Ob es an der Testspiel-Atmosphäre in der mit nur 524 Zuschauern gefüllten Ege-Trans-Arena lag? Die SG BBM Bietigheim wirkte beim Pokalspiel gegen GWD Minden von Beginn an nicht auf der Höhe. Nach einer schwachen ersten Halbzeit fing sich das Mayerhoffer-Team nach dem Seitenwechsel zwar etwas und ging nach 46 Minuten erstmals in Führung. Doch im Schlussspurt agierten die Gäste aus Ostwestfalen abgezockter, sicherten sich trotz Unterzahl das Momentum und feierten den verdienten Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals.
SG BBM Bietigheim Pokal-Aus nach schwacher Leistung
Jonas Josef (am Ball) und seine Teamkollegen von der SG unterlagen am Mittwoch gegen Minden mit 32:34 und sind damit aus dem Pokal ausgeschieden.
„Es war eine bittere, aber keine unverdiente Niederlage“, sagte SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer nach dem Spiel. „Wir haben wieder zu sehr in Phasen gelebt über das Spiel gesehen. Abwehr und Angriff waren nicht gut. Wir drehen das Spiel dann nach der Pause, gehen in Führung, verpassen es die Führung auszubauen und verlieren das Spiel dann in der Unterzahl-Situation. Wir müssen einfach eine gewisse Konstanz in unser Spiel bekommen.“
Die Ellentäler erlebten einen ganz schleppenden Start in die Partie. Während die Gäste aus Ostwestfalen schon nach 34 Sekunden durch Max Staar den ersten Treffer erzielten, dauerte es fast viereinhalb Minuten, bis die Gastgeber durch Till Hermann endlich einen Ball einnetzen konnten.
Bietigheim hechelt hinterher
Zuerst zeigten sich die Mindener im 7-gegen-6 effektiv. Doch auch als die Gäste umstellten auf einen 6-gegen-6-Angriff, waren sie weiter schwer zu stoppen. Defensiv blieb Bietigheim ohne jeglichen Zugriff. Auch SG-Keeper Martin Tomovski bekam kaum mal einen Ball zu fassen und so erzielte Minden angeführt von Staar und Karolis Antanavicius weiter Treffer um Treffer. Die Bietigheimer hechelten hinterher und kamen kaum mal zu ihrem sonst so gefährlichen Umschaltspiel.
Als der Zweitligist erstmals die Führung auf zwei Tore ausbauen konnte, nahm SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer seine erste Auszeit. Doch die Trendwende stellte sich nicht ein. Selbst in Überzahl kassierte die SG weitere Tore. Bis zur Halbzeit zog der Zweitligist auf vier Treffer davon (15:19).
In Durchgang zwei bekamen die Ellentäler die Partie langsam besser in den Griff und Minden konnte nicht mehr so leicht seine Treffer erzielen. Auch auf das 7-gegen-6 hatte Bietigheim nun gute Antworten parat. So gelang Alexander Pfeifer in der 38. Minute zuerst der Ausgleich und acht Minuten später sicherte er der SG die erste Führung mit einem Treffer ins verwaiste Mindener Tor. „Wir haben es dann leider verpasst, einen Vorsprung von zwei Toren herauszuspielen“, haderte Hartmut Mayerhoffer mit seinem Team.
Rote Karte als Wendepunkte
Nach einem üblen Foul von Daniel Pedersen knallte Maxim Orlov mit dem Steißbein auf den Hallenboden und musste verletzt vom Spielfeld. Pedersen sah die Rote Karte. Doch die Gäste schalteten in den „Jetzt-erst-recht-Modus“ und hatten plötzlich das Momentum auf ihrer Seite.
Die SG konnte die Überzahl nicht nutzen und verwarf einen Siebenmeter. Dann gerieten die Bietigheimer selbst in Unterzahl und mussten zwei Treffer ins leere Tor hinnehmen. Von dem 0:3-Lauf in der entscheidenden Phase erholten sich die Hausherren dann nicht mehr. Während die Mindener mit ihren Fans den 34:32-Sieg feierten, gingen die Köpfe bei den SG-Spielern nach unten.
Am Samstag (20 Uhr) sind die Bietigheimer zu Gast in Magdeburg.
