SG BBM Bietigheim Vestergaard-Sieben mit desolater zweiter Halbzeit

Von Niklas Braiger
Antje Döll zeigt mit ihren sechs Treffern zwar eine gute Leistung, am Ende reicht es gegen Brest aber nicht. Foto: /Marco Wolf

Trotz einer Führung zur Pause geben die Ellentälerinnen die zwei Punkte aus der Hand.

Bereits in den Champions-Legaue-Duellen gegen Odense und Györ zeigte die SG BBM Bietigheim eine gute Leistung in der ersten Halbzeit, brach dann aber im zweiten Durchgang ein. Beim Sieg in der Handball-Königsklasse in der vergangenen Woche gegen IK Sävehof drehte sich der Spieß um und die Ellentälerinnen drehten das Spiel am Ende. Doch im Match gegen Brest Bretagne fällt das Team von Jakob Vestergaard wieder in die alte Gewohnheit zurück und verliert trotz einer 17:13-Halbzeitführung mit 30:37.

„In der zweiten Halbzeit, das geht nicht. Wir bekommen 24 Tore gegen uns, das sind zu viele“, bemängelt der Däne nach der Partie und ergänzt: „Wir machen im Angriff zu viele Fehler, dadurch ist Brest zu einfachen Kontern gekommen.“ In Durchgang eins entwickelt sich ein enges Spiel, in dem die SG tendenziell die Oberhand behält. Kelly Dulfer und Antje Döll – die mit sechs Toren die beste Schützin der Schwaben ist – sorgen nach gut 20 Minuten fast im Alleingang dafür, dass die Gäste sich auf 9:8 auf 14:9 absetzen. Auch bis zur Pause hat der Vorsprung bestand.

Starke Torhüterinnen erst auf der einen, dann auf der anderen Seite

Doch dann wendet sich das Blatt. Keeperin Gabriela Moreschi, die in den ersten 30 Minuten noch über ein Drittel der Würfe pariert, bekommt kaum mehr eine Hand an die Würfe, ihr Pendant Julie Foggea auf der Gegenseite bringt die SG dagegen teilweise zur Verzweiflung. Zwischen der 46. und 52. Minute bleiben die Gäste ohne eigenen Torerfolg, was auch dem geschuldet ist, dass einige strittige Entscheidungen der Unparteiischen nicht zu Gunsten der Bietigheimerinnen gepfiffen werden.

Auch defensiv klappt mittlerweile wenig. Valeriia Maslova – der Vestergaard nach dem Spiel Respekt für ihre Leistung zollt – läuft heiß und erzielt acht ihrer neun Treffer im zweiten Durchgang. Dadurch drehen die Gastgeberinnen den 19:23-Rückstand in einen 30:25-Vorsprung. 24 Gegentore in einer Halbzeit gab es für die SG bislang nur ein Mal in der laufenden Spielzeit: Bei der 29:42-Klatsche in Odense. „Wir müssen das jetzt analysieren. Damit haben wir gerade angefangen“, erklärt der Coach während der Heimreise.

Trotz dieser Niederlage hat seine Mannschaft noch eine Chance auf Platz drei in der Champions-league-Gruppe A. Denn sowohl Brest, als auch der CSM Bucuresti müssen noch gegen die Topteams aus Györ und Odense ran. „Das wollen wir nutzen. Debrecen wird ein wichtiges Spiel, wo wir zwei Punkte gewinnen möchten“, sagt Vestergaard im Hinblick auf das nächste Duell in der Königsklasse gegen den DVSC Schaeffler. Bis dahin sind es allerdings noch zwei Wochen, davor wird er noch in der Bundesliga von der HSG Blomberg-Lippe gefordert. Niklas Braiger

 
 
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