Dass die Zweite Handball-Bundesliga trotz der Unterklassigkeit eine Top-Liga in Europa ist, zeigt sich auch im Vorfeld der Europameisterschaft der Männer vom 15. Januar bis zum 1. Februar. Denn nicht nur sind 106 Profis aus dem deutschen Oberhaus mit in den Kadern der Top-Nationen dabei, auch über ein Dutzend Zweitligaspieler (und sogar Dritt- und Regionalligisten) gehen an den Start. Die meisten Nationalspieler stellt hierbei der VfL Potsdam ab, den Adlern fehlen fünf Spieler im direkten Kader, ein weiterer steht im erweiterten Aufgebot.
SG BBM Bietigheim Manuel Schmidt hat ein Luxusproblem
Beide Torhüter und der Coach der Ellentäler fehlen. Doch die SG um Co-Trainer Schmidt kann das kompensieren.
Doch auch die SG BBM Bietigheim hat ein ziemliches Luxusproblem. Denn nicht nur fehlt Coach Iker Romero, der als österreichischer Cheftrainer in der Vorrundengruppe auf Deutschland treffen wird (15. Januar, 20.30 Uhr), sondern auch das gewohnte Bietigheimer Torhüter-Duo ist mit den jeweiligen Auswahlen unterwegs. Martin Tomovski für Nordmazedonien, Jan Hrdlicka für Tschechien.
Frühestes Aus am 20. Januar
„Für die Jungs ist das natürlich mega“, freut sich Co-Trainer Manuel Schmidt, der in Romeros Abwesenheit nun das Training leitet. Denn seit dem 2. Januar ist Romero bereits bei der Auswahl, ab dem 12. Januar ist die SG wieder im Training. Allerdings steht er vor einem Problem. Im Kader der SG BBM Bietigheim steht seit dem Abgang von Filip Baranasic im Oktober nach Ferndorf kein dritter Keeper. Schmidt muss also nun kreativ werden. Frühestens am 20. Januar könnte das Turnier für das Duo vorbei sein, dann ist die Vorrunde beendet. Ein Ausscheiden hier ist aber sowohl für Tschechien als auch Nordmazedonien unwahrscheinlich. Realistischer ist ein Hauptrunden-Aus, dann würden beide wahrscheinlich am 29. Januar wieder in Bietigheim aufkreuzen. Ein Erreichen der Finalrunde, wenn es um die Medaillen geht, ist ebenfalls nicht erwartbar.
Die Einheiten durchzuführen ist für den 30-Jährigen nichts Neues, schon während des letzten Lehrgangs der Österreicher im November bekam er die Verantwortung. Damals sprang Leon Schwarz aus der A-Jugend zwischen die Pfosten, dort hat Schmidt auch seine Hände im Spiel. Denn neben der Rolle als Co-Trainer im Zweitliga-Team ist er zudem Cheftrainer bei der A-Jugend-Mannschaft. Schwarz wird wohl auch im Winter wieder einspringen, „es ist aber noch nichts final geklärt“, erklärt Schmidt. Zudem wird womöglich noch ein externer Keeper ins Ellental kommen, sicher ist das dann aber wohl erst, wenn das Training in der nächsten Woche ansteht.
Keine Torwart-Rückkehr der Krake
Was jedoch schon klar ist: Torwart-Trainer und Ex-Keeper Jürgen „Krake“ Müller sowie Schmidt selbst werden sich nicht in den Kasten stellen. „Ich glaube, das tun wir beide der Mannschaft lieber nicht an“, scherzt der Co-Trainer, der dem Team nach der langen Hinrunde erst einmal ein paar Tage Ruhe über den Jahreswechsel gegönnt hat. Am 27. Dezember stand noch das Top-Spiel-Derby gegen die HBW Balingen-Weilstetten an. Schmidt weiß daher: „Die paar Tage tun den Jungs gut. Die Hinrunde war lang, wir haben viele Blessuren. Da haben wir jetzt die Zeit, sie auszuheilen.“
Ganz vorne dabei ist Nico Bacani. Der junge Rechtsaußen, der vor der Saison vom TVB Stuttgart ins Ellental kam, hat in dieser Saison bisher nur ein Pflichtspiel absolviert: Das Pokal-Ausscheidungsspiel im August gegen Potsdam. Dort erzielte er noch zwei Tore, danach plagten den 22-Jährigen aber Rückenprobleme. Die lange anhaltenden Beschwerden zogen sich vom 1. Spieltag bis zum Jahreswechsel. Beim Top-Spiel zum Rückrundenauftakt am 8. Februar gegen den Spitzenreiter Dresden will er aber wieder angreifen und sein Zweitliga-Debüt bestreiten.
