SG BBM Bietigheim Überraschungscoup in Rumänien

Von bzh
Weltklasse-Spielerinnen unter sich: Xenia Smits (Mitte) tankt sich am Kreis von CSM Bukarest gegen Emilie Hegh Arntzen (links) und Malin Larsen Aune durch. Foto: Imago//Razvan Pasarica/Sport Pictures

Die SG BBM holt bei CSM Bukarest ein Remis und bleibt in der Champions League ungeschlagen.

Die SG BBM Bietigheim sorgt in der Champions League weiterhin für Furore. Das 28:28-Remis bei CSM Bukarest hatten den SG-Ladies nicht viele zugetraut. Damit endete zwar die Siegesserie nach 58 Spielen, aber das störte Trainer Markus Gaugisch überhaupt nicht. „Die Serie ist mir so was von egal. Was zählt, ist der Punkt, den wir mitgebracht haben. Wir sind weiter ungeschlagen und belegen in der Champions League Platz zwei hinter Titelverteidiger Kristiansand. Darauf können wir stolz sein.“

Beinahe hätte die SG BBM aus der rumänischen Hauptstadt sogar einen Sieg mitgebracht. Das verhinderte Malin Larsen Aune, die fünf Sekunden vor dem Abpfiff mit einem Treffer von Rechtsaußen das Remis für Bukarest rettete. Zuvor dominierte Bietigheim meist die Partie In der ersten Hälfte hatte der deutsche Meister den hochgelobten CSM-Angriff gut im Griff, wurde nach 17 Minuten mit einer 11:7-Führung belohnt.

Vier Treffer lag das Viadukt-Team auch beim 17:13 kurz nach dem Wechsel vorn. „Bis dahin ist unser Matchplan total aufgegangen“, freute sich Gaugisch über den Vier-Tore-Vorsprung.

Als Spielverderberin entpuppte sich Crina Elena Pintea. Die 1,92 Meter große und 85 Kilogramm schwere Kreisläuferin wurde im zweiten Durchgang verstärkt vom CSM-Angriff gesucht und war von der SG-Deckung nicht zu kontrollieren. Pintea erzielte sechs Treffer, holte Zeitstrafen und Strafwürfe heraus. Mit einem 7:1-Lauf innerhalb von sechs Minuten kippte Bukarest das Spiel, führte 20:18. Auch das 23:21 in der 44. Minute war Pinteas Werk.

Bietigheim steckte das kurze Tief weg, baute auf großen Einsatz und überragende Paraden der eingewechselten Torhüterin Melinda Szikora. Mit einem Dreierpack zum 24:23 holten Veronika Malá, Trine Østergaard und Karolina Kudlacz-Gloc die Führung zurück. Dem 24:24-Ausgleich der viermaligen Welthandballerin Cristina Neagu setzten Kim Naidzinavicius per Siebenmeter und „Karo“ Kudlacz-Gloc zwei SG-Treffer zum 26:24 entgegen.

Da die Ellentälerinnen auch beim 28:26 nach 58 Minuten noch zwei Tore plus hatten, schien ein Überraschungscoup greifbar nah. Bukarests Ausnahmeteam reagierte mit einer offensiven Deckung gegen Inger Smits. Trotz einer Auszeit von Gaugisch fand die SG dagegen kein Mittel, leistete sich Ballverluste und musste nach tollem Kampf mit einem Punkt zufrieden sein. „Es war eines der besten Spiele, die ich in letzter Zeit gesehen habe“, meinte CSM-Coach Adrian Vasile nach dem spannenden Duell. „Bietigheim hat ein tolles Team, das wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert. Dass wir zurückgekommen sind, ist auch ein Verdienst unserer Fans.“

In der Champions-League-Tabelle liegt Titelverteidiger Vipers Kristiansand (6:0 Punkte) vor Bietigheim und CSM Bukarest (je 5:1). Auf die Vipers trifft die SG im nächsten Spiel am Sonntag, 9. Oktober, in Ludwigsburg.  bzh

 
 
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