SG BBM Bietigheim Ohne Fischer tut sich die SG gegen Krefeld schwer

Von Niklas Braiger
Fynn Nicolaus muss gegen Krefeld und wohl für den Rest der Saison als Kreisläufer agieren. Foto: Julia Rahn/Baumann

Kreisläufer Jonathan Fischer fehlt der SG BBM Bietigheim mit einem Knorpelschaden bis zum Saisonende. Daher müssen andere auftrumpfen.

Sowohl der SG BBM Bietigheim, wie auch der HSG Krefeld Niederrhein fehlt am Freitagabend beim Aufeinandertreffen am 28. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga der Top-Torschütze. Aufseiten der Ellentäler muss Jonathan Fischer (132 Tore) mit einer Knöchelverletzung pausieren und wird wohl mit einem Knorpelschaden bis zum Saisonende ausfallen. Bei den Gästen fehlt Falk Kolodziej (114 Tore) verletzt. Den Ausfall verkraften die Ellentäler scheinbar besser, denn am Ende gewinnen sie mit 35:29 (16:13), tun sich dabei aber mächtig schwer.

In Fischers Abwesenheit müssen andere für Tore sorgen. Till Hermann brilliert am Freitagabend mit sechs Treffern in Halbzeit eins. Am Kreis vertraut SG-Coach Iker Romeo neben Kapitän Fabian Wiederstein phasenweise auf Fynn Nicolaus, der diese Rolle bereits beim TVB Stuttgart besetzt hat. „Ich habe nicht allzu oft die Bälle gekriegt. Aber die Basics habe ich noch drin“, verrät er.

Erste Führung nach 15 Minuten

Zu Beginn ist das Fehlen des 28-Jähriges aber noch deutlich zu spüren. Die SG kommt nur müßig in den Tritt, findet offensiv ohne das Kreis-Monster kaum Lücken und rennt immer wieder gegen die gut stehende 6-0-Deckung der Eagles. Erst nach viereinhalb Minuten sorgt Maxim Orlov für den ersten Treffer der Gastgeber (1:2), bis zur ersten Führung braucht es aber noch eine ganze Weile. Doch als dann Mitte des ersten Durchgangs sowohl Keeper Martin Tomovski immer häufiger die Hand an den Ball bekommt, gibt das die Chance für das Bietigheimer Tempospiel. Diese Chance nutzt Wiederstein nach rund einer Viertelstunde zum 8:7 aus.

Der Schalter scheint zumindest kurzzeitig umgelegt, doch auch die HSG findet wieder in den Rhythmus. Krefeld gleicht schnell wieder aus und geht durch den Ex-Bietigheim Niklas Michalski in Überzahl mit 11:10 in Front. Als die personellen Kräfteverhältnisse auf dem Parkett wieder ausgeglichen sind, findet der Spitzenreiter wieder den sechsten Gang: Hermann sorgt binnen einer Minute für drei Treffer per Tempogegenstoß, sammelt sich noch einen Steal und sorgt beinahe im Alleingang für die 16:13-Pausenführung.

Das ist allerdings keineswegs die Vorentscheidung. Aus der Kabine kommt Krefeld wieder frischer, Christopher Klasmann egalisiert per Siebenmeter zum 17:17 (34.). Defensiv stehen die Gäste weiterhin stabil im Verbund und werden im Mittelblock von Kapitän Niklas Ingenpaß angeführt. Vorne setzt HSG-Coach Sascha Gerlach inzwischen auf den Siebten Feldspieler, so darf Marvin Kix zwei Minuten später die Führung für die Gäste herstellen.

Nun ist es ein munteres hin und her. Krefeld macht offensiv kaum Fehler, die SG kommt über die individuelle Klasse und erspielt sich so die Tore. Nach einer Überzahl gelingt es Alexander Pfeifer aber erstmals wieder auf drei Tore Abstand zu stellen. Der Linksaußen, der inzwischen Hermanns Stelle eingenommen hat, trifft ins leere Tor zum 25:22 (46.). Nun ist das Momentum wieder ganz auf der Seite des Tabellenführers. Als Orlov eineinhalb Minuten danach sogar noch das 26:22 erzielt, sieht sich Gerlach zur Auszeit gezwungen (48.).

Gute Schlussphase reicht aus

Doch Besserung ist nicht wirklich in Sicht. Bietigheim trotzt einer eigenen Zeitstrafe, Wiederstein netzt erst vom Kreis per Pirouette und wenige Sekunden später per direktem Anspiel ins leere Tor zum 27:23 und 28:24. Zehn Minuten vor Schluss scheint die Partie Stück für Stück der Vorentscheidung entgegen zu gehen, auch weil Tomovski immer wieder hinten die Würfe der Eagles wegnimmt. Endgültig den Deckel auf die Partie macht dann Dominik Claus. Sein Durchbruch inklusive Tor zum 31:26 lässt vier Minuten vor Schluss keine Zweifel über den Heimsieg mehr übrig.

Vom Rückstand erholen sich die Krefelder nicht mehr. Gerlach schnauzt zwei Minuten vor Schluss bei einer Auszeit noch einmal Keeper Pau Guitart an, da dieser nicht das gewünschte Tempo geht und den Ball nur langsam aus dem Tor bringt. Denn der HSG geht es im Abstiegskampf um jedes Tor. Am Ende ist es aber ein deutliches 35:29, damit behält die SG weiterhin die Tabellenführung inne. Krefeld rutscht parallel wieder zurück auf Rang 17.

 
 
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