SG BBM fährt zum Topspiel nach Thüringen Beim alten Rivalen steht Platz eins auf dem Spiel

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Julia Maidhof (beim Wurf) und die SG BBM treffen am Mittwochabend auf ihren bisher happigsten Gegner in der noch jungen Saison – den Thüringer HC. Beide Teams sind noch ungeschlagen. ⇥ Foto: Marco Wolf

Die SG BBM Bietigheim tritt beim Thüringer HC zum Erstliga-Topspiel an. THC-Trainer Müller schwärmt vom Gegner, dem er auch die Favoritenrolle zuschiebt.

Duelle zwischen dem Thüringer HC und der SG BBM Bietigheim waren in den letzten Jahren stets das Salz in der Bundesliga-Suppe – genau wie an diesem Mittwoch. Ab 19.30 Uhr geht es in Bad Langensalza zwischen dem THC (7:1 Punkte) und Bietigheim (8:0) um die Tabellenführung.

Die bisher dominante Rolle des Viadukt-Teams war zu erwarten gewesen. Die starken Auftritte des THC nicht unbedingt. Immerhin wurde fast die gesamte Thüringer Mannschaft ausgetauscht: Neun Spielerinnen, darunter mit Markéta Jeřábková die Torschützenkönigin der letzten Saison, gingen, elf Neuzugänge mussten integriert werden. „Dafür brauchst du Zeit, die du aber nicht hast“, beschreibt THC-Coach Herbert Müller die Herausforderung. „Wir haben daher den Fokus zunächst auf die Abwehr gelegt, um zumindest eine gute Basis zu haben.“ Das funktionierte. Zuletzt gewann der THC in Blomberg 32:29, davor wurde Metzingen 31:23 geschlagen.

„Beide Spiele waren sehr gut“, freut sich Müller, der die Favoritenrolle jetzt aber gern der SG zuschiebt. „Da sind so viele Top-Spielerinnen versammelt. Alle wollen spielen, keine kann sich ein Nachlassen erlauben, wenn sie nicht ihren Platz riskieren will“, lobt er Bietigheims Kader. „Gut möglich, dass die SG ohne Punktverlust durch die Saison kommt und wieder Pokalsieger wird.“

Bietigheim tut gut daran, sich von diesen Prognosen nicht einlullen lassen, denn keiner hat in den letzten Jahren so oft gegen die SG gewonnen wie Müller. Sein Hintertürchen: „Über die Saison ist niemand besser als Bietigheim, aber in einem Spiel ist immer alles möglich. Um die Überraschung zu schaffen, müssen wir über uns hinauswachsen, brauchen Emotionen, Kampfgeist, Wille und den Glauben an unsere eigene Stärke.“

Kim Braun steht im THC-Kader

Unter den elf Neuzugängen, die der 49-jährige Mathematikdozent zum THC holte, ist mit Kim Braun eine ehemalige Bietigheimerin. Die Linksaußen hat bisher wegen ihrer Fußverletzung nicht gespielt. Bereits eine feste Größe ist dagegen Labrina Tsakalou. Die griechische Rückraumspielerin hat 22 Treffer auf dem Konto. SG-Trainer Markus Gaugisch lobt ihre „individuelle Stärke“, für Herbert Müller war sie beim Sieg in Blomberg „die Spielerin, die den Unterschied ausmachte“. Stark präsentiert haben sich auch weitere Neuzugänge wie die tschechische Rechtsaußen Dominika Zachova, die aus Metzingen zurückgekehrte Südtirolerin Annika Niederwieser und die routinierte, aus Bad Wildungen geholte Linksaußen Miranda Schmidt-Robben. Markus Gaugisch, der in seinem ersten SG-Jahr nicht gegen den THC gewinnen konnte (29:29, 30:33) richtet sein Augenmerk zudem auf die Schweizer Spielmacherin Kerstin Kündig, die in der letzten Saison zum Schreckgespenst seiner Abwehr wurde.

Bei Bietigheim ist der Einsatz von Karolina Kudlacz-Gloc und Inger Smits fraglich. An der Zielsetzung ändert das nichts. Ein Sieg soll her! Linkshänderin Julia Maidhof gibt die Richtung vor: „Wir müssen die Leichtigkeit im Angriff, diese Spiellust, mit der wir kreative Lösungen finden, aus dem letzten Spiel mitnehmen und in der Abwehr noch härter zupacken.“

Info Das Spiel ist bei sportdeutschland.tv im Livestream zu sehen.

 
 
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