SG BBM fordert das beste Team der Welt heraus Nicht nur den roten Teppich ausrollen

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Welthandballerin Stine Bredal Oftedal ist der Superstar unter den Stars von Györi Audi ETO. ⇥ Foto: CARL SANDIN via www.imago-images.de

Die SG BBM fordert im Champions-League-Achtelfinale mit Györ die  beste Mannschaft der Welt heraus.

Mehr Glück als Punkte: In der Champions League der Frauen war die SG BBM Bietigheim nach nur drei Zählern in zwölf Vorrundenspielen schon ausgeschieden. Eine Corona-bedingte Modusänderung hievte den Bundesliga-Zweiten dann aber doch noch ins Achtelfinale. Dort wartet eine nahezu unlösbare Aufgabe: Am Sonntag (14 Uhr/Live im Internet auf EHF TV) kommt mit Györi Audi ETO die weltbeste Mannschaft in die Ludwigsburger MHP Arena. „Für uns ist Györ ein Geschenk“, freut sich Markus Gaugisch. Ergänzend fügt der SG-Trainer hinzu: „Für Györ ist das Spiel gegen uns eher eine Strafe.“ Als Vorrunden-Gruppensieger war der Titelverteidiger automatisch fürs Viertelfinale qualifiziert, muss aber jetzt durch die Modusänderung schon im Achtelfinale ran.

Den roten Teppich will Gaugisch für die Gäste nicht ausrollen. „Es wäre fatal, mit zu viel Respekt ins Spiel zu gehen. Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir dem arrivierten Gegner in die Parade fahren.“ Seine klare Forderung ans Team: „Es geht nicht darum, in diesem Spiel zu Freundinnen der Superstars zu werden. Wichtiger ist, die Mannschaft zu sein, die den Stars die Lust am Spiel nimmt.“

Østergaard kehrt in Kader zurück

Zur Spaßbremse für Györ soll auch Trine Østergaard werden. Nach vier Wochen Pause sind von der Dänin keine Wunderdinge zu erwarten, aber sie kann zur Entlastung von Amelie Berger beitragen. Die war in den letzten Spielen auf Rechtsaußen oft Alleinunterhalterin. Berger machte das glänzend, musste aber angesichts der englischen Wochen sehr viele Körner investieren und kann Verschnaufpausen gut brauchen.

Fünfmal haben die Eto’s, wie Györs Überfliegerinnen in Ungarn kurz genannt werden, zwischen 2013 und 2019 die Champions League gewonnen, zuletzt dreimal in Serie. Seit drei Jahren ist das vom norwegischen Wirbelwind Stine Bredal Oftedal angeführte Team in der Königsklasse ungeschlagen, blieb dabei sensationelle 51 Mal unbesiegt.

„Es gibt kein Geheimnis, es steckt nur eines dahinter: viel Arbeit“, sagt Györs Präsident Dr. Csaba Bartha über den Erfolg. Zur Arbeit gehört die Akquise der nötigen Finanzmittel. Dank der in Györ gezahlten Top-Gehälter kommen Weltklassespielerinnen gerne in die 130 Kilometer südöstlich von Wien gelegene Stadt. Für alle Fälle haben sich die Eto’s rechtzeitig vor den Duellen mit Bietigheim auch des himmlischen Beistands versichert und einen Sponsoringvertrag mit den Mineralwasser produzierenden Benediktinern der Erzabtei von Pannonhalma abgeschlossen.

Entscheidend ist aber bekanntlich auf dem Platz und da verfügt Györ über mehr Weltklassespielerinnen als jede andere Mannschaft. Dazu zählen unter anderem mit der Ungarin Anita Görbicz und der Brasilianerin Eduarda Idalina Amorim Taleska zwei ehemalige Welthandballerinnen, die bei allen fünf Champions League-Siegen dabei waren. Die aktuelle Welthandballerin heißt Stine Bredal Oftedal und trägt natürlich auch das grün-weiße Györ-Trikot. Die Freundin des Kieler Bundesligaspielers Rune Dahmke versteht sich nahezu blind mit Kreisläuferin Kari Brattset-Dale und Rückraumwerferin Torjägerin Veronica Kristiansen, die mit 65 Toren Györs beste Werferin in der Königsklasse ist.

Nur einen Treffer weniger hat Estelle Nze Minko auf ihrem Konto. Die Französin wurde bei der EM 2020 zur MVP, der wertvollsten Spielerin des Turniers, gekürt. „Was da an individueller Qualität auf der Platte steht, ist Wahnsinn“, hebt Gaugisch hervor und staunt: „Egal wer bei Györ den Ball hat, es geht megaschnell nach vorne. Dieses Tempospiel müssen wir unterbinden.“

 
 
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