet, dass er womöglich seinem zukünftigen Team hierbei einen Strich durch die Rechnung machen würde. Denn der VfL Eintracht Hagen ist auf Rang vier in Lauerstellung hinter dem Spitzenreiter aus Bietigheim. Das direkte Duell vor wenigen Wochen ging jedoch mit 30:27 an die Ellentäler.
Dessau ist in bester Form und hat ebenfalls Hagen geschlagen
Das Duell an diesem Freitag ist ebenso ein Top-Spiel. Der DRHV, der sich in der Vorsaison noch auf der letzten Rille vor dem Abstieg gerettet hat, steht punktgleich mit dem VfL auf Rang fünf, hat die letzten fünf Spiele gewonnen, darunter auch gegen Hagen mit 35:29. „Dessau ist zurecht seit fünf Spielen ungeschlagen. Sie verfügen über hohe Qualität, eine große Rotationstiefe und treten mit enormem Selbstvertrauen an. Wir erwarten ein sehr intensives und anspruchsvolles Spiel“, warnt Coach Romero vor den Gästen.
Ein Sieg gegen die Gäste wäre der nächste wichtige Schritt in Richtung Aufstieg. Auch De la Peña will bei seinem letzten Ritt unter dem Viadukt zum zweiten Mal nach 2023 in Liga eins. „Bis zum Saisonende gilt mein voller Fokus dem gemeinsamen Ziel: dem erneuten Aufstieg in die 1. Liga – und darauf, die verbleibende Zeit hier im Süden bestmöglich zu nutzen“, blick der Spanier voraus.
