SG BBM Bietigheim Markus Gaugisch ist „Trainer des Jahres“

Von bzh
Der LSV-Vorsitzende Jürgen Scholz ehrte den „Trainer des Jahres“, Markus Gaugisch (rechts). Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der Landessportverband zeichnet den Coach der Handballerinnen der SG BBM Bietigheim aus. Er hat eine beeindruckende Bilanz: Deutscher Meister, DHB-Pokal-Sieger, European-League-Sieger und Supercup-Gewinner in der Saison 2021/22.

Markus Gaugisch ist Baden-Württembergs Trainer des Jahres 2022. Die Ehrung des Landessportverbandes (LSV) wurde am Dienstagabend im Stuttgarter Porsche-Museum durch den LSV-Vorsitzenden Jürgen Scholz und Theresa Schopper, die Baden-Württembergs Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, vorgenommen. Einen Sonderpreis erhielt Köksal Cakir, der Karatetrainer des MTV Ludwigsburg.

Gaugisch schrieb mit den Handballerinnen der SG BBM Bietigheim im vergangenen Jahr Geschichte. Mit dem Sieg in der European League, dem Gewinn des Supercups und des DHB-Pokals sowie der deutschen Meisterschaft holte das seit 2020 von ihm trainierte Viadukt-Team vier Titel, blieb dazu in 63 Spielen in Folge ohne Niederlage!

Seit April 2022 ist der 48-jährige Gymnasiallehrer, der von sich sagt „ich bin ein akribischer, kommunikativer Arbeiter“, auch für die Frauennationalmannschaft zuständig. Nach dem Saisonende wird er sich auf diese Aufgabe konzentrieren und seine erfolgreiche Tätigkeit an der Enz beenden. Bis dahin hat er mit seiner Mannschaft, die in der Bundesliga ungeschlagen die Tabelle anführt, aber noch einiges vor: „Wir sind noch in allen drei Wettbewerben – Meisterschaft, Pokal und Champions League – vertreten und wollen weitere Titel gewinnen.“

Ab Sommer nur Bundestrainer

Der ehemalige Handball-Nationalspieler Ulrich Derad, seit 2012 Hauptgeschäftsführer des Landessportverbands Baden-Württemberg, drückt „Gaugi“ die Daumen, wenn der ab dem Sommer „nur“ noch Bundestrainer ist. „Das ist kein leichtes Amt“, weiß der ehemalige Linksaußen. „Ich hoffe, dass er die nötige Unterstützung der Vereine erfährt, um seine Ziele umzusetzen und mit den deutschen Frauen erfolgreich zu sein.“

Der Landessportverband kürt den Trainer des Jahres seit 1996. Gaugisch ist der erste Handballer, dem diese Ehre zuteil wurde. „Cool, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Aber ohne meine Mannschaft wären die Erfolge und damit diese Auszeichnung nicht möglich gewesen. Zur Belohnung werde ich die Mädels einladen“, erklärt er.

Die Laudatio auf Gaugisch hielt vor 180 geladenen Gästen im Porsche-Museum Antje Döll. „Wir waren gespannt, als er zu uns kam, weil er zuvor immer nur im Männerbereich gearbeitet hatte. Aber wir waren von den ersten Trainingseinheiten an begeistert und sind es bis heute“, berichtete die SG-Linksaußen. „Er lebt für diesen Sport, hat jeden Tag 24 Stunden lang Handball im Kopf. Es ist ein Vergnügen, unter ihm trainieren zu können.“

Besonderes soziales Engagement

Zu den Geehrten zählte auch Karate-Trainer Cakir vom MTV Ludwigsburg. Der WM-Dritte von 2002, World-Games-Sieger von 2005 und 25-fache Deutsche Meister gibt seine Erfahrungen an Sportler aller Altersgruppen weiter. „Früher habe ich mehr Wert auf die Leistungsklassen belegt, heute liegt mein Fokus auch auf den Jugendlichen“, sagt der 48-Jährige, der die Kampfschule „KiKa“ gegründet hat. Dort lernen 260 Kinder nicht nur Kampftechniken, sondern auch das Motto der Sportart kennen. „Das oberste Ziel in der Kunst des Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern die Vervollkommnung des Charakters des Ausübenden“, zitiert Cakir den Leitspruch.

Den Sonderpreis der Barmer Ersatzkasse erhielt der Ludwigsburger auch für sein soziales Engagement. Unter anderem setzt sich Lehrer für ukrainische Flüchtlinge ein, engagiert sich in der Gewalt- sowie Suchtprävention. Auf die Facetten des Karate-Sports angesprochen hatte Cakir die Lacher auf seiner Seite, als er sagte: „Diese Sportart ist so vielseitig – nicht wie Fußball.“   bzh

 
 
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