SG BBM verliert auch in Slowenien In Europa weiter nur ein Punktelieferant

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Bietigheimer Champions-League-Frust: So wie hier nach dem Heimspiel in Ludwigsburg gegen Rostov- Don haben sich die Handballerinnen der SG BBM am Samstag auch in Slowenien gefühlt. Trotz einer starken ersten Hälfte gingen sie am Ende wieder mal leer aus. ⇥ Foto: Marco Wolf via www.imago-images.de

Die SG BBM verliert auch ihr fünftes Gruppenspiel in der Champions League beim RK Krim Mercator mit 26:28 – trotz einer zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Führung.

Fünftes Spiel in der Champions League, fünfte Niederlage – die Pleitenserie der SG BBM Bietigheim in der europäischen Königsklasse hat sich auch in Ljubljana fortgesetzt. Das Team um Kapitänin und Topwerferin Kim Naidzinavicius (sieben Tore) unterlag am fünften Spieltag bei Sloweniens Rekordmeister RK Krim Mercator mit 26:28 und bleibt damit in dem Achterfeld der Gruppe A punktlos auf dem letzten Platz. „Die Mannschaft braucht Zeit. Die Entwicklung ist positiv. Noch ist es nicht vorbei“, sagte SG-Trainer Markus Gaugisch nach der Rückkehr vom Balkan, und der Trotz in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Nur Nuancen fehlen zum Erfolg

Wie schon in den beiden vorherigen Heimspielen auf der internationalen Bühne gegen Kristiansand und Rostov-Don fehlten seiner Truppe wieder nur Nuancen zu einem (Teil-)Erfolg. Zur Pause führte Bietigheim noch mit 16:12. Am Ende hieß es aber wie gehabt: Außer Spesen nichts gewesen. „Wir sind nicht in der Position, um mal kurz nach Ljubljana zu fahren und zu sagen: Die hauen wir weg. In der Champions League treten wir nie als Favorit an“, stellte Gaugisch fest.

Der Coach musste erneut auf die Rückraum-Asse Karolina Kudlacz-Gloc (Schulter-OP) und Stine Jørgensen (Muskelverletzung an der Wade) verzichten und in der Arena Stozice mit einem schmalen Aufgebot auskommen. Krim Mercator lief dagegen mit 14 Feldspielerinnen und fast in Bestbesetzung auf. Gerade in der heißen Schlussphase machten sich die fehlenden personellen Optionen aufseiten der SG BBM bemerkbar. Denn da gingen ihr die Puste und die Kräfte aus.

Um die in Ljubljana sonst üblichen euphorischen Fangesänge zu kompensieren, sprang der slowenische Hallensprecher während des Geisterspiels ein – und sorgte gekonnt für eine Heimatmosphäre. Die Gäste ließen sich davon aber nicht beeindrucken. In der ersten Hälfte knüpften sie nahtlos an die starken Auftritte gegen Rostov-Don und Halle- Neustadt an. Nach einem ausgeglichenen Beginn und einem 8:9-Zwischenstand übernahmen die Bietigheimerinnen das Zepter. Im Angriff klappte bis zur Pause so ziemlich alles, und mit ihrer aggressiven Deckung zog die SG Krims Angriff den Zahn. Beim 15:9 (24.) lag die Gaugisch-Sieben gar mit sechs Toren vorne. Immerhin noch deren vier waren es beim Seitenwechsel.

Von der Power und der Leichtigkeit aus dem ersten Durchgang war im zweiten aber nichts mehr zu sehen. Jeden der nur noch zehn Treffer musste sich der Bundesliga-Spitzenreiter fortan hart erarbeiten, während sich die Sloweninnen in einen Rausch spielten. Schon beim 26:27 gegen die Vipers aus Kristiansand hatte sich der RK Krim nach einem deutlichen Rückstand mit einem Sturmlauf zurückgemeldet.

Dank der stark haltenden Torfrau Emily Sando behauptete Bietigheim zunächst noch seinen Vorsprung. Doch nach einer Auszeit von Gaugisch beim Stand von 20:17 (41.) kippte das Duell. Speziell die Französin Océane Sercien Ugolin war jetzt nicht mehr zu bändigen und warf Tor um Tor. Die für den Siebenmeter eingewechselte Valentyna Salamakha parierte in dieser kritischen Phase beim 21:19 noch einen Siebenmeter der Gastgeberinnen, die wenig später aber trotzdem auf 20:21 herankamen. Bis zum 25:25 (55.) lieferten sich beide Teams einen packenden Schlagabtausch – mit dem glücklicheren Ende für den slowenischen Serienmeister, der sich in den entscheidenden Momenten weniger Fehler erlaubt hatte.

„Wir sind sehr enttäuscht. Nach einer guten ersten Halbzeit, in der wir eine starke Defensive gespielt haben, ging uns im zweiten Abschnitt die Luft aus, wodurch die Fehlerhäufigkeit stieg“, analysierte Gaugisch und haderte mit Jørgensens Ausfall: „Uns haben die einfachen Rückraum-Tore von Stine gefehlt.“ Seine Hoffnung ist, dass die Norwegerin bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) im Erstliga-Derby bei der TuS Metzingen wieder dabei ist.

 
 
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