SG BBM verliert beim Spitzenreiter in Hamburg Torhüter glänzt, Torjäger patzt

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SG-Torhüter Aron Edvardsson spielte an seiner früheren Wirkungsstätte in Hamburg groß auf. Dennoch konnte auch der Isländer die Bietigheimer 21:24-Niederlage nicht verhindern. ⇥ Foto: Marco Wolf

Die SG BBM verliert in Hamburg 21:24. Während Edvardsson im Kasten groß aufspielt, vergibt Schäfer vier Siebenmeter.

Die Sporthalle Hamburg bleibt in der Zweiten Handball-Bundesliga eine uneinnehmbare Festung. Auch die SG BBM Bietigheim konnte dem Spitzenreiter HSV am Mittwochabend keinen Punkt abluchsen: Die Schwaben verloren mit 21:24 und kassierten nach dem 28:29 gegen den HC Elbflorenz die zweite Niederlage gegen einen Mitstreiter von der Elbe binnen sechs Tagen. Der Hanseaten-Express dampft dagegen weiter ungebremst durch die Liga. Elf Siege in Folge und eine Heimbilanz von jetzt 18:0 Punkten sowie der jüngste Transfercoup mit Star- Torhüter Johannes Bitter zur neuen Saison unterstreichen Hamburgs Aufstiegsambitionen. Und die Chance auf die Rückkehr in Liga eins ist am 19. Spieltag noch mal sprunghaft gestiegen. Denn der Verfolger VfL Gummersbach patzte gegen den TV Großwallstadt und unterlag erstmals in dieser Saison zu Hause.

Zu einem ähnlichen Überraschung war die SG BBM in Hamburg nicht in der Lage, trotz einer zumindest defensiv überzeugenden Vorstellung. Zu schwach war in der Summe die Angriffsleistung, zu viele technische Fehler und Stürmerfouls erlaubten sich die Schwaben in den 60 Minuten. Hinzu kamen gleich vier verworfene Siebenmeter von Top-Torjäger Christian Schäfer, dem sonst eigentlich keiner in der Liga in dieser Disziplin das Wasser reichen kann.

Mit 16 Paraden, darunter drei entschärften Siebenmetern, und 41 Prozent abgewehrten Würfen war der Ex-Hamburger Aron Edvardsson an seiner ehemaligen Wirkungsstätte der mit Abstand beste Bietigheimer Handballer. Doch auch sein Gegenüber, der kurzfristig aus Wilhelmshaven verpflichtete einstige deutsche Nationalkeeper Jens Vortmann, legte ein starkes Debüt im HSV-Trikot hin. Und dessen Vertreter Jonas Maier, einst bei der SG am Ball, glänzte dreimal als Siebenmeter-Killer.

Bereits in der Anfangsphase spielte sich Edvardsson ins Rampenlicht, indem er zum Einstand gleich mal drei knifflige Würfe abwehrte, darunter einen Siebenmeter seines früheren Teamkollegen Lukas Ossenkopp. So ermöglichte er den Gästen eine 2:0-Führung. Bietigheim stand gut und verteidigte verbissen, was sich auch darin manifestierte, dass die Nordlichter in den ersten 14 Minuten nur ein Feldtor erzielten – die weiteren drei Treffer zur 4:3-Führung resultierten aus Siebenmetern. Dann hatte sich der Favorit aber auf die SG BBM eingestellt. Niklas Weller avancierte zum Mann der ersten Hälfte: Der Hamburger Kapitän nutzte bis zur Pause seine vier Siebenmeter eiskalt und war auch noch zweimal vom Kreis erfolgreich. Zugleich lief bei Bietigheim offensiv kaum etwas zusammen, was auch mit der engagiert arbeitenden HSV-Abwehr zu tun hatte. Die Folge: Mit 13:9 lag das Heimteam nach den ersten 30 Minuten vorne. Bis dahin hatte die Spielgemeinschaft aus dem Enztal nur sechsmal aus dem Feld getroffen.

Maier pariert drei Siebenmeter

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich die Mannschaft von Trainer Hannes Jon Jonsson in der Offensive und blies nach einem zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand zur Aufholjagd – so wie schon bei der knappen Niederlage gegen Elbflorenz. Per Strafwurf brachte Schäfer die SG wieder auf 14:16 heran (40.), doch mit den drei folgenden Siebenmetern scheiterte der Rechtsaußen am jeweils eingewechselten Maier. Damit summierten sich Schäfers Fehlwürfe vom Strich auf vier – so viele wie wohl noch bei keinem Spiel in seiner Karriere. Danach baute Hamburg den Vorsprung wieder aus, richtig eng wurde das Nord-Süd-Duell nicht mehr. Am Wochenende sind Bietigheims Ballwerfer spielfrei. Weiter geht’s für sie am 26. Februar erneut auswärts – bei Bayer Dormagen.

 
 
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