Der 24-jährige Ryan-Segon Adigo hat 102 Spiele in den vier Regionalligen Nord, Nordost, West und Südwest absolviert und kickt seit dieser Saison beim SGV Freiberg. In der Vorsaison wurde er mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig Meister in der Nordost-Staffel und scheiterte in den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga am Nord-Vertreter TSV Havelse. „Die Südwest-Liga ist sehr, sehr spielstark, hat eine hohe Intensität und ist sicher die spielstärkste der vier Regionalligen, in denen ich gespielt habe“, zieht Adigo einen Vergleich. Seine Erfahrungen, wie man Meister werden kann, nennt der 24-jährige gebürtige Lübecker, der ein Länderspiel bei der Afrika-Cup-Qualifikation für den Benin absolviert hat: „Bodenständig bleiben, jeden Gegner ernst nehmen, von Spiel zu Spiel schauen, immer besser werden als am Tag zuvor – dann kann man viel erreichen. Wir sind ja sehr gut in die Saison gestartet“
SGV Freiberg „Immer besser werden als am vorherigen Tag“
Ryan-Segon Adigo vom Regionalliga-Tabellenführer SGV Freiberg weiß, wie man Meister wird – An diesem Freitag spielt der SGV beim zuletzt auftrumpfenden FC Astoria Walldorf.
Über Umwege nach Freiberg
Angefangen mit dem Fußball hat Adigo beim VfB Lübeck und kam über den Hamburger SV zu Borussia Mönchengladbach und spielte für den Klub am Niederrhein in der U17, U19 und der Regionalligamannschaft. Danach absolvierte er 13 Spiele in der Dritten Liga für die Würzburger Kickers, wechselte zum 1. FC Phönix Lübeck (Nord) und dann zum 1. FC Lok Leipzig, für den er in zwei Saisons 57 Partien absolvierte. „Ich wollte danach einen neuen Weg einschlagen. Wenn man den Fußball verfolgt, hat man auf dem Schirm, dass in Freiberg guter und erfolgreicher Fußball gespielt wird“, nennt der variabel auf beiden Außenbahnen defensiv wie offensiv einsetzbare Adigo sportliche Gründe. Emotional gepackt hat ihn ein Telefongespräch mit SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku. „Danach war es relativ schnell klar, dass ich das mache. Er hat auch als Mensch eine superwichtige Rolle gespielt, hat mir erklärt, wie er Fußball spielen will und wie er mich sieht“, erzählt der 24-Jährige.
Gemeinsam mit ihm wechselte auch Abou Ballo, mit dem er beim 1. FC Lok meist die linke Seite besetzt hatte, von Leipzig ins beschauliche Freiberg. Adigos Bruder Noah spielt in der U17 des Hamburger SV, sein Vater Dinalo Christiano Adigo ist Trainer des 1. FC Phönix Lübeck, derzeit Fünfter in der Regionalliga Nord. „Wir telefonieren täglich. Wenn wir Zeit haben, schauen wir unsere Spiele gegenseitig an, dann bekomme ich von meinem Vater ein Feedback“, berichtet Adigo von engen Bindungen zur Familie in Norddeutschland.
„Seit zwei Wochen bin ich wieder voll im Training“, sagt Adigo, der in den vergangenen Wochen immer mal wieder von Blessuren geplagt wurde und so nur zu Teileinsätzen in den Testspielen und im Pokal gekommen ist, jetzt aber in den Konkurrenzkampf um einen Platz in der Startelf eingegriffen hat.
Freiberg gegen Favoritenschreck
Der hat sich durch die vier Transfers in den vergangenen zehn Tagen von Julian Kudela, Paul Polauke, Henrick Selitaj und zuletzt Meghon Vaalport verstärkt hat. Damit hat der Tabellenführer SGV Freiberg, der mit fünf Siegen aus fünf Spielen gestartet ist, ein deutliches Zeichen an die noch schwächelnden Topfavoriten aus Offenbach, Sandhausen und Homburg gesendet.
Bis auf Topscorer Marius Köhl steht Trainer Lushtaku im Spiel am Freitag (19 Uhr) beim FC Astoria Walldorf der komplette Kader zur Verfügung. Die Walldorfer unter ihre neuen Trainer Andreas Schön traten nach holprigem Saisonstart zuletzt als Favoritenschreck auf. Zuerst demütigten sie mit einem 4:0-Heimerfolg den Nachbarn SV Sandhausen, dann gewannen sie in Homburg 3:1. Freiberg konnte das letzte Ligaspiel gegen die TSG Balingen, durch ein Standardtor von Marco Kehl Gomez, knapp mit 1:0 für sich entscheiden.
