SG BBM Bietigheim Pfeifer und Hrdlicka vermiesen Lohrbachs Rückkehr ins Ellental

Von Niklas Braiger
Großer Jubel bei Jan Hrdlicka. Der Tschechische Torhüter vernagelt in Halbzeit zwei den Bietigheimer Kasten. Foto: Marco Wolf

Der ehemalige Spieler der SG BBM kehrt als Coach von Großwallstadt nach Bietigheim zurück. Am Ende zieht er aber den Kürzeren.

Von 2012 bis 2017 spielte Andre Lohrbach selbst bei der SG BBM Bietigheim, war am ersten Bundesliga-Aufstieg der Ellentäler 2014 beteiligt und spielte sich in die rot-blauen Herzen. Inzwischen sitzt er beim Traditionsklub TV Großwallstadt als Trainer auf der Bank. Bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte am Freitagabend gibt es außer einer herzlichen Begrüßung vor dem Anpfiff aber keine verbliebenen Sympathien mehr. Die SG gewinnt das Heimspiel am Ende klar und deutlich mit 35:25 und ist damit zumindest zwei Nächte lang Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga. Denn die Konkurrenz aus Balingen und Hagen spielt erst am Sonntag beziehungsweise Montag.

Pfeifer trotzt Schulterschmerzen

Deutlich besser als für Lohrbach läuft es hingegen für einen weiteren Mann, der auf seinen Ex-Klub trifft. Alexander Pfeifer, der in der Jugend und 2020 auch seine ersten Profispiele für die Unterpfälzer machte, trifft direkt zum 1:0 und verwandelt nach etwas mehr als acht Minuten per herrlichem Dreher zum 5:3. Wenig später folgt eine Lohrbach-Auszeit, der mit dem Gezeigten seiner Männer nicht zufrieden ist.

Doch besser wird es erst einmal nicht wirklich. Erneut ist es Pfeifer, der trotz Schulterproblemen auf die Zähne beißt und per Gegenstoß das 7:3 einnetzt (12.). „Es geht soweit ganz gut, es ist nichts weltbewegendes. Ein bisschen muskulär“, sagt der Linksaußen nach der Partie. Trotz einer kürzeren Schwächephase Mitte des ersten Durchgangs finden die Hausherren in der Schlussphase wieder den sechsten Gang, bauen den Vorsprung wieder aus und gehen mit einem 18:14 im Rücken in die Kabine.

Das Momentum nimmt Bietigheim gnadenlos in Durchgang zwei mit. Ein bärenstarker Jan Hrdlicka im Kasten kaschiert, dass die Wurfquote im Angriff ausbaufähig ist. Dank des Tschechen, der am Ende neun Paraden sammelt und eine Quote von 45 Prozent hat, steht es bei der nächsten Lohrbach-Auszeit 17 Minuten vor Schluss bereits 24:16. Denn auch das Spiel mit dem siebten Feldspieler bringt dem TVG kaum Ertrag.

Lob für die Abwehr und das Tempo

Den deutlichen Vorsprung halten die Hausherren weiter aufrecht, in der Schlussphase lassen sie – anders als schon einige Male in dieser Saison – nichts mehr anbrennen und bringen den 35:25-Heimsieg locker über die Bühne. Auch eine enorm hohe und aggressive Manndeckung der Franken als Notlösung in den letzten Minuten ändert daran nichts mehr. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, gutes Tempo wenige Fehler“, resümiert Pfeifer nach der Partie und ergänzt: „Wir hatten ein sehr gutes Tempospiel und eine brutale Abwehr. Das System hat gut funktioniert.“

Rückkehrer Lohrbach auf der Gegenseite sagt: „Abgesehen vom spielerischen war es sehr schön. In allen Bereichen waren wir heute mit viel zu vielen individuellen Fehlern behaftet. Dass es in unserer personellen Situation schwierig ist, gegen die beste Abwehr der Liga zu spielen, war uns klar“ Dank des Freitags-Spiels hat der 36-Jährige sogar noch Zeit, um in der Region zu bleiben und ein paar Bekannte zu treffen: „Das kommt uns sehr gelegen. Wir treffen uns mit einigen Freunden.“

 
 
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