SG BBM Bietigheim Trio bei der EM mit Minimal-Chancen

Von Niklas Braiger
Auf Martin Tomovski, Iker Romero und Jan Hrdlicka (von links) warten schwere Vorrundengruppen bei der Europameisterschaft. Foto: /Marco Wolf

Iker Romero, Jan Hrdlicka und Martin Tomovski sind beim Turnier dabei.

An diesem Donnerstag startet die Handball-Europameisterschaft der Männer in Dänemark, Schweden und Norwegen. Mit dabei ist auch ein Trio der SG BBM Bietigheim, das mit ihren jeweiligen Nationen als Spieler, beziehungsweise Trainer, um die Medaillen kämpft. Doch wie stehen eigentlich die Chancen von Martin Tomovski, Jan Hrdlicka und Iker Romero? Martin Tomovski: Der 28-jährige Torhüter ist nicht nur bei den Ellentälern aktuell erste Wahl zwischen den Pfosten, sondern auch bei der Nationalmannschaft Nordmazedoniens. Gemeinsam mit Nikola Mitrevski und Ivan Galevski bildet er das Trio im Kasten und ist zudem der einzige Spieler im Kader, der nicht in der Heimat spielt. In Gruppe B sind die Männer vom Balkan klar das drittstärkste Team hinter Dänemark und Portugal, Rumänien als viertes Team in der Vorrunde gilt es jedoch zu schlagen.

Für eines der beiden begehrten Hauptrundentickets, die jeweils den Gruppenersten und -zweiten zustehen, müsste eine Überraschung her, denn Dänemark ist seit Jahren eine Übermacht im internationalen Handball, viermaliger amtierender Weltmeister und Olympiasieger. Die Portugiesen traten hingegen erst in den letzten Jahren immer stärker auf den Plan, bei der Weltmeisterschaft vor einem Jahr standen sie überraschend – wenngleich nicht unverdient – im Halbfinale und mussten sich ebenjenen Dänen geschlagen geben. Für Tomovski und die Nordmazedonier ist ein Weiterkommen also unwahrscheinlich.

Jan Hrdlicka: Tomovskis Torhüterkollegen bei der SG BBM, Jan Hrdlicka, geht es mit Tschechien genauso. In Gruppe C spielt er in Oslo gegen Frankreich, Norwegen und die Ukraine. Auch hier sind die beiden Erstgenannten die klaren Kandidaten für die Hauptrunde. Einen Hoffnungsschimmer könnte es jedoch für den 30-Jährigen geben: Die Norweger sind stark verletzungsgeplagt. Mit Christian O’Sullivan, Harald Reinkind, Peter Øverby und Sebastian Barthold fehlen gleich vier Stars aus der Handball-Bundesliga.

Doch auch die Tschechen sind nicht sorgenfrei. Mit Vít Reichl vom Bietigheimer Ligakonkurrenten Hüttenberg fehlt kurzfristig ein Stammspieler. Hrdlicka wird sich das Tor mit dem Ex-Kieler Tomáš Mrkva teilen. Der Routinier spielt inzwischen beim SC DHfK Leipzig. Bei der WM 2025 standen beide in einer Gruppe mit Deutschland, damals bekam Mrkva mehr Spielzeit, Hrdlicka durfte aber trotzdem zwei Paraden feiern.

Iker Romero: Der spanische Trainer-Vulkan fungiert seit dieser Saison in einer Doppelrolle. Nicht nur ist er weiterhin am Ziel des Aufstiegs mit der SG BBM dran, er will auch das Nationalteam von Österreich aus der Vorrundengruppe in die Hauptrunde coachen. Seit dem 2. Januar ist Romero mit der Auswahl unterwegs, an diesem Donnerstag geht es um 20.30 Uhr auch gleich für ihn und seine Männer los, Gegner ist Deutschland.

Die Gruppenkonstellation hätte für Romero persönlich wohl nicht besser ausfallen können. Zu Serbien hat er zwar kaum Bezug, dafür passen Deutschland und Spanien als restliche Gegner wie die Faust aufs Auge. Die Iberer sind selbsterklärend, mit ihnen wurde der Coach selbst 2005, damals noch als Weltklasse-Spieler, Weltmeister und stand 2006 bei der EM im All-Star-Team. Mit Deutschland trifft er zudem auf seine zweite Heimat: Vier Jahre lang spielte Romero bei den Füchsen Berlin, wurde dort DHB-Pokal- und EHF-Cup-Sieger und hat als Zeichen der Würdigung sein Trikot 2015 unter die Hallendecke gehängt bekommen. 2017 wurde er Co-Trainer des TSV Hannover-Burgdorf und schloss sich 2021 den Ellentälern als Chefcoach an.

In Vorrundengruppe A ist auch Österreich das auf dem Papier drittstärkste Team, hat aber in der Vergangenheit bewiesen, dass es auch die großen Namen ärgern kann. Ein Hauptrundeneinzug wäre also zwar überraschend, jedoch wahrscheinlicher als bei Tomovski und Hrdlicka.

 
 
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