SG BBM Bietigheim Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk

Von bzh
Bietigheims Dominik Claus (von links) und Kiels Rune Dahmke standen sich schon in der Saison im Duell SG BBM gegen THW gegenüber. Foto: /Marco Wolf

Die SG BBM Bietigheim empfängt im Achtelfinale des DHB-Pokals den Deutschen Rekordmeister und Rekordpokalsieger THW Kiel. Nach der Partie wird Eigengewächs Patrick Rentschler verabschiedet.

Vorgezogene Bescherung für die Fans der Handballer der SG BBM Bietigheim. Der Deutsche Rekordmeister und Rekordpokalsieger THW Kiel gastiert an diesem Donnerstag im Achtelfinale des DHB-Pokals bei der SG BBM. Anwurf in der EgeTrans-Arena ist um 19.30 Uhr.

Angesichts der klaren Favoritenstellung des THW muss die Floskel her: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, und in einem Spiel ist alles möglich. Darauf hofft auch die SG. Deshalb haben die Bietigheimer in den vergangenen Tagen viele Videos geschaut und dabei auch gesehen, wie die „Zebras“ zu schlagen sind. Am Samstag verlor Kiel das Prestige-Derby beim Nordrivalen Flensburg-Handewitt und damit die Tabellenführung in der Bundesliga. „In Bietigheim wollen wir alles besser machen“, kündigt Domagoj Duvnjak auf der THW-Homepage an. Und Kapitän Patrick Wiencek ergänzt: „Für Bietigheim ist es vermutlich das Spiel des Jahres. Deshalb müssen wir komplett fokussiert in die Begegnung gehen.“

Bereits am Mittwoch flog das Starensemble um Niklas Landin, Sander Sagosen und Niclas Ekberg von Hamburg nach Stuttgart. Mit an Bord war auch Rune Dahmke. Der verbindet mit der EgeTrans-Arena eine besondere Erinnerung. Im September 2014 erzielte der Linksaußen an der Enz sein erstes Bundesligator.

Mit dabei war damals auf Bietigheimer Seite bereits Christian Schäfer, der bei der 25:37-Heimniederlage gegen Kiel auf vier Treffer kam. Auch die folgenden drei Vergleiche verlor die SG im Oberhaus deutlich. Am 34-jährigen Schäfer, der am vergangenen Samstag sein 375. Ligaspiel für Bietigheim absolvierte, lag es nicht. Nach dem zweiten Bundesliga-Aufstieg der Ellentäler legte er den Weltklassetorhütern Niklas Landin und Andreas Wolff in der Saison 2018/19 beim 20:34 an der Ostsee acht Eier ins Netz. Im Rückspiel (21:32) glückten ihm sechs Buden. Eine starke Ausbeute. „Der THW ist die Handballmannschaft in Deutschland“, erklärt der Linkshänder. „Deshalb freuen sich alle darauf, gegen Kiel spielen zu dürfen.“

Verabschiedet wird nach der Partie Patrick Rentschler. Bietigheims Urgestein muss wegen einer Knieverletzung seine Karriere beenden. „Das zu verkraften, dauert eine Weile. Ich brauche daher etwas Abstand vom Handball“, erklärt der Kreisläufer. An sein erstes Ligaspiel erinnert sich der 32-Jährige noch gut. „2010 war’s, gegen Tuspo Obernburg. Damals spielte ich noch im Rückraum, erzielte sogar ein Kempa-Tor“. Die Bundesliga-Aufstiege 2014 und 2018 sind Höhepunkte einer tollen Karriere. „Er entwickelte sich vom Talent zu einem absoluten Leistungsträger in Angriff und Abwehr“, lobt der ehemalige SG-Trainer Hartmut Mayerhofer, bis vor vier Wochen Coach von Bundesligist Frisch Auf Göppingen. „Als Kapitän trug ‚Pagge‘ maßgeblich zu unserem zweiten Aufstieg 2018 in die Bundesliga bei.“

Gegen Kiel wird Rentschler nicht nur wegen der anstehenden Ehrung in der Halle sein. „Gegen den THW – das waren immer besondere Spiele“, erklärt er mit leuchtenden Augen. „Die Mannschaft kannte man doch sonst nur aus dem Fernsehen.“

Am Donnerstagabend ist der THW Kiel live zu erleben. Durch zusätzliche Sitzplätze können mehr als 4000 Fans in der EgeTrans-Arena dabei sein. Wer kein Ticket mehr bekommt, kann die Partie im kostenpflichtigen Livestream von sportdeutschland.tv anschauen.  bzh

 
 
- Anzeige -