SG Sonnenhof verliert in Mannheim 2:3 Boysen-Team lässt fünf Chancen aus

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Der Großaspacher Dominik Martinovic (vorne), hier im Zweikampf gegen Mannheims Mohamed Gouaida, krönte seine starke Leistung mit dem 2:3-Anschlussstreffer. ⇥ Foto: Oliver Zimmermann via www.imago-images.de

Drittligist SG Sonnenhof Großaspach verliert bei Waldhof Mannheim mit 2:3 und ist praktisch abgestiegen.

Noch ist die SG Sonnenhof Großaspach nicht aus der Dritten Liga abgestiegen, aber die Chancen auf den Klassenerhalt sind nach der 2:3-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim verschwindend gering. Schon am Mittwoch (19 Uhr) nach dem Heimspiel gegen den SV Meppen könnte das Ende nach sechs Jahren in der Drittklassigkeit endgültig besiegelt sein.

Die Großaspacher wehrten sich auch beim SV Waldhof in der zweiten Halbzeit mit Einsatz, Zweikampfstärke, Leidenschaft einer guten Moral und spielerisch sehenswerten Ansätzen gegen eine neuerliche Niederlage. „In der ersten Hälfte waren wir nicht auf dem Platz. In der zweiten Halbzeit haben wir unser wahres Gesicht gezeigt und hatten fünf hochkarätige Chancen. Die bessere Mannschaft hat verloren“, kommentierte SG-Trainer Hans-Jürgen Boysen die Partie vor leeren Rängen im Carl-Benz-Stadion.

Es gab allerdings auch die ersten 45 Minuten, in denen seiner Mannschaft wenig Konstruktives gelang und sie sich schlimme Fehler in der Defensive leistete. Waldhof-Trainer Bernhard Trares ärgerte sich hinterher, dass seine Spieler die Überlegenheit und die offerierten Gelegenheiten nicht konsequenter ausgenutzt hat: „Wir müssen nach der ersten Halbzeit doch schon mit 4:0 führen.“ Immerhin schafften die Mannheimer nach drei sieglosen Spielen mit nur einem Punkt wieder einen Sieg und damit den Anschluss an die Aufstiegsplätze. Trares standen noch immer sechs potenzielle Stammkräfte nicht zur Verfügung, immerhin kamen Maurice Deville und Max Christiansen im Verlauf der zweiten Halbzeit nach ihren Verletzungspausen noch zu. Pech hatte dafür Stürmer Mounir Bouziane, der schon nach elf Minuten mit Oberschenkelproblemen raus musste.

Der Großaspacher Coach Boysen, der seinen Vertrag verlängert hat und den Neuaufbau in der Regionalliga in Angriff nehmen soll, blieb seiner Linie treu und nominierte erneut eine nahezu komplett andere Startelf. Nur Panagiotis Vlachodimos blieb gegenüber dem Mitttwochspiel gegen Zwickau (1:0) im Team. Erst in der 40. Minute lag für die lange offensiv harmlosen Gäste ein Treffer in der Luft, aber Dominik Martinovic traf mit einem indirekten Freistoß nur die Latte. Da führte der SV Waldhof schon mit 2:0. Mit seiner ersten Ballaktion gelang dem eingewechselten Jean Kevin Koffi die Führung (13.). Eingeladen wurde er durch ein schlampiges Zuspiel von SG-Torhüter Maximilian Reule, das Kamer Krasniqi in größte Bedrängnis brachte. Koffi ging dazwischen und hatte freie Schussbahn.

Danach spielten sich im Strafraum der vogelwild auftretenden Großaspacher aufregende Szenen ab. Aber Mohamed Gouida scheiterte an Reule, ein Schuss von Marco Schuster wurde gerade noch abgefälscht, und bei einer Rettungsaktion hatte Korbinian Burger Glück, dass der Ball haarscharf am Pfosten vorbei ins Aus flog und ihm ein Eigentor erspart blieb. Mit einem weit über die Abwehr gezogenen Eckball bereitete Gouida das 2:0 vor, das Michael Schultz ungehindert mit einem Kopfball erzielte (32.).

Mit den Einwechslungen von Julian Leist und Orrin McKinze Gaines zur zweiten Halbzeit erlangte die Defensive der Gäste Stabilität und der Angriff viel Schwung. Nach einem Zuspiel von Martinovic startete McKinze Gaines durch und erzielte mit einem haltbar scheinenden Schuss das 1:2. Die Waldhöfer verloren die Spielkontrolle. Ein Missverständnis zwischen Schultz und Schuster brachte Onur Ünlücifci in beste Schussposition, aber der Ball landete am Pfosten. Die Latte traf Krasniqi (54.), und Waldhof-Keeper Königsmann lenkte Schüsse von Martinovic an die Latte (60.) und über sein Tor (74.). Erst zwei Minuten vor Schluss hatte der starke Martinovic Glück beim Abschluss, als er nach einem Solo den Ball im kurzen Eck zum 2:3 versenkte. Sieben Minuten zuvor war Marcel Hofrath bei einem der wenigen Angriffe der Heimelf das 3:1 gelungen. Der Verteidiger zog ungehindert von links in die Mitte und hatte freie Schussbahn, die er zu einem schönen Treffer nutzte.

 
 
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