SG BBM Bietigheim Titelverteidiger gibt Visitenkarte ab

Von bzh
Die Fußverletzung von Karolina Kudlacz-Gloc (links) sollte die Bietigheimer Rückraumspielerin nicht von einem Einsatz im Champions-League-Spitzenspiel gegen Kristiansand abhalten. Foto: /Marco Wolf

 Die SG BBM Bietigheim trifft in der Champions League auf den Sieger der Jahre 2022 und 2021 dieses Wettbewerbs, die Vipers Kristiansand. In der Gruppe A ist es das Spitzenspiel des Zweiten gegen den Ersten. 

Die größte Überraschung in der Champions League ist bisher Bietigheim, die Mannschaft mit dem besten Angriff und der besten Verteidigung im Wettbewerb“, schreibt die Europäische Handball-Föderation (EHF) auf ihrer Homepage. Die SG BBM Bietigheim hat an den ersten drei Spieltagen die meisten Treffer (114) erzielt und die wenigsten Gegentore (71) kassiert.

Nur einen Treffer (72) mehr mussten die Vipers Kristiansand aus Norwegen hinnehmen, die die Enztälerinnen am Sonntag (16 Uhr) zum Spitzenspiel der Gruppe A in der MHP-Arena in Ludwigsburg empfangen. Die SG steht mit 5:1 Punkten auf Platz zwei, Kristiansand ist mit 6:0 Zählern Spitzenreiter.

Großen Anteil an der defensiven Stabilität der Norwegerinnen hat Katrine Lunde. Die bereits 42-jährige Torhüterin hat in ihrer langen Karriere alles gewonnen und gehört immer noch zu den Besten ihres Fachs.

Deutlichkeit der Siege überrascht

Die Vipers haben in den ersten drei Spielen Brest (31:24), den RK Krim aus Ljubljana (27:21) und Odense (34:27) bezwungen. Die Deutlichkeit der Siege überraschte, da nach dem Champions-League-Triumph im Juni sechs Spielerinnen weggingen, darunter mit Isabell Gulldén und Nora Mørk zwei Weltklasse-Handballerinnen.

Der Titelverteidiger fand allerdings ausgezeichneten Ersatz. Während viele Vereine von der Verpflichtung russischer Sportler absahen, überraschten die Vipers mit dem Transfer von Anna Vyakhireva. Die Linkshänderin gewann bei den Olympischen Spielen 2016 Gold sowie 2021 Silber und wurde jeweils zur besten Spielerin gewählt. In Kristiansand bildet die zuvor für Rostow spielende 27-Jährige mit der ebenfalls neu gekommenen Schwedin Jamina Roberts und der Tschechin Markéta Jerábková eine überragende Rückraumreihe. Jerábková war 2020/21 im Trikot des Thüringer HC Bundesliga-Torschützenkönigin, wechselte zu den Vipers und wurde beim Final Four der Champions League vor vier Monaten zur besten Spielerin, dem Most Valuable Player (MVP) gekürt.

Wie Lunde und Vyakhireva gewann auch die Französin Océane Sercien-Ugolin schon Olympia-Gold. Weitere Asse im pinken Vipers-Trikot sind unter anderem die kroatische Kreisläuferin Ana Debelic sowie die Flügelflitzerinnen Jana Knedlikova (beide Tschechien) und Sunniva Næs Andersen (Norwegen), die zusammen über ein Drittel der 92 Vipers-Treffer erzielten.

Fragezeichen bei Inger Smits

„Die Norwegerinnen sind nicht umsonst zweimal Champions-League-Sieger geworden“, lobt Markus Gaugisch den Gegner aus Kristiansand. Der SG-Trainer sieht sein Team aber nicht chancenlos: „Wir müssen gut sein, dann ist auch gegen die Vipers ein Erfolg möglich.“

Bei den Bietigheimerinnen ist allerdings der Einsatz von Inger Smits (Hexenschuss) fraglich. Besser sieht es bei Karolina Kudlacz-Gloc aus, deren Fußverletzung ihrem Einsatz nicht entgegenstehen soll. bzh

 
 
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