SG BBM Bietigheim Mathias Larsons Neustart im Ellental

Von Manuel Schust
Mit diesem Team will die SG BBM den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga schaffen. Mathias Larson (erste Reihe, Dritter von rechts, Nummer 44) will sich in der Liga durchsetzen. Foto: Marco Wolf

Mathias Larson bekam in seinem ersten Bundesliga-Jahr bei den Rhein-Neckar Löwen nur wenig Spielzeit. Nun will der Däne sich mit Bietigheim in der besten Liga der Welt etablieren.

Die Vorfreude auf die neue Saison steigt bei den Handballern der SG BBM Bietigheim. Am Dienstagabend wurde unter dem Viadukt das Teamfoto geschossen. Bereits am Samstag (18 Uhr) steht für die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer das erste Testspiel bei Drittligist TSB Heilbronn-Horkheim auf dem Programm. Einer, der dem Start in die neue Spielzeit besonders entgegenfiebert, ist Mathias Larson. Der 25-jährige Spielmacher blickt auf eine schwierige Debüt-Saison in der Handball-Bundesliga (HBL) zurück. Bei den Rhein-Neckar Löwen kam der Däne im Saisonverlauf nicht an dem isländischen Nationalspieler Haukur Thrastarson und dem niederländischen Auswahlspieler Dani Baijens vorbei. Zwar stand Mathias Larson 31 Mal im Aufgebot der Badener, erhielt unter Löwen-Cheftrainer Maik Machulla aber nur wenige Spielanteile. Magere acht Tore erzielte er insgesamt nur im gelben Trikot.

Das war dem ehrgeizigen Mittelmann, der aus einer richtigen „Handball-Familie“ kommt, zu wenig. In beiderseitigem Einvernehmen wurde sein Dreijahresvertrag mit den Löwen Anfang Juni aufgelöst. Bei der SG BBM streckte man schnell die Fühler nach dem dynamischen Spielmacher aus. „Ich habe Mathias in den letzten Jahren häufig beobachtet“, schildert Hartmut Mayerhoffer. „Nachdem ersichtlich war, dass es für ihn bei den Löwen nicht weitergeht und er den Wunsch gehegt hat, wegzugehen, haben wir den Kontakt gesucht. Er war dann auch sofort sehr aufgeschlossen dafür, nach Bietigheim zu wechseln.“

Sich im zweiten Anlauf etablieren

Denn bei der SG BBM will der Däne im Trikot mit der Nummer 44 Verantwortung übernehmen und im zweiten Anlauf unter Beweis stellen, dass er sich in der HBL etablieren kann. „Er hätte sicherlich auch die Möglichkeit gehabt, im Ausland für deutlich mehr Geld zu spielen“ betont Mayerhoffer. „Für uns war auch ausschlaggebend, ihn zu verpflichten, weil er gesagt hat, dass er sich unbedingt in der Bundesliga durchsetzen will. Solche hungrigen Spieler brauchen wir.“

Von außen betrachtet wirkt es so, als sei für Larson das Jahr bei den Löwen ein verlorenes gewesen. Doch dem widerspricht der 1,87 Meter große Rückraumspieler, der seine Profikarriere im Jahr 2020 bei seinem dänischen Heimatverein Århus Håndbold startete. „Ich habe im letzten Jahr sehr viel gelernt - auch besser deutsch zu sprechen“, erklärt Larson schmunzelnd am Rande des Fotoshootings auf dem Festplatz am Viadukt. „Als ich bei den Löwen angekommen bin, konnte ich nur das bisschen deutsch, das ich in der Schule gelernt habe. Es ist ein Vorteil, jetzt von Anfang an die Sprache ganz gut zu beherrschen, die in der Kabine gesprochen wird.“ In der Bundesliga spielen zu können, ist etwas, worauf Mathias Larson seit Jahren hingearbeitet hat. „Hier spielen die besten Handballer der Welt, hier will ich mich durchsetzen“, betont er. „Ich bin so froh, hier zu sein. Die Stimmung ist sehr gut und es macht richtig viel Spaß mit den Jungs.“ Das oberste Ziel sei es für das Team, in der Bundesliga zu bleiben. Persönlich will Larson viel und guten Handball spielen und seinen Teil dazu beizutragen, das es mit dem Klassenerhalt klappt.

Offensivspiel in Schwung bringen

Hartmut Mayerhoffer zeigt sich sehr angetan vom dänischen Neuzugang. „Seine Art zu spielen passt gut zu uns“, erklärt der 56-Jährige. Klammert man das Jahr bei den Rhein-Neckar Löwen aus, bringt Larson eine beeindruckende Vita mit ins Ellental. Im Jahr 2002 wurde er in Dänemark mit GOG Meister und Pokalsieger. In Norwegen gewann er im Jahr 2025 als Führungsspieler mit Elverum Håndball die Hauptrunde und zog ins Finale ein. Seine Kollegen wählten ihn zum besten Rückraum-Mitte der gesamten Liga. „Obwohl er erst 25 Jahre alt ist, bringt Mathias schon viel Erfahrung mit. Er ist super schnell und hat eine hohe Spielfähigkeit. Genau das brauchen wir, um unser Offensivspiel in Schwung zu bringen“, ist sich Mayerhoffer sicher.

 
 
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