Nach zwei Siegen zum Start in die neue Saison im Pokal gegen Pforzheim und in der Bundesliga gegen Wetzlar folgten für die SG BBM Bietigheim fünf Pflichtspielniederlagen am Stück. Vier Pleiten in der Handball-Bundesliga, dazu das Aus am vergangenen Mittwoch im DHB-Pokal gegen Zweitligist Minden sind eine Ernüchterung für das Team von Hartmut Mayerhoffer, die eigentlich gut in die Spielzeit gestartet sind. Das Üble: Die Aufgaben werden nicht leichter. An diesem Samstag steht für die Ellentäler das Auswärtsspiel beim amtierenden Meister SC Magdeburg an (20 Uhr), eine Woche später folgt das Heimspiel gegen den Meister von 2024/25, die Füchse Berlin.
SG BBM Bietigheim „Soldat“ Wiederstein im Dienst des Teams
Der Kapitän der SG BBM Bietigheim stellt seine eigenen Wünsche hinten an.
Ein dickes Brett für Kapitän Fabian Wiederstein und Co., dass es zu Bohren gilt, denn bisher spricht die Bilanz klar für den Klub aus Sachsen-Anhalt: Sechs Spiele, sechs Siege für den Meister. Während Mayerhoffer sagt, dass es gelte, weiter auf auf die eigene Leistung zu schauen und der Gegner dabei keine Rolle spiele, weiß Wiederstein genau, dass mit dem SCM nun ein ganz anderes Kaliber kommt: „Es ist ein sau schweres Spiel, Magdeburg ist eine super Mannschaft. Wir haben sicherlich keinen Ergebnisdruck, aber natürlich wollen wir mit einem guten Gefühl aus dem Spiel rausgehen.“
Nächster Ausfall für Bietigheim: Orlov muss passen
Bitter für die SG: Maxim Orlov, der gegen Minden im Pokal mit einem harten Foul aus der Luft geholt wurde und unsanft mit der Hüfte auf dem Hallenboden aufprallte, ist noch nicht einsatzbereit – ebenso auch weiterhin Jan Hrdlicka und Nico Bacani. Dennoch weiß der Aufsteiger, dass er auch mit den Top-Teams der HBL mithalten kann. Das hat Bietigheim bereits beim Heimspiel gegen den bisher noch ungeschlagenen THW Kiel vor wenigen Wochen bewiesen, als man 45 Minuten lang mit dem Rekordmeister auf Augenhöhe war.
Auch deshalb zollt der Goliath SCM dem David SG BBM Respekt. „Bietigheim konnte in Wetzlar gleich Selbstbewusstsein sammeln. Sie haben sich in ihren Spielen phasenweise gut verkauft. Ich glaube, sie haben noch das Selbstverständnis des Gewinnens, das sie aus der zweiten Liga mit hochgenommen haben und wirken eingespielt“, so Trainer Bennet Wiegert in der Pressemitteilung des Klubs. Wiederstein ist sich ebenfalls sicher: „Wir haben handballerisch alles, was wir brauchen. Wir haben natürlich eine schlechte Phase, dass die Phasen kommen werden, ist normal, das war vor der Saison abzusehen. Es zählt jetzt, dass wir gemeinsam diese Phase durchstehen.“ Dabei appelliert der Captain auch an die Mentalität des Teams, dass diese nun nicht darunter leiden darf.
Der Kapitän geht mit gutem Beispiel voran
Wiederstein, der in den vergangenen Spielzeiten unter Iker Romero hauptsächlich als Abwehrspezialist und weniger im Angriff eingesetzt wurde, erhält in dieser Saison mehr Einsatzzeiten von Mayerhoffer, teilt sich auch die Offensivarbeit mit Jonathan Fischer und kommt in den fünf Ligaspielen bisher sogar auf insgesamt rund 45 Minuten mehr Spielzeit. „Ich bin ein Soldat“, macht Wiederstein dahingehend deutlich. „Ich mache das, was die Trainer von mir möchten. Ich versuche die Rolle zu 110 Prozent anzunehmen, egal wo es ist.“ Dabei sei es dem 31-Jährigen egal, ob in der Abwehr, im Angriff oder auf der Bank. Er stellt sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft.
