Es ist der 34. Spieltag, das letzte Saisonspiel und es geht um alles. Mitten drin die SG BBM Bietigheim und Daniel Rebmann. Schon im Vorjahr war der Keeper in einer Final-Entscheidung involviert, auch in dieser Saison ist er mittendrin. 2024/25 spielte der Schwabe allerdings noch bei der SG BBM, im letzten Duell ging es für den damals 31-Jährigen noch darum, die Klasse zu halten. Da die Ellentäler allerdings gegen Magdeburg verloren und parallel der TVB Stuttgart gewann, stieg Bietigheim vor heimischem Publikum ab. Brisant: Zu diesem Zeitpunkt stand Rebmanns Wechsel zum TVB bereits fest.
SG BBM Bietigheim Rebmanns Deja-vu am 34. Spieltag
Schon vor einem Jahr stand Daniel Rebmann vor einer harten und wegweisenden Partie am letzten Spieltag. Eine Saison später sieht es erneut so aus.
Aus Stuttgart zu den Galliern
Eine harte Situation, wie sich der gebürtige Leinfeldener erinnert: „Das Ende der letzten Saison bleibt extrem besonders, so wie es lief.“ Auch an diesem Samstag um 18 Uhr stehen Rebmann und die SG wieder vor einer Entscheidung an Spieltag 34, allerdings dieses Mal auf unterschiedlichen Seiten der Mittellinie. Rebmann, der in Stuttgart nicht das Glück gefunden hat, wechselte noch im November 2025 zur HBW Balingen-Weilstetten. „Ich habe mir damals überlegt, wie es weitergeht, weil es in Stuttgart für beide Seiten keine richtige Zukunft hatte“, resümiert Rebmann.
Mit den Galliern von der Alb ist der Torhüter aktuell Tabellenzweiter, zwei Zähler hinter der SG auf Rang eins. Am Samstag steht das direkte Duell um den Titel an. Da die Balinger allerdings das deutlich bessere Torverhältnis haben, würden sie mit einem Sieg noch an Bietigheim vorbeiziehen und sich auf der Zielgerade die Meisterschale holen. Ansonsten würde erstmals in der Vereinsgeschichte der Zweitliga-Pott in die Geschäftsstelle an der Schwarzwaldstraße wandern. Das Hinspiel um den Jahreswechsel, in dem Rebmann bereits für die HBW auflief, gewann die SG vor heimischer Kulisse mit 32:27.
„Das ist schon etwas besonders. Das schlimmste wäre für mich, wenn es für eines der beiden Teams noch um den Aufstieg gehen würde. So ist es ein Spiel, in dem man das große Ziel nicht mehr verlieren kann“, erklärt Rebmann, verdeutlich aber auch: „Es ist eine Ausgangssituation, in der Druck da ist, aber nicht der allergrößte.“
Romero verteilt keine Nettigkeiten
Obwohl beide Seiten bereits als Aufsteiger in die Bundesliga feststehen, will niemand das Spiel abschenken. SG-Coach Iker Romero machte am vergangenen Wochenende beim letzten Heimspiel eine klare Ansage: „Wir werden Balingen kaputt machen“, ruderte aber kurz darauf direkt zurück: „Da habe ich vielleicht etwas übertrieben, aber wir wollen gewinnen. Wir wollen Meister werden und das ist die Chance.“ Auch Rebmann gibt die Marschroute der Gallier vor: „Wir haben nach dem feststehenden Aufstieg zusammengesetzt und besprochen, wie wir die restlichen Spiele angehen und gesagt: Wir geben Vollgas in jedem Spiel versuchen jedes Spiel zu gewinnen.“
Guter Kontakt zu Hermann
Egal, wer am Ende die Schale in der Hand hält, genauso wie der Bietigheimer Kader inzwischen so gut wie vollständig ist nach der Verpflichtung von Mathias Larson (die BZ berichtete) ist auch Rebmanns Zukunft gesichert. „Ich habe noch zwei Jahre Vertrag, da muss ich mir keine Sorgen machen.“ Im heimischen Schwabenland fühlt sich der Keeper einfach am wohlsten, nur eine Saison (2023/24) spielte er in Gummersbach, ehe es ihn wieder zurück ins Ländle zog.
Mit SG-Spieler Till Hermann hat Rebmann auch noch guten Kontakt, beide spielten jahrelang gemeinsam in Göppingen und fanden vergangene Saison in Bietigheim wieder zueinander zurück. „Wir telefonieren regelmäßig“, erzählt Rebmann, der auch mit seinem alten Torwart-Trainer Jürgen Müller noch einen guten Draht hat.
