SG BBM Bietigheim Strosack-Familienduell geht an Moritz und die Ellentäler

Von Niklas Braiger
Moritz Strosack und die SG BBM Bietigheim haben am Ende mehr zu Lachen als Cousin Peter Strosack (links). Foto: Marco Wolf

Nach der Länderspielpause gewinnt Bietigheim mit 31:30 gegen Dormagen. Dabei liefern sich Moritz und Peter Strosack ein besonderes Duell.

Auf den beiden Cousins Moritz und Peter Strosack liegt am Samstagabend viel Verantwortung. Moritz, Rechtsaußen der SG BBM Bietigheim, ist in der noch anhaltenden verletzungsbedingten Abwesenheit von Nico Bacani auf seiner Position auf sich alleingestellt und muss 60 Minuten lang den Flügel beackern. Peter auf der Gegenseite beim TSV Bayer Dormagen steht im direkten Positionsduell für die Gäste auf dem Parkett und führt das enorm junge Team aus dem Rheinland (kein Spieler außer ihm ist älter als 25) als Kapitän an. Am Ende entscheidet jedoch der fünf Jahre jüngere Moritz mit den Ellentälern die Partie am Samstagabend in der 2. Handball-Bundesliga für sich, die Bietigheimer gewinnen am Ende mit 31:30.

Auch die Oma mit in der Halle

„Es ist immer wieder cool. Das passiert teilweise nicht einmal an Weihnachten“, sagt Bietigheims Moritz Strosack nach der Partie. Das Duo, das ursprünglich Baden-Württemberg kommt, hat unter den insgesamt 2222 Zuschauern in der Ege-Trans-Arena auch einen kleinen Familien-Fanklub inklusive Plakat mit der Aufschrift „Moritz, wir lieben dich.“ Er erklärt: „Das ist von meiner Schwester, das wurde schon in jegliche Hallen mitgenommen.“

Dabei läuft es für die Männer in Rot anfänglich nicht nach Plan. Im ersten Familienduell nach zweieinhalb Jahren leistet sich Moritz Strosack früh seinen ersten Fehlwurf, auf der Gegenseite sind die Lücken für die Werkssieben zu groß und es steht früh 0:3 aus Sicht der SG, auch deshalb schickt Coach Iker Romero früh Tom Wolf, Jonathan Fischer und Djibril M’Bengue – die zunächst nur auf der Bank sitzen – zur Erwärmung.

Doch gegen den einstigen Angstgegner finden die Hausherren auch ohne die Hereinnahme besser in die Partie. Zwischen 2015 und 2022 hatten die Schwaben jedes Spiel gegen den TSV verloren, nach sieben Minuten wendet sich das Blatt, Nikola Vlahovic gleicht zum 3:3 aus. Da sowohl Jan Hrdlicka im SG-Kasten, wie auch sein Gegenüber Louis Oberosler heißlaufen, bleibt es in der Folge aber weiterhin eng, erst in der 15. Minute sorgt Wolf für die erste Zwei-Tore-Führung der Gastgeber, 7:5. Das wehrt jedoch nicht lang, nach unnötigen weggeschmissenen Bällen ist Dormagen durch Luca Krist schnell wieder selbst in Front, was Romero zur ersten Auszeit zwingt.

Danach berappelt sich Bietigheim aber, begrenzt die Fehleranzahl in der Offensive und geht deshalb mit 19:16 in die Kabine. Den Vorsprung hält die SG auch in Durchgang zwei erst einmal aufrecht, Hrdlicka im Tor ist nämlich weiterhin gut in der Partie, dafür fehlt im Angriff teils das Wurfglück. So nehmen die Gäste bei 20:23 aus deren Sicht 20 Minuten vor Schluss die Auszeit, Coach Julian Bauer will das Ruder noch herumreißen.

Hrdlicka wird zum Matchwinner

Doch das Vorhaben scheitert an Hrdlicka. Der Schlussmann der Schwaben sichert sich insgesamt 14 Paraden, dank ihm bleibt sein Team zwischen der 41. und 47. Minute ohne Gegentreffer. Deshalb bleibt Bietigheim auch trotz einer kürzeren Schwächephase mit 28:26 in Front (52.) und geht mit einer knappen Führung in die Schlussphase.

In der wird es sehr hektisch, beide Teams leisten sich mehrere technische Fehler in kürzester Zeit. Das spielt zwar der SG in die Karten, die kann aber zwei Mal in Form von Fischer vom Kreis die Chancen nicht ausnutzen, den Deckel drauf zu machen. So mühen sich die Ellentäler mit 31:29 in die letzten drei Spielminuten, wo die Defensive letztlich den Sack zumacht. Der letzte Abschluss der Gäste durch Vinzent Bertl rauscht über das Tor und besiegelt den 31:30-Heimsieg. „Es war ein Arbeitssieg und auch ein bisschen Glück dabei. Aber im Endeffekt sind es zwei Punkte“, resümiert Strosack nach der Partie.

 
 
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