Der spielerischen Klasse, der Abgeklärtheit und der Effizienz mischte der SGV Freiberg im Trierer Moselstadion auch eine rustikale Note bei, um den harten Widerstand der gastgebenden Eintracht zu brechen, die in den ersten 25 Minuten den Tabellenführer in erhebliche Schwierigkeiten gebracht hatte. Die Trierer leisteten sich nach einer 1:0-Führung individuelle Fehler und ließen gute Tormöglichkeiten liegen. Am Ende siegte der SGV souverän mit 4:1 und verteidigte Platz eins in der Tabelle mit dem vierten Sieg im vierten Saisonspiel.
SGV Freiberg Der Tabellenführer erst in Bedrängnis und dann souverän
Mit dem 4:1 bei Eintracht Trier feiert der Regionalligist SGV Freiberg nach Anfangsproblemen seinen vierten Sieg im vierten Saisonspiel.
Startprobleme beim SGV
„Wahnsinn. Trier hat uns in den ersten 20 Minuten dominiert und ist verdient durch einen unnötigen Elfmeter in Führung gegangen. Nach dem 1:1 sind wir besser reingekommen und haben noch das 2:1 erzielt. In der zweiten Halbzeit legen wir das dritte Tor nach. Das zeigt den Charakter der Jungs, sie sind da und voll fokussiert. Kompliment auch an Trier. Wir sind froh, bei einer so heimstarken Mannschaft und vor so einer Kulisse gewonnen zu haben“, lobte SGV-Coach Kushtrim Lushtaku sein Team und den Gegner. Sein Trierer Kollege Thomas Klasen kommentierte die zuweilen hektisch und emotional geführte Partie so: „Wir waren im ersten Spieldrittel bissig, hatten eine gute Struktur und einen Großteil an Chancen. Aber Qualität hat Naivität geschlagen. Freiberg hat das Selbstverständnis, auch wenn es mal nicht läuft, zu warten, was der Gegner anbietet.“ Zudem führt er aus: “Freiberg hielt aus, dass wir Chancen hatten, hat selbst keine kreiert, das haben wir dann gemacht.“
Beim SGV ersetzte Mehdi Hetemaj den jungen Tim-Niklas Pietzsch, der zuletzt gegen Schott Mainz angeschlagen früh raus musste, aber wieder im Kader stand. Die Eintracht legte im 4-3-3-System mit viel Energie los, betrieb ein hohes Pressing und hatte gleich gute Chancen. Mateo Biondic verfehlte mit einem Schuss aus 20 Meter knapp das Freiberger Gehäuse (3.) und scheiterte mit einem Kopfball aus kurzer Distanz (7.) sowie einem Flachschuss von der Strafraumgrenze an SGV-Schlussmann Benedikt Grawe (16.). Die Führung der Gastgeber resultierte aus einem von Damjan Marceta verwandelten Elfmeter (19.). Zuvor hatte Freibergs Abou Ballo mit einem Schubser Noah Herber im Strafraum aus dem Gleichgewicht gebracht.
Die Eintracht störte den Spielaufbau der Gäste empfindlich und stellte Impulsgeber Marco Kehl-Gomez und Offensiv-Ass Marius Köhl wirkungsvoll zu. Doch die Gäste wehrten sich, allen voran Anführer Kehl-Gomez setzte mit Körpereinsatz und Gesten Zeichen. Das zeigte Wirkung. Dem Ex-Freiberger Frederik Rahn missriet ein Einwurf und dann ging es gegen die aufgerückten Trierer schnell. Über Gal Grobelnik und Köhl landete der Ball bei Leon Petö, der aus 14 Meter das 1:1 erzielte (31.).
Torschütze muss verletzt raus
Noch vor der Pause bewies Köhl, der später mit Oberschenkelproblemen vom Feld musste, seine Torgefährlichkeit. Gedankenschnell verwertete er den von Eintracht-Torhüter Radomir Novakovic nach einem satten Distanzschuss von Kehl-Gomez noch glänzend abgewehrten Ball zur 2:1-Führung (43.). Die Freiberger hatten die Ruhe behalten, sich aus schwierigen Situationen befreit und das Ergebnis gedreht, die Trierer hatten ihre Struktur und ihre Linie ein Stück weit verloren. Vielleicht hätten sie nochmals daran anknüpfen können, wenn Sven König ein wenig mehr Glück gehabt hätte, doch sein Schuss aus 16 Metern prallte an den Innenpfosten des SGV-Tores (56.). „Das hätte ein Wendepunkt werden können“, meinte Triers Kapitän Wrusch über die fehlenden Zentimeter zum Ausgleich.
Pech hatte Wrusch auch noch selbst, als er eine flache Hereingabe von Matt-Brahan Zie ins eigene Tor zum 1:3 abfälschte (70.). Dem für den verletzten Novakovic eingewechselten luxemburgischen U-Nationaltorwart Ben Schmitt setzte Diamant Lokaj nach einem unwiderstehlichen Solo und einem entschlossenen Abschluss noch das 4:1 für den Tabellenführer ins Netz. Im Spiel der Gegensätze erwartet der SGV am Samstag (14 Uhr) den Tabellenletzten TSG Balingen.
