SG BBM Bietigheim Vom Nachtregen ins Urlaubsfeeling bei der Anreise zum Final Four

Von Niklas Braiger
Die SG-Besatzung um (von links) Pascal Elser, Kelly Dulfer, Gabriela Moreschi, Jenny Behrend und Antje Döll kommt sicher am Budapester Flughafen an. Foto: Marco Wolf

Beim Einsteigen in das Flugzeug von Stuttgart nach Budapest ist das Wetter grau, kalt und nass. Beim Aussteigen in Ungarn hingegen sonnig und warm.

Man könnte eine Stecknadel fallen hören, so leise ist es im Bus der SG BBM Bietigheim auf der Fahrt von der Halle am Viadukt zum Flughafen in Stuttgart. Morgens um kurz nach vier wünscht sich wohl die ein oder andere Spielerin ihr Bett zurück, manche holen ihren Schlaf auf der Fahrt tatsächlich nach. Nicht aber die Dänin Anne With Johansen. „Es war schwer aufzustehen, aber die Vorfreude überwiegt die Müdigkeit. Ich war zwar müde, aber auch aufgeregt“, erzählt die 20-Jährige.

Es ist der erste Abschnitt auf der Hinreise zum Champions-League-Final-Four in Budapest für die Handballerinnen aus dem Ellental. Am Donnerstag geht es für sie bereits zum Finalturnier in der Königsklasse. Denn bereits zwei Tage vor dem Halbfinale am Samstag (18 Uhr) gegen Metz ist einiges zu tun. Schon im Vorfeld geht es für die Spielerinnen zum Training und für die Verantwortlichen zu zahlreichen Meetings und Besprechungen mit der European Handball Federation (EHF).

Kudlacz-Gloc im Joghurt-Stress

Der Weg zum Flughafen ist ungemütlich. Dauerregen, nasse Straßen und schlechte Sicht sind angesagt. Als Anna-Christina Burghardt dann auch noch zum Abfahrtszeitpunkt fehlt, gehen etwa Kapitänin Xenia Smits oder Teammanager Felix Bauer vom schlimmsten aus: Am Ende stellt sich aber heraus: Die Physiotherapeutin hat nur verschlafen.

Am Flughafen angekommen wird die Stimmung nicht unbedingt besser. Fragende Gesichter und die Aussage, „Wo müssen wir hin?“, macht sich breit. Und dann gibt es auch noch Stress beim Security-Check. Da Karolina Kudlacz-Gloc einen selbst gemachten Fruchtjoghurt in ihrem Handgepäck hat, schlägt der Sicherheitsdienst Alarm. Am Ende muss sie die Dose mitsamt Inhalt im Ländle zurücklassen – ganz zu ihrem Unmut.

Doch ansonsten verläuft alles reibungslos. Alle Spielerinnen und das Trainerteam finden das richtige Gate. Auch im Flieger hat jede ihren Platz. Und das Flugzeug landet auch in Budapest. „Das Wichtigste ist, dass alle da sind, und jeder sein Gepäck hat“, sagt Trainer Jakob Vestergaard – und das ist der Fall.

Aus dem Flughafen raus erwartet das Team nicht nur herrlicher Sonnenschein und ein Hauch von Urlaub, ganz im Gegensatz zum verregneten Deutschland, wo sich die Spielerinnen drei Stunden vorher noch durch die Nässe quälen mussten, sondern auch der Mannschaftsbus. Mit personalisiertem Design, einem großen goldenen „EHF Final4 2024“-Schriftzug auf der Front des Busses, bringt er die Mannschaft zum Staunen.

Hotel mitten in der Stadt

Auch das Hotel kann sich sehen lassen. Auf der Margareteninsel – mitten in der Donau im Kern der Stadt – befindet sich die Unterkunft der SG und der anderen drei Final-Four-Teilnehmer Györ, Esbjerg und Metz. Diesen Luxus können die Spielerinnen nutzen, um den verpassten Schlaf nachzuholen, denn am Donnerstag steht bis zum Nachmittag nichts an. „Wir haben ab 9 Uhr das Frühstück und dann erst wieder das Mittagessen“, berichtet Teammanager Bauer. Erst am frühen Abend steht ein Training an. Davor haben die Bietigheimerinnen noch Zeit, sich auf der Terrasse des Hotels einen Kaffee zu gönnen und sich locker zu unterhalten – Anspannung vor dem großen Turnier ist nicht spürbar.

 
 
- Anzeige -