Innerhalb von zwei Wochen kassierte der SGV Freiberg vier Niederlagen mit 3:11 Toren und ist aus dem Traum von der Dritten Liga brutal aufgewacht. Bei der 1:2-Niederlage war die Luft beim SGV raus, der sich kaum nennenswerte Torchancen erspielte, nie Kontrolle über die Partie bekam und kaum zu einem geordneten Spielaufbau kam. Nach zuvor zehn Spielen mit acht Siegen und zwei Unentschieden gerieten die Freiberger zur Unzeit aus dem Tritt. Mit neun Punkten Vorsprung und einer um 18 Treffern besseren Tordifferenz ist die SG Sonnenhof Großaspach drei Spieltage vor Rundenende praktisch Meister und kehrt in die Dritte Liga zurück. Obwohl sich der künftige Regionalliga-Titelträger beim Absteiger Bahlinger SC lange schwertat und erst in der Schlussphase die Tore zum 2:0-Sieg erzielte, war der SGV nicht in der Lage, eine mögliche Minichance auf den Aufstieg zu nutzen. Die spielstarken Mainzer bestimmten die erste Halbzeit, gingen früh in Führung und legten in der zweiten Hälfte das 2:0 nach. Der Anschlusstreffer der Gastgeber in ihrem vorletzten Heimspiel im Wasenstadion war nur noch Ergebniskosmetik.
SGV Freiberg Ein böses Erwachen aus einem schönen Traum
Der SGV Freiberg verliert mit 1:2 gegen den 1.FSV Mainz 05 II und kassiert die vierte Niederlage in Folge. Die SG Sonnenhof Großaspach ist damit praktisch Meister der Regionalliga.
„Die Situation ist besch…, es fühlt sich ein bisschen traurig an. Ich hatte den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass rechnerisch noch alles möglich ist. Nach vielen Sonnenseiten in dieser Saison haben wir jetzt die Schattenseiten gesehen. Es ist nicht einfach, die Dinge zu verarbeiten. Persönlich nehme ich die heutige Leistung nicht, wir hatten auch fantastische Zeiten“, sagte der enttäuschte Freiberger Coach Kushtrim Luhtaku nach dem endgültigen Aus im Meisterrennen.
Wechsel im Freiberger Tor
„Benedikt Grawe sind zwei katastrophale Fehler in Großaspach unterlaufen, die nicht passieren dürfen. Wie bei den Feldspielern gilt auch bei den Torhütern, wenn einer nicht liefert, kommt ein anderer Spieler rein. Und Eljuga hat gut trainiert“, begründete Lushtaku den Wechsel auf der Torwartposition von Grawe zu Ante Eljuga. Machtlos war der 21-Jährige beim Führungstreffer der Mainzer (16.). Tebo Gabriel hatte das maßgerechte Zuspiel von Taiyu Yamasaki eiskalt verwertet. Bei der ersten Torannäherung der Gäste hatte Gabriel aus 16 Metern noch knapp über das SGV-Gehäuse geschossen (9.). Die dritte gute Chance des FSV vergab Fabio Morena Y Fall nach regelwidrigem Einsatz gegen Mehdi Hetemaj. Der auch schon in der Bundesliga eingesetzte Angreifer schob den Ball knapp am Freiberger Kasten vorbei (36.). Der Mainzer Keeper Maximilian Kinzig musste nur einmal ernsthaft eingreifen, dabei lenkte er den Kopfball von Meghon Valpoort um den Pfosten (30.).
Zur zweiten Halbzeit brachte SGV-Coach Lushtaku bei seinem Dreifachwechsel mit Tim Schmidt auch einen dritten Innenverteidiger und reagierte damit auf die Mainzer Doppelspitze mit Moreno Y Fall und Jayson Videira. Nach 45 Minuten zu Ende war die Partie für Marius Köhl, der in Großaspach nach seiner Einwechslung für Schwung im Freiberger Offensivspiel gesorgt hatte, nach seiner Verletzungspause aber gegen Mainz kaum Akzente setzen konnte. „Wir hatten nach den Umstellungen einen besseren Zugriff, konnten aber nichts wirklich kreieren. Die Abläufe haben nicht gepasst“, fasste Lushkatu die zweite Hälfte zusammen, in der seiner Mannschaft zumindest ansatzweise einige gute Offensivaktionen gelangen.
Als bei Mainz mit dem 242-maligen Bundesliga- und ehemaligen türkischen Nationalspieler Yunus Mali, dessen Einsatz im Vorfeld der Partie fraglich war, nach 70 Minuten seinen Dienst als Spielgestalter beendete, führten die Gäste mit 2:0. Zwar konnte SGV-Keeper Eljuga mit einer Glanzparade zunächst noch den Gegentreffer verhindern, doch bei der folgenden Ecke blieb er auf der Torlinie und Moreno Y Fall traf mit einem Kopfball aus der Nahdistanz (63.). Ebenfalls nach einem Eckball und einer Flanke von Engel traf Grobelnik zum 1:2 (77.). Der nach einer angeblichen Schwalbe in der ersten Halbzeit mit Gelb bedachte SGV-Kapitän Marco Kehl-Gomez kassierte nach einem zu schnell ausgeführten Freistoß und einem Disput mit Referee Maximilian Lotz noch Gelb-Rot und fehlt im Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr) bei der SG Barockstadt Fulda.
Kein großer Umbruch geplant
Auf die Verantwortlichen des SGV um Präsident Emir Cerkez wartet eine Menge Arbeit, denn neben all den organisatorischen Vorbereitungen mit dem Umzug ins Heilbronner Frankenstadion für eine weitere Regionalliga-Saison geht es auch darum, einen Spielerkader zusammenzustellen. „Es wird keinen so großen Umbruch wie im vergangenen Jahr geben“, kündigte der Sportliche Leiter Mario Estasi an. Zehn Spielerverträge gelten auch für die kommende Saison. Geklärt werden muss zudem die Trainerfrage, zumal Lushtakus Kontrakt am Saisonende ausläuft.
