SGV Freiberg Dank Grobelniks Elfmetertor ins Achtelfinale

Von Claus Pfitzer
Gal Grobelnik feiert den Schuss ins Glück. Gegen Hollenbach versenkt er in der Nachspielzeit einen Elfmeter. Foto: Ralf Poller/Avanti

In der dritten Pokalrunde müht sich der SGV Freiberg zu einem 4:3-Sieg beim FSV Hollenbach. Der Siegtreffer fällt in der 90. Minute.

In der heißen Hohenloher Luft lag eine Pokal-Sensation, denn der gastgebende FSV Hollenbach verlangte dem SGV Freiberg alles ab, ehe der Regionalligist mit einem von Gal Grobelnik in der 90. Minute verwandelten Handelfmeter zum 4:3-Endstand eine Verlängerung und womöglich Schlimmeres verhinderte. Zweimal glichen die Hollenbacher aus, einmal gingen sie sogar in Führung. „Wir hätten nicht gedacht, dass es so schwierig wird, Hollenbach hat alles reingehauen und es uns sehr schwer gemacht. Wir hatten zu viele Fehlpässe und den Gegner eingeladen. Hauptsache ist, dass wir weitergekommen sind“, musste SGV-Coach Kushtrim Lushtaku nach den schweißtreibenden und aufregenden Minuten gestehen.

Lob des Verlierers

„Wir haben schön begonnen. Aber Hollenbach hat im letzten Drittel guten Fußball gespielt und ist auf die zweiten Bälle gegangen. Da haben wir bei den Gegentoren unseren Teil beigetragen“, so Lushtaku weiter. Sein Hollenbacher Kollege Reinhard Schenker war trotz des Ausscheidens aus dem Pokal zufrieden: „Wir haben eine super Partie gezeigt und haben diszipliniert und aggressiv verteidigt. Wir haben Freiberg nicht wie die Gegner in der Regionalliga den Gefallen getan, sie früh anzulaufen und uns auskontern zu lassen.“

Beim SGV nahm Coach Lushtaku gegenüber der Startelf vom Samstag beim 3:1-Sieg in Frankfurt sieben Veränderungen vor. Nicht mehr im Kader war Aris Mahaj, der zum Bundesligisten FC Augsburg wechselt. Vor wenigen Wochen erst von der U19 des SV Sandhausen gekommen, hat sich der schnelle Offensivspieler während der Vorbereitung und in Testspielen für den FCA empfohlen.

Köhl macht es brillant

Die Freiberger gingen in der Jako Arena in der 14. Minute nach einem Geniestreich von Marius Köhl in Führung. Der 24-Jährige legte den Ball per Hacke im Strafraum auf für Armin Sivic, der überlegt abschloss. Dass sich die Gastgeber keineswegs verstecken wollten, hatten sie schon zuvor angedeutet, dabei wollte es Niklas Dörr vor dem Freiberger Tor zu kunstvoll machen und platzierte den Ball per Seitfallzieher knapp am Pfosten vorbei ins Aus. Genauer zielte FSV-Goalgetter Hannes Scherer, nachdem er von Marco Specht mit einem feinen Steckpass bediente worden war, und markierte den Ausgleich (26.). Freiberg hatte zwar viel Ballbesitz, kam aber selten ins schnelle Umschaltspiel und verhedderte sich immer wieder in der dicht gestaffelten Hollenbacher Defensive.

Das hielt den FSV aber nicht davon ab, selbst offensiv aktiv zu werden, meist eingeleitet mit langen Bällen und energischem Nachsetzen. So entstand auch die 2:1-Führung, als der SGV zu nachlässig am eigenen Strafraum agierte und Jonas Limbach nach Doppelpass mit Scherer erfolgreich war (26.). Die Gäste schalteten einen Gang hoch, drängten auf den Ausgleich, den Mehdi Hetemaj im Anschluss an einen Eckball und eine Parade von FSV-Keeper Nico Purtscher nach einem Kopfball von Marco Kehl-Gomez per Abstauber erzielte (36.). „Ich freue mich immer, wenn ich der Mannschaft helfen kann und meinen Teil beitragen kann. Ich bin super aufgenommen worden. Wir haben noch viel vor und jeder hat voll Bock“, meinte der Österreicher nach dem Spiel zu seinem Premierentor für den SGV. Die erneute Freiberger Führung resultierte aus einem Eigentor von Hollenbachs Innenverteidiger Arne Schülke, der eine Flanke von David Girrmann ins eigene Tor abfälschte (52.).

Zwei Elfer in der Schlussphase

Der Regionalligist tat sich aber weiter schwer gegen die griffigen und einsatzfreudigen Gastgeber und fing sich nochmals einen Ausgleich. Im Laufduell mit dem kurz zuvor eingewechselten Inas Music rutschte der ebenfalls erst wenige Minuten zuvor aufs Feld gekommene Tim-Niklas Pietzsch aus und verursachte einen Elfmeter, den Scherer zum 3:3 versenkte (74.). Schon zwei Minuten zuvor hatte Dörr nach einem langen Ball aus der Abwehr heraus Hetemaj ins Laufduell und war mit seinem Abschluss an SGV-Keeper Ante Eljuga gescheitert. Als die Verlängerung ganz nah war, unterlief Schülke nach einer Ecke und einem Schuss von Grobelnik ein Handspiel, Grobelnik verwandelte und machte den glücklichen Sieg perfekt. Das Achtelfinale, das nicht mehr nach regionalen Gesichtspunkten ausgetragen und noch ausgelost wird, findet am 27. August oder 3. September statt.

 
 
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