SG BBM Bietigheim „Nordhorn ist eine harte Nuss, die wir knacken wollen“

Von nb
Dominik Claus (in rot) ist als kreative Option im Rückraum wieder für Iker Romeros Team fit. Foto: Alexander Keppler/Pressefoto Baumann

Die SG BBM Bietigheim rund um Rückkehrer Dominik Claus muss an die niederländische Grenze.

Keine zehn Minuten bräuchten die Handballer der SG BBM Bietigheim am Samstag, um einen Abstecher in die Niederlande zu machen. Doch für einen Kurztrip bleibt dem Zweitligist wohl keine Zeit, denn am Samstag geht es um 18 Uhr auswärts bei der HSG Nordhorn-Lingen ran. Die Niedersachsen, die sich unmittelbar an der niederländischen Grenze befinden, sind – ebenso wie die SG – gut in die neue Saison gestartet. Nur eine Niederlage hat sich die HSG aus den ersten vier Partien erlaubt, auswärts beim aktuell punktgleichen VfL Hagen. Damit steht das Team des langjährigen Bundesligaspielers und heutigen Nordhorn-Coaches Mark Bult auf Rang vier in der Tabelle.

Immerhin die Ergebnisse stimmen

Die Ellentäler haben auf dem Papier einen noch besseren Start hingelegt. Als einziges Team neben dem TV Hüttenberg sind die Männer von Iker Romero noch ungeschlagen, haben drei Siege und ein Unentschieden eingefahren, sahen jedoch bis dato nie wirklich souverän aus. In den beiden Auftaktpartien gegen Dresden und Lübeck-Schwartau durfte man sich beim bärenstarken Martin Tomovski im Kasten bedanken, der den Sieg jeweils festhielt. Bei der Punkteteilung in Lübbecke ließen die Spieler vor allen Dingen offensiv zu viel liegen und auch in der Vorwoche gegen den HSC Coburg hatte der Absteiger Glück, das ein später Ballverlust nicht noch zum Ausgleich wurde, sondern erst nach der Sirene im Tor landete.

Doch nicht alles an den engen Spielen war negativ behaftet. Allen voran das Comeback von Dominik Claus gegen den HSC gibt Grund zur Hoffnung. Der Rückraumspieler kam für rund zehn Minuten in Durchgang eins zurück auf die Platte, nachdem er zuvor ein halbes Jahr mit einer Schulterverletzung fehlte. Auch bei Fabian Wiederstein (Muskelfaserriss) und Nico Bacani (Rückenprobleme) sieht es langsam aber sicher wieder besser aus. Die Rückkehr soll wohl in den nächsten ein bis zwei Wochen bevorstehen. Ansonsten sind aber alle fit.

Verletzung noch im Kopf

Für Claus wird es in Nordhorn wahrscheinlich wieder nur auf einen Kurzeinsatz hinauslaufen. „Ich glaube, in der Abwehr ist es schon okay, aber im Angriff brauche in schon Zeit“, sagt der 29-Jährige. „Ich habe aber schon das Gefühl, dass es Stück für Stück besser wird.“ Nach einem Zusammenprall im Training hatte sich Claus im März die Schulter ausgekugelt und in der Folge mit Problemen im Arm zu kämpfen. „Angst habe ich keine mehr, das sollte man auch nicht“, gibt er sich nun kämpferisch, muss jedoch zugeben: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mental da gar nichts mehr wäre.“

Mit seiner Rückkehr kehrt vor allen Dingen die Rückraum-Achse um Tom Wolf und Juan de la Pena wieder zur gewohnten Bundesliga-Stärke aus der Vorsaison zurück. Gemeinsam mit Kreisläufer Jonathan Fischer funktionierte das Zusammenspiel damals bestens, das Quartett kennt sich inzwischen in- und auswendig. „Da greifen die Automatismen besser. Aber das ist normal, wenn man ein paar Jahre zusammenspielt“, weiß Claus, der auch die Neuzugänge lobt: „Sie haben sich sehr gut eingefunden. Gerade Djibril M’Bengue macht es Woche für Woche besser.“

Nordhorn als Mitfavorit

Gegen die HSG muss diese Maschinerie auch gut geölt sein. Denn Claus weiß: „Es wird extrem schwer. Wir haben eine lange Fahrt, sie haben eine gute Mannschaft und einen guten Zuschauerzuspruch. Nordhorn ist eine harte Nuss, die wir knacken wollen.“ Sollten die Ellentäler aber siegreich aus der Partie gehen, wären es „Big Points“, wie der Rückraumakteur meint. Denn er prognostiziert: „Es ist früh in der Saison, aber Nordhorn wird sich lange da oben festsetzen.“

 
 
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