Die neue sportliche Heimat des SGV Freiberg liegt ab der Saison 2026/27 unabhängig von der Ligazugehörigkeit zwar weiterhin nahe des Neckars, allerdings rund 30 Kilometer flußabwärts im Heilbronner Frankenstadion. Noch vor der Stadt Heilbronn und dem SGV Freiberg bestätigte Verbandsligist VfR Heilbronn als derzeitiger Hauptnutzer des Frankenstadions am späten Montagabend die seit Wochen im Umlauf befindlichen Gerüchte (die BZ berichtete) in einer Mail an seine Mitglieder, wonach der Regionalliga-Tabellenführer aus Freiberg in der kommenden Saison seine Heimspiele und die Trainingseinheiten unabhängig von der Ligazugehörigkeit in Heilbronn austragen wird. Der Trainings-und Spielbetrieb des VfR solle davon vollständig unberührt bleiben, schreiben die VfR-Vorstandsmitglieder Onur Celik und Wolfgang Gottwald. „Unsere sportliche Ausrichtung, unsere Strukturen und unser Vereinsleben werden nicht eingeschränkt“, so der VfR. Die beiden Verantwortlichen „unterstützen das Ziel, Drittliga-Fußball in Heilbronn zu etablieren und sind offen für konstruktive Gespräche.“
SGV Freiberg Die neue Heimat liegt in Heilbronn
Der Regionalligist SGV Freiberg zieht zur neuen Saison ins Frankenstadion um.
Höherklassigen Fußball etablieren und Standort aufwerten
Die Stadt habe die Möglichkeit, höherklassigen Fußball zu etablieren und den Standort insgesamt sportlich aufzuwerten. „Bereits in der nächsten Saison könnte im Heilbronner Frankenstadion regelmäßig hochklassiger Fußball zu sehen sein. Der SGV Freiberg Fußball hat im Rahmen des laufenden Lizenzierungsverfahrens für die Dritte Liga das Frankenstadion als Heimspielstätte benannt. Dem gingen konstruktive Gespräche zwischen der Stadt Heilbronn und dem Verein voraus. Die Entscheidung über die Zulassung für den Drittliga-Spielbetrieb liegt nun beim DFB“, schreibt die Stadt Heilbronn in einer offiziellen Mitteilung. „Der Zeitpunkt für diese Entwicklung ist genau richtig“, wird Oberbürgermeister Harry Mergel zitiert. „Mit der vorhandenen Infrastruktur im Frankenstadion haben wir eine sehr gute Grundlage, Heimat für hochklassigen Fußball mit Strahlkraft weit über die Stadt hinaus zu werden“, so Mergel. Bürgermeisterin Agnes Christner deutet sogar eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Platzhirsch VfR und dem SGV an: „Wir sind zuversichtlich, dass der SGV und der VfR einen guten gemeinsamen Weg finden, den wir gerne unterstützen.“ SGV-Präsident Emir Cerkez, der in dieser Maßnahme ein klares Zeichen für die Weiterentwicklung des Vereins und die Sicherung seiner sportlichen und organisatorischen Ziele sieht, freut sich „nach vertrauensvollen Gesprächen mit der Stadt Heilbronn auf eine zukünftige und langfristige Zusammenarbeit“. Die Stadt Freiberg zeigte ihrem sportlichen Aushängeschild die kalte Schulter und sieht ihrer Kommune keine Voraussetzungen für Profifußball. Jetzt hat der Verein Fakten geschaffen. Der Vereinssitz und das Nachwuchsleistungszentrum des SGV bleiben zumindest vorerst in Freiberg. Als Ausweichspielstätte hat der SGV Freiberg im Lizenzantrag für die Dritte Liga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) das Stadion in Aalen hinterlegt. Präsident Cerkez und Sportdirektor Dieter Gerstung haben ihren aufwendigen Part erfüllt und den Antrag fristgerecht Anfang der Woche beim DFB in Frankfurt eingereicht. Die Stadt Heilbronn muss nun den Bau einer Flutlichtanlage, den Einbau einer Rasenheizung, die Erweiterung der Tribünenkapazitäten von derzeit 1200 auf 2000 Plätzen sowie weiteren Maßnahmen realisieren. Der Gemeinderat muss nun noch diesen Investitionen zustimmen.
Heilbronner Fans nicht begeistert vom neuen Nachbarn
Wenig begeistert von den neuen Nachbarn sind Fans des VfR Heilbronn. Beim Heimspiel am Wochenende gegen den TSV Weilimdorf prangte ein Banner der Ultras mit der Aufschrift „Nein zum SGV!“. Die Supporters 740 Heilbronn kritisieren in den sozialen Medien die Entscheidung der Stadt Heilbronn. „Grund für einen Umzug ist keine emotionale Nähe der handelnden Akteure. Allein infrastrukturelle Fragen und der Umstand, dass nicht mal die Stadt Freiberg sich für den eigenen Verein begeistern kann, waren Anlass für diesen Schritt. Für uns ist klar: Heilbronn verdient höherklassigen Fußball. Aber erarbeitet und nicht geschenkt.“ Claus Pfitzer
