SG BBM Bietigheim Romero-Sieben verliert Top-Spiel, Fischer und Wolf

Von Niklas Braiger
Ein bitterer Anblick für die Ellentäler. Tom Wolf muss nach nicht einmal 15 Minuten verletzt vom Platz, er hatte unglücklich ein Knie von Gegenspieler Jannek Klein abbekommen. Foto: /Voigt/PIX-Sportfotos

Die SG BBM Bietigheim verliert nicht nur das Absteiger-Duell mit dem 1. VfL Potsdam, sondern auch Tom Wolf verletzt und Jonathan Fischer nach einer Disqualifikation.

Defensiv ein Bollwerk, offensiv schier unaufhaltsam. Jonathan Fischer, Kreisläufer der SG BBM Bietigheim, spielt auch in dieser Saison wieder groß auf. Vor dem Absteiger-Duell mit dem 1. VfL Potsdam am Sonntagabend ist der 28-Jährige mit 81 Saisontoren Bietigheims bester Werfer in der 2. Handball-Bundesliga. Nach rund 23 Minuten im Spitzenspiel mit Potsdam ist aber bereits klar, dass in der Partie kein weiterer Treffer dazukommen wird. Denn da pflückt Fischer seinen Gegenspieler Jannek Klein mit gestreckten Armen aus der Luft, trifft den Potsdamer mit voller Wucht am Oberkörper, der in der Folge hart auf den Hallenboden knallt.

Herausragende Schiedsrichter behalten den Überblick

Nach kurzer Beratung der Schiedsrichterinnen kommen die zur völlig richtigen Entscheidung: Rote Karte. Das Unparteiischen-Duo macht generell über 60 Minute eine überragendes Spiel und hat immer das richtige Feingefühlt für die teils sehr hitzige Partie.

In Folge der Disqualifikation geraten Bietigheims Coach Iker Romero und sein Gegenüber Emir Kurtagic an den Bänken aneinander, der Disput ist aber schnell geklärt. Ein Nackenschlag für die Ellentäler, die wohl auch deshalb am Ende die Partie mit 21:28 verlieren. Doch nicht nur Fischer kann früh nicht mehr mitwirken. Auch Tom Wolf ist bereits zehn Minuten vorher außer Gefecht gesetzt. Der Rückraumspieler bekommt unglücklich das Knie von Klein in den unteren Rücken, bleibt liegen und muss letztlich hinter der Bande behandelt werden. Bis zur Pause kommt er nicht mehr aufs Feld, auch nach dem Seitenwechsel zieht er den langärmligen Pullover drüber und bleibt auf der Bank.

Zum Zeitpunkt von Wolfs Verletzung steht es 4:5 aus Sicht der Gäste, die – ebenso wie Potsdam auch – eine fehleranfällige erste Halbzeit spielen. Beim 6:9 hat Coach Iker Romero dann genug gesehen, zieht die Reißleine mit einer Auszeit und geht komplett durch die Decke (20.). „Die Abwehr ist gut“, sagt der Spanier, flucht danach aber über die Offensive der Ellentäler. Besser wird die jedoch nicht wirklich, weiterhin ist das Spiel hart umkämpft, hart und teilweise auch hitzig. Immer wieder bleibt ein Spieler liegen und muss behandelt werden. Mit der Pausensirene verkürzt Juan de la Pena immerhin noch auf 12:13, dennoch ist Romero sichtlich nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Schwaben.

Mit den vollen Emotionen kommt Potsdam besser aus der Kabine, geht wieder mit drei Toren in Front, spielt dann aber nach zwei überharten Fouls fast vier Minuten am Stück in Unterzahl, die sie aber durch Ineffektivität der SG schadlos überstehen. Sowohl Martin Tomovski im Bietigheimer Tor, wie auch sein Pendant Frederik Höler werden von Minute zu Minute besser und lassen die Schützen reihenweise verzweifeln. Beim 21:17 für die Hausherren sieht sich Romero eine Viertelstunde vor Schluss sogar schon zu seiner dritten und letzten Auszeit gezwungen.

Fuhrmann sorgt vom Strich für die Vorentscheidung

Doch wieder ist kaum Besserung in Sicht, Potsdam mit der gallig-giftigen Defensive lässt kaum etwas zu und ist vorne treffsicher genug, um die Führung zu halten. Ohne Fischer und Wolf fehlt eine eingespielte Achse, die für Kreativität und Gefahr sorgt. Immerhin die Außen der SG funktionieren, Moritz Strosack (sechs Tore) und Alexander Pfeifer (vier Tore) sind am Ende die besten Werfer der Schwaben. Doch das reicht nicht. Nils Fuhrmann stellt per Siebenmeter auf 25:18 (51.), das bereits die Vorentscheidung ist.

Mit der Niederlage bleibt Bietigheim zwar Tabellenführer, die SG ist nun aber Punktgleich mit Dresden und Balingen – gegen letztere geht es im letzten Spiel vor der Winterpause am 27. Dezember in der heimischen Ege-Trans-Arena.

 
 
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