SG BBM Bietigheim Zuversicht trotz stotternder Rückraum-Maschinerie

Von Niklas Braiger
Dominik Claus (am Ball) hat bisher seine Schwierigkeiten, sich gegen die gegnerischen Defensiven durchzusetzen. Doch nicht nur ihm geht das so, seine Rückraum-Kollegen tun sich ebenfalls noch schwer. Foto: Marco Wolf

Gegen Nordhorn sollen nach einem harten Kampf unter der Woche am Sonntag (18 Uhr) wieder zwei Punkte her. Dafür soll auch der Rückraum der SG wieder funktionieren.

Nach einem Kraftakt unter der Woche beim 27:22-Auswärtssieg in Coburg muss die SG BBM Bietigheim schnell wieder die Akkus aufladen. Denn an diesem Sonntag (18 Uhr) steht direkt die nächste schwere Aufgabe vor der Sieben von Iker Romero. Dann will der aktuelle Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga gegen die HSG Nordhorn-Lingen den Spitzenplatz verteidigen.

Defensive im Vordergrund

Dafür braucht es aber sicherlich eine Leistungssteigerung, im Vergleich zur Partie am Mittwoch. Denn gegen Coburg tat sich die SG 40 Minuten lang schwer und profitierte am Ende von einer überragenden Abwehrleistung und dem gewohnt schnellen Umschaltspiel. Positiv hierbei waren zwar die gezeigte Moral und die insgesamt 13 forcierten Ballverluste. Doch gibt der Positionsangriff Grund zur Sorge.

Aus dem sind die Ellentäler nämlich bisher zumeist zu harmlos. Neuzugang Djibril M’Bengue kann noch nicht an seine Durchschlagskraft aus der Vorsaison anknüpfen, als er den Bergischen HC zum Titel schoss, er hat sich bisher mehr Fehlwürfe erlaubt (44) als Tore erzielt (43). Tom Wolf (Wurfquote 2/6 im letzten Spiel), und Dominik Claus (4/7) tun sich ebenfalls schwer und können nur phasenweise Akzente setzen. Immerhin Juan de la Peña zeigte gegen den HSC unter der Woche eine Gala mit sieben Toren bei acht Versuchen. Fynn Nicolaus fehlte in Oberfranken krankheitsbedingt, ist nun aber wohl wieder fit. Auch Youngster Alen Hadzimuhamedovic hat verständlicherweise noch Anlaufprobleme in seiner ersten vollen Profi-Saison.

Ein Lichtblick ist aber Neuzugang Maxim Orlov. In den Auftaktpartien für den aus Hannover ausgeliehenen Halblinken lief es direkt gut, je fünf Tore netzte er gegen Dresden und Lübeck. Doch seitdem ist auch bei ihm nun Sand im Getriebe, gegen Lübbecke und zuletzt Coburg blieb er weitestgehend glücklos und traf in beiden Partien nur ein Mal bei fünf Versuchen. Dennoch ist seine Präsenz spürbar: Der 23-Jährige bringt frischen Wind und neue kreative Ideen für den bis dato oftmals eindimensional wirkenden Positionsangriff der Schwaben.

Fischer und Strosack als Ausreißer

Bezeichnend dafür ist ein Blick in die Statistik: Unter den 20 Besten Werfern aus dem Feld finden sich im ligaweiten Vergleich nur zwei Spieler, die nicht im Rückraum unterwegs sind. Das sind auf Rang zwei SG-Kreisläufer Jonathan Fischer mit 102 Feldtoren und auf Rang 18 SG-Außen Moritz Strosack mit 79 Treffern aus dem Spiel heraus. Bietigheim ist somit nahezu der einzige Verein, der nicht auf die Kraft von den Halb-Positionen baut.

Mit diesem System läuft es bei Strosack dafür aktuell immerhin gut. Er hat mit 78,22 Prozent die beste Wurfquote des Teams. Gerade über die schnellen Ballgewinne und Steals und die daraus resultierenden Gegenstöße kommt der 26-Jährige immer wieder zu den einfachen Toren. Das ist auch sein Matchplan gegen die HSG: „Für uns wird entscheidend sein, über unsere Torhüter und eine stabile Abwehr ins Tempo zu kommen. Wenn wir das schaffen, wird es sehr schwer gegen uns zu bestehen.“

Bandlow enorm gefährlich

Dabei muss die SG-Deckung vor allem auf einen Spieler aufpassen, der den Bietigheimern im aktuellen Kader wahrscheinlich sehr gut tun würde: Frieder Bandlow. Der Rückraumspieler ist mit 132 Treffern der zweitbeste Schütze der gesamten Liga, wenn man Feld- und Siebenmeter-Tore zusammenrechnet. „Nordhorn ist eine super Mannschaft mit vielen individuell starken Spielern wie beispielsweise Frieder Bandlow, der eine sehr starke Saison spielt“, weiß auch Strosack, der vor dem gebürtigen Ulmer warnt.

 
 
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