SGV Freiberg Das Schlusslicht sorgt für eine Riesenüberraschung

Von Claus Pfitzer
Unerwarteter Rückschlag für Trainer Kushtrim Lushtaku und den SGV Freiberg: Der Spitzenreiter kam bei Schlusslicht Bahlingen nicht über ein 2:2 hinaus. Foto: Andreas Ulmer/Eibner-Pressefoto

Der Regionalliga-Spitzenreiter SGV Freiberg muss sich mit einem 2:2 beim Bahlinger SC begnügen. Damit schmilzt der Vorsprung an der Tabellenspitze auf zwei Punkte.

Als Torhüter Dennis Klose vom Bahlinger SC in der Nachspielzeit mit einer Glanzparade nach einem Kopfball des Freibergers Tim-Niklas Pietzsch das 2:2 des Tabellenletzten rettete, war am 24. Spieltag der Regionalliga eine der größten Überraschungen der laufenden Saison perfekt. In der 90. Minute hatten die im Kampf um den Klassenerhalt nahezu aussichtslosen Gastgeber durch Laurin Tost zum 2:2 ausgeglichen, nachdem der SGV durch zwei verwandelte Foulelfmeter von Leon Petö den frühen Rückstand gedreht hatte. Mit diesem Coup gegen den Spitzenreiter feierte der neue Bahlinger Trainer Marco Schneider einen prima Einstand.

Für den SGV war dieses Remis ein herber Rückschlag auf dem Weg in die Dritte Liga. Durch den 3:1-Erfolg von Verfolger SG Sonnenhof Großaspach bei den Offenbacher Kickers, die am Samstag (14 Uhr) in Freiberg zu Gast sind, schmolz der Vorsprung des SGV an der Tabellenspitze auf zwei Zähler.

„Der Punkt für Bahlingen ist hochverdient. Der Gegner ist gut in die Partie gestartet mit der frühen Führung. Wir sind dann gut reingekommen und waren am Drücker, hatten aber in der zweiten Halbzeit kaum noch Entlastung. Es ist uns nicht gelungen, als Mannschaft die Führung zu verteidigen. Aber das passiert, wenn zwei, drei Spieler nicht das abrufen, was sie können“, sagte der Sportliche Leiter des SGV, Mario Estasi.

Ohne Kehl-Gomez und Köhl

Weiter geht es für die Freiberger bereits am Dienstag (19 Uhr) mit dem Pokal-Viertelfinalspiel bei den Stuttgarter Kickers und der vorletzten Etappe zum zweiten Saisonziel neben dem Aufstieg: Dem Einzug ins württembergische Pokalfinale. In Degerloch wieder dabei ist Kapitän Marco Kehl-Gomez, der in Bahlingen gelb-gesperrt gefehlt hatte. Mit Marius Köhl fiel ein weiterer Schlüsselspieler angeschlagen kurzfristig aus.

Mit ihrer ersten Offensivaktion gingen die Gastgeber direkt in Führung. Die Freiberger Abwehr konnte das Solo von Ferdinand Scholl bis zur Grundlinie nicht stoppen, dessen Rückpass verwandelte Luca Köbele zum 1:0 (3.).

Erst nach und nach kam der haushohe Favorit zu seinem Ballbesitzspiel, betrieb frühes Pressing, kam aber trotz einiger Ansätze über die schnellen Außen kaum zu richtigen Abschlusssituationen. Mit einem weiten Ausflug aus seinem Strafraum und einer Rettungsaktion gegen Alex Echner bewahrte SGV-Keeper Benedikt Grawe seine Mannschaft vor einem frühen zweiten Gegentor (9.).

Durch zwei Elfmeter zur Führung

Den aufgrund der höheren Spielanteile verdienten Ausgleich erzielte Petö, der die Kapitänsbinde trug, per Strafstoß (38.). Erijon Zukaj hatte den flinken Abou Ballo im Strafraum gefoult. Auch die 2:1-Führung resultierte aus einem von Petö verwandelten Elfmeter, zuvor war Tost im Zweikampf mit Gal Grobelnik zu ungestüm zu Werke gegangen (63.).

Damit schien die Partie in die erwartete Richtung zu laufen gegen die mutigen und immer wieder offensiv auffälligen Bahlinger, die dem spielerisch deutlich überlegenen Liga-Primus viel Kampf und Einsatz, aber auch spielerische Akzente entgegensetzten. Die beste Chance für die Gäste hatte Minos Gouras nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Zukaj auf Torhüter Klose, der dann gegen Gouras rettete (80.). Der Bahlinger SC hatte gute Gelegenheiten bei Kopfbällen von Holger Bux (48.) und Köbele (55.), die Schlussmann Grawe parierte. Der verdiente Lohn für die ständigen Bemühungen war der Ausgleichstreffer des BSC durch einen Kopfballaufsetzer von Tost nach einer Ecke von Echner exakt mit Ablauf der regulären Spielzeit.

 
 
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