SG BBM Bietigheim Schwäbischer Außenseiter hofft auf einen weiteren Überraschungscoup

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Im Hinspiel schafften Kim Naidzinavicius (am Ball) und die SG BBM gegen die Vipers Kristiansand eine Sensation. Foto: /Marco Wolf

Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim wollen den heimstarken Vipers Kristiansand wie im Hinspiel ein Bein stellen. Das Restprogramm in der Champions League hat es in sich.

In der Gruppenphase der Champions League der Handballerinnen beginnt der Endspurt. Für Spannung ist gesorgt. Vor den letzten vier Spieltagen haben noch 14 der 16 Teams Chancen aufs Weiterkommen. Dazu gehört die SG BBM Bietigheim, die an diesem Samstag (18 Uhr/(live bei DAZN.com) beim Titelverteidiger Vipers Kristiansand in Norwegen spielt.

Der Modus: Die 16 Klubs sind in zwei Achtergruppen aufgeteilt. Aus jeder erreichen die beiden besten Mannschaften direkt das Viertelfinale, die Teams auf den Plätzen drei bis sechs ermitteln überkreuz vier weitere Viertelfinalisten.

Die Situation: In der Bietigheimer Gruppe geht es zwischen CSM Bukarest (17:3 Punkte), Kristiansand (15:5) und Odense BK (14:6) um die beiden direkten Viertelfinaltickets. Beim Kampf um die Playoff-Plätze wird eines der vier Teams Bietigheim (10:10), FTC Budapest (9:11), Krim Ljubljana (8:12) und Brest Bretagne (7:13) auf der Strecke bleiben. Damit das nicht die SG ist, müssen Punkte her. Die Ellentälerinnen haben zwar am letzten Spieltag einen Erfolg gegen Schlusslicht Banik Most (0:20) fest eingeplant, aber da auch die Konkurrentinnen aus Brest und Ljubljana noch gegen die Tschechinnen antreten und auch in ihren anderen Begegnungen punkten können, reicht allein der Sieg gegen Most kaum zum Weiterkommen. Die restlichen SG-Aufgaben sind aber enorm anspruchsvoll. Nach dem Spiel in Kristiansand kommt am 22. Januar Tabellenführer Bukarest nach Ludwigsburg, am 4. Februar geht es nach Budapest.

Der Gegner: Jahrelang dominierte Györi Audi ETO den europäischen Frauenhandball. In den letzten beiden Spielzeiten schnappte aber Kristiansand den Ungarinnen den Champions-League-Sieg weg. Der Titelverteidiger ist auch jetzt wieder auf einem guten Weg in Richtung des Final-Four-Turniers am 3. und 4. Juni in Budapest. Dafür sorgt vor allem die Heimstärke der Norwegerinnen, die zu Hause alle Spiele gewannen und ihre Gegner dabei im Schnitt mit 7,2 Toren Differenz besiegten. Bei den Vipers spielen einige der erfolgreichsten Handballerinnen der Welt. Dazu gehört Katrine Lunde. Die bereits 42-jährige Torhüterin hat alles gewonnen: Gold bei Olympischen Spielen, WM- und EM-Turnieren, dazu sechsmal die Champions League. Erste Sahne ist der Rückraum mit der russischen Linkshänderin Anna Vyakhireva, der Schwedin Jamina Roberts, der Tschechin Marketa Jerabkova, mit 71 Treffern aktuell die zweitbeste Werferin der Königsklasse, sowie Ragnhild Valle Dahl, die im Hinspiel siebenmal traf.

Die SG: Im Hinspiel sorgte Bietigheim mit dem 32:30-Sieg nach einem 24:27-Rückstand für eine Sensation. Überragend dabei Torhüterin Melinda Szikora, die mit 36 Prozent gehaltener Bälle, das Duell gegen Katrine Lunde (21 Prozent) gewann. Beim klaren 37:20-Erfolg am Mittwoch in Buxtehude zeigte sich die SG in guter Form. Auf die hofft Trainer Markus Gaugisch auch in Kristiansand: „Der Heimsieg gegen die Vipers hat gezeigt, dass nichts unmöglich ist.“  bzh

 
 
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