SG BBM Bietigheim Zweitliga-Nachwuchs nimmt Magdeburg als erstes Team einen Zähler ab

Von Michael Nachreiner
Die Rückraumspieler der SG BBM – hier David Selinka (rechts) – suchten immer wieder erfolgreich die Eins-gegen-eins-Situationen gegen die Magdeburger. Foto: /Oliver Bürkle

Die A-Jugend der SG BBM Bietigheim holt ein 35:35-Unentschieden gegen den SCM und fügt dem Team von der Elbe den ersten Minuspunkt in der Meisterrunde zu.

Die A-Jugend-Handballer der SG BBM Bietigheim haben in der Bundesliga-Meisterrunde ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Mannschaft der Trainer Sebastià Salvat und Costica Neagu holte gegen den bis dahin noch verlustpunktfreien SC Magdeburg ein 35:35 (15:17)-Unentschieden. „Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs. Obwohl wir auf Conrad Schmitt verzichten mussten, der am Sprunggelenk verletzt ist, holen wir in den letzten Minuten in Unterzahl einen Punkt. Die Magdeburger trainieren bis zu achtmal pro Woche, und einige spielen auch in der Dritten Liga. Wir haben dagegen einen Kader, in dem hauptsächlich Spieler des jüngeren Jahrgangs“, erklärt Salvat und ergänzt: „Magdeburg ist nach Zählern in Deutschland derzeit die beste Mannschaft. Der SCM hat in der Meisterrunde nur einen Minuspunkt.“

SG mit Chance auf Sieg

Die Bietigheimer hatten sogar die Chance, beide Punkte an Enz und Metter zu behalten. Paul Krügele, der 2:16 Minuten vor dem Ende eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert hatte, fing einen Tempogegenstoß der Magdeburger ab, als er wieder auf die Platte zurückkam. „Das war eine Punktlandung mit der Zwei-Minuten-Strafe. Und der Torwart sah mich nicht, als ich von der Bank kam“, berichtet der Linksaußen der SG.

Im Gegenzug wurden die Gastgeber zwar gefoult. Doch ihnen blieben vier Sekunden für einen letzten Wurf. Jeder in der Halle erwartete einen Wurf aus dem Rückraum von Alen Hadzimuhamedovic, David Gysin oder David Selinka. Doch Hadzimuhamedovic spielte den Ball zu Rechtsaußen Jan Kägler, der auch frei zum Wurf kam. Doch das Spielgerät hatte beim Ertönen der Schlusssirene noch nicht einmal seine Hand verlassen. Das Tor zählte nicht mehr. „Ein Spiel dauert halt 3600 Sekunden. Eine Sekunde zu viel, ist eine Sekunde zu viel“, nimmt Salvat die Situation gelassen.

Dreimal liefen die Gastgeber in den 60 Minuten zuvor Gefahr den Anschluss zu verlieren – gleich zu Beginn, als der SCM auf 7:4 davonzog (11.), in der Schlussphase der ersten Halbzeit, als sich die Gäste auf 16:13 absetzten (28.), sowie direkt nach dem Seitenwechsel, als die Magdeburger mit zwei schnellen Treffern auf 19:15 erhöhten (33.). Doch die Bietigheimer kamen immer wieder zurück. Beim 20:19 übernahmen sie erstmals die Führung (37.) – und legten von da an immer wieder vor. Beim 33:30 hatten sie sich sogar etwas abgesetzt (54.). Zum Sieg reichte es allerdings nicht.

Überragender SCM-Rechtsaußen

Vor allem SCM-Rechtsaußen Jordan Hammer, mit zehn Toren hinter Hadzimuhamedovic (12) zweitbester Schütze der Partie, bekamen die Gastgeber nicht unter Kontrolle. „Vor dem Spiel haben wir mit unseren Torhütern entschieden, er solle werfen. Als er dann mit Drei von Drei oder Vier von Vier angefangen hatte, wollte ich ihn nicht mehr werfen lassen. Aber die Magdeburger haben das auch immer überragend gemacht, ihn freizuspielen“, berichtet Salvat.

Durch das Unentschieden gegen Magdeburg und jetzt 7:5 Punkten verteidigten die Bietigheimer Platz drei in der Tabelle vor der TPSG Frisch Auf Göppingen, dem TSV Bayer Dormagen und dem HC Empor Rostock (alle 6:6) und bleiben weiter auf Kurs Viertelfinale. Salvat hält aber den Ball flach. „Wir haben noch ein Spiel in der Hinrunde und dann die gesamte Rückrunde zu bestreiten. Wir wollen nicht übertreiben“, erklärt der SG-Coach.

SG BBM Bietigheim: Sauer, Stuible; Köhler (2), Mayerhofer (1), Krügele (4), Selinka (6), Pils (1), Hadzimuhamedovic (12/5), Carreño (3), Kägler, Gysin (6), Weber, Schindler, Schmitt.

 
 
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