SG BBM Bietigheim Schäfer erzielt zehn Tore gegen Lieblingsgegner

Von Andreas Eberle
Mit geballter Faust bejubelt Christian Schäfer einen Treffer. Gegen Hüttenberg schlug der SG-Rechtsaußen zehnmal zu. Foto: /Marco Wolf

Die SG BBM Bietigheim fertigt den TV Hüttenberg in der Zweiten Bundesliga mit 33:26 ab. Schäfer glänzt als Topwerfer, Genz zwischen den Pfosten.

Der TV Hüttenberg und Christian Schäfer – das ist ein Kapitel für sich. Für den 32-jährigen Rechtsaußen der SG BBM Bietigheim eines, das einem Handball-Märchen gleicht. Für den Zweitliga-Verein aus Mittelhessen werden Spiele mit Schäfers Beteiligung dagegen eher zu einer Horrorstory. Der SG-Dauerbrenner hatte am Samstagabend zehn Tore zum Bietigheimer 33:26-Heimsieg gegen den TVH beigetragen. Schon im März 2021 war er beim 35:26 mit elf Treffern zum Gästeschreck geworden.

„Als Außen kommt mir entgegen, dass die mit einer 3-2-1-Abwehr decken, da kriegt man viele Würfe – und wenn man die Bälle bekommt, sollte man sie auch reinmachen“, erklärte Schäfer das Erfolgsgeheimnis. Auf der anderen Seite nutzte auch Max Öhler die Freiheiten auf dem linken Flügel – er war letztlich fünfmal erfolgreich. In der Endphase traf außerdem noch Jan Asmuth bei seinem Kurzeinsatz von außen.

Die Kärrnerarbeit leisteten die Mitspieler. Im Rückraum gewannen die Bietigheimer das Gros der Zweikämpfe, und am Kreis beschäftigte Jonathan Fischer Hüttenbergs Deckung, schaffte Freiräume für die Flügelspieler. Hinzu kamen ein hohes Tempo und eine herausragende Abwehrleistung. So bildeten die beiden Freunde Tom Wolf und Fabian Wiederstein wieder einen starken Innenblock, an dem sich die Gäste die Zähne ausbissen. Und zwischen den Pfosten knüpfte Keeper Fredrik Genz an seine Glanzleistung aus dem Essen-Spiel an: Den 15 Paraden dort ließ er nun 13 folgen. Von solchen Werten konnten seine TVH-Kollegen Leonard Grazioli und Dominik Plaue nur träumen: Das Duo wehrte nur sieben Würfe ab.

„So kann es immer laufen. Ich fühle mich wohl in der Mannschaft und freue mich, wenn wir eine gute Abwehr spielen und auch vorne ein gutes Spiel machen. Es macht gerade einfach unglaublich Laune“, sagte Genz. Und offensichtlich fühlt er sich auch in seinem Trikot mit dem schrillen Lila wohl – dieses hatte ihm schon in Essen Glück gebracht. „So lange es in Lila funktioniert, soll es auch in Lila weitergehen“, stellte der von den Füchsen Berlin gekommene Schlussmann fest.

Nur zu Beginn hatte sein Team vor den 937 Zuschauern in der Viadukthalle Probleme und lag mit 2:4 (9.) hinten. Mit der Einwechslung von Dominik Claus – ihn hatten unter der Woche Kniebeschwerden geplagt – kam mehr Struktur und Power ins Bietigheimer Offensivspiel. Der Rückraum-Rechte war mit seinen fünf Toren sowie einer hundertprozentigen Trefferquote ein weiterer Erfolgsgarant. Nachdem Claus das 9:6 (20.) geworfen hatte, nahm TVH-Trainer Johannes Wohlrab eine Auszeit und wechselte die Torleute. Dennoch eilte die SG bis zur Pause auf 17:11 davon. Im zweiten Durchgang verteidigten die Hausherren unaufgeregt den Vorsprung und ließen sich auch von der in den letzten zehn Minuten praktizierten Hüttenberger Manndeckung nicht irritieren.

Haifischbecken Zweite Liga

Mit dem vierten Saisonsieg im sechsten Spiel kletterte Bietigheim auf Rang acht, der Anschluss an die Spitzengruppe ist geschafft. „Wir wollen oben mitmischen“, sagte Genz und bezeichnete die Zweite Liga respektvoll als „Haifischbecken“. Auch Topwerfer Schäfer wies auf die Ausgeglichenheit in der Klasse hin: „In dieser Saison kann man überall verlieren. Wenn wir die Einstellung auf die Platte bringen, funktioniert das. Wenn nicht, verlieren wir gegen jeden Gegner.“

Nach einem spielfreien Wochenende ist der TV Hüttenberg am 19. Oktober (19.30 Uhr) erneut in der Sporthalle am Viadukt zu Gast, dann zur zweiten Runde im DHB-Pokal. Gleicher Ort, gleiche Zeit – und auch eine weitere Schäfer-Gala? „Das wäre okay, aber Hauptsache, wir gewinnen“, sagt der dienstälteste SG-Handballer mit einem verschmitzten Lächeln.  Andreas Eberle

 
 
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