SG BBM Bietigheim SG schnuppert gegen Bucuresti lange an einem Punktgewinn

Von bzh
Karolina Kudlacz-Gloc (am Ball) wagte sich immer wieder dahin, wo es wehtut – hier gegen Emilie Hegh Arntzen (links) und Crina Pintea (Zweite von rechts). Foto: /Marco Wolf

Bis zur 55. Minute ist die Partie der Bietigheimerinnen gegen CSM offen, erst dann zieht der Champions-League-Spitzenreiter aus Bukarest davon und gewinnt mit 27:25.

Ein Gänsehauspiel haben die 2015 Zuschauer in der Ludwigsburger MHP-Arena bei der 25:27-Niederlage der Handballerinnen der SG BBM Bietigheim gegen CSM Bucuresti erlebt. Bis zum 23:23 in der 55. Minute stand das Match gegen den Champions-League-Spitzenreiter aus Bukarest auf Messers Schneide. In den letzten fünf Minuten leisteten sich die SG-Ladies aber zu viele Fehler und verpassten die Überraschung.

„Wir haben großartig verteidigt und gezeigt, dass wir in der Abwehr zu den besten Mannschaften der Welt zählen“, befand Karolina Kudlacz-Gloc. „Aber im entscheidenden Moment haben wir den Kopf verloren und Fehler gemacht“, haderte die in der vergangenen Woche 38 Jahre alt gewordene Polin. Bukarests Trainer Adrian Vasile bestätigte ihre Einschätzung: „Bietigheim hat es uns sehr schwer gemacht, wir haben heute richtig gelitten. Es war ein enorm aufregendes und spannendes Spiel gegen eine der stärksten europäischen Mannschaften.“

Der CSM-Coach hatte entscheidenden Verdienst am Sieg. Nach Bukarest 15:12-Pausenführung rührte die SG in der Abwehr Beton an. Der hochdekorierte CSM-Rückraum kam kaum mehr zu Torchancen und mit einem 5:1-Lauf drehten die Ellentälerinnen die Partie, führten mit 18:16. Vasile reagierte, ersetzte bei Ballbesitz seine Torhüterin durch eine zweite Kreisläuferin.

Die Sieben-zu-sechs-Überzahl spielte sein Team clever aus und holte sich beim 20:19 die Führung zurück (45.). Dabei hatte Bukarest auch Glück mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Zweimal eroberte Bietigheims Abwehr den Ball regeltechnisch korrekt, doch die slowakischen Referees schenkten CSM den Ballbesitz und damit zwei Treffer.

Zwischen der 45. und 55. Minuten wogte das Geschehen hin und her. Kim Naidzinavicius, die in der zweiten Halbzeit gute Szenen hatte, versenkte einen von Kudlacz-Gloc herausgeholten Siebenmeter zum 20:20. Die Chance zur SG-Führung ließ Kelly Dulfer liegen, die aus der eigenen Hälfte heraus das leere Gästetor verfehlte. In Sieben-zu-sechs-Überzahl brachte die französische Olympiasiegerin und Weltmeisterin Grace Zaadi Deuna ihr Team 21:20 in Front, ehe Naidzinavicius mit dem nächsten Strafwurf ausglich.

Ein von der starken Melinda Szikora gegen Cristina Neagu gehaltener Siebenmeter eröffnete Bietigheim die nächste Führungschance. Die wurde nicht genutzt. Dafür traf Bukarests 1,92 Meter große Kreisläuferin Crina Pintea doppelt. Den 21:23-Rückstand machten Trine Østergaard, die gegen ihr zukünftiges Team mit einer hundertprozentigen Wurfausbeute glänzte, und Kudlacz-Gloc wett.

55 Minuten waren beim Stand von 23:23 gespielt. Zaadi Deuna traf zum 24:23, die SG verspielte danach vier Angriffe und fiel auf 23:26 zurück. Die vierfache Welthandballerin Neagu machte den Deckel drauf, traf zum 27:23 und entschied die Partie.

Nicht nur deshalb waren die zahlreichen rumänischen Fans aus dem Häuschen. Neagu erreichte als dritte Spielerin die magische Marke von 1000 Toren in der Champions League, wurde mit lautstarken Sprechchören und zwei überdimensionalen Spruchbändern gefeiert.

 
 
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