SGV Freiberg Freiberg trotz Rumpelkick zum Herbstmeister

Von Marlon Hölzel
Ratlosigkeit beim SGV Freiberg. Mit dem achten Sieglosen Spiel in Folge verschärft sich die Krise. Foto: Alexander Keppler

Der SGV bleibt auch im achten Spiel in Folge sieglos. Trotzdem stehen sie weiterhin an der Tabellenspitze.

Es ist der letzte Hinrundenspieltag der Regionalliga Südwest. Der SGV Freiberg empfängt als Tabellenführer trotz sieben siegloser Spiele in Folge, den vorletzten Bayern Alzenau. Mit einem 0:0-Remis schaffen sie erneut nicht den Befreiungsschlag, sind jedoch Herbstmeister der Regionalliga Südwest.

Unfreiwillige Rotation

Die Freiberger haben für die vier gelbgesperrten Tino Bradara, Paul Polauke, Diamant Lokaj und Marco Kehl-Gomez gezwungenermaßen mehrere Startelf-Änderungen. Ryan Adigo, Tim Pietzsch und Mehdi Hetemaj starten dafür. Die Freiberger beginnen mit Druck, gleich zweifach setzen sie sich erst in Form von Leon Petö und dann über Meghon Valpoort über Rechtsaußen durch. Beide Male ist der Pass ins Zentrum allerdings zu ungenau. Den ersten gefährlichen Konter nach Fehlpass von Laupheimer vertändeln die Bayern in der 10. Minute. Daraufhin bricht das Freiberger Spiel ein. Sie schwimmen die gesamte restliche erste Halbzeit und haben Glück, dass die Gästeoffensive trotz zahlreicher Chancen nicht zwingend genug ist.

In der 19. Minute liegt der Ball erstmals im Netz der Heimherren. Nach großem Getümmel im Strafraum schafft es Alzenaus Offensive Benedikt Grawe per Kopf zu überlupfen, allerdings geht die Fahne des Linienrichters vorher hoch, die Abseitsposition rettet somit vorzeitig das Remis. Doch der Druck hält an: Maximilian Brauburger lässt erst Tim Schmidt, dann Hetemaj auf den Boden rutschen ehe Pietzsch noch an der Strafraumkante zur Rettung kommt. Kurz darauf setzt sich Paul Seikel über links durch, läuft bis zur Torlinie und spielt scharf hinein. Der Ball geht allerdings durch alle Freiberger und Alzenauer Beine durch.

Früh zeichnet sich wie bereits in den letzten Spielen im Wasenstadion klar ab – es wird eine Schlitterpartie. Immer wieder rutschen die Spieler ohne gegnerischen Druck auf dem Rasen weg oder Bälle bleiben hängen. Es ist ein Rumpelspiel, bei dem beide Teams versuchen irgendwie über lange Bälle Gelegenheiten zu kreieren. In der 35. Minute die nächste Großchance der Gäste, Grawe kommt weit aus seiner Torzone heraus und klärt einen Ball Richtung Seitenaus, dort steht Luka Garic, der aus weiter Distanz auf das leere Freiberger Tor zielt, der Ball landet allerdings ein gutes Stück daneben.

Die Gäste sind die dominierende Mannschaft und auch Kushtrim Lushtaku ist unzufrieden mit dem, was er sieht. So gibt es bereits in der 38. Minute den Doppelwechsel. „Nach zehn bis 15 Minuten in denen wir jeden Ball verloren haben, den Gegner eingeladen haben, musste ich reagieren. Ich konnte es mir von außen nicht mehr angucken. Die Körpersprache war ganz schlecht. Ich dachte, das pusht die anderen jetzt mehr Gas zu geben“, so der Trainer nach Abpfiff über seinen frühen Doppelwechsel.

Selitaj verpasst gleich zwei Mal

In der zweiten Halbzeit wird die Partie ansehnlicher. Der neueingewechselte Henrick Selitaj vergibt in der 56. Minute die Chance zur Führung. Am zweiten Pfosten bekommt er halbhoch den Ball, trifft ihn gut mit seiner Innenseite, doch der Keeper ist schnell genug unten mit einer Glanzparade. Beide Teams kommen zu guten Gelegenheiten und letztendlich sind es die Torhüter, die die Null auf beiden Seiten halten. Auf Alzenauer Seite verpasst Seikel die Führung. Sein Schuss aus spitzem Winkel fliegt knapp am zweiten Pfosten vorbei (77.). Auf der Gegenseite ist es Selitaj in Kombination mit Matt Zie. Letzterer lässt alle aussteigen und zieht ab, den Abpraller setzt Selitaj bei leerem Tor an die Latte. Dessen Schuss landet wiederum bei Zie, der das Leder weit übers Tor haut.

Grawe verhindert in der 88. Minute auf Freiberger Seite das Gegentor. Eine Flanke von Garic landet bei Filip Pandza, der Grawe überköpfen will. Doch der Freiberger Keeper lenkt den Ball über die Latte. So endet die Partie 0:0.

„Bis auf die ersten zehn Minuten war es eine katastrophale erste Halbzeit. Ist es eine Einstellungssache, keine Ahnung. Diese Ausreden mit dem Platz ziehen nicht mehr. Ich als Trainer kann mich nicht selber einwechseln und die Dinger ins leere Tor rein schieben. Im Moment weiß ich nicht, was ich dazu noch sagen soll“ so Lushtaku nach Abpfiff.

 
 
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