Im Kader des Regionalligisten SGV Freiberg taucht der Name Kuranyi auf, der im deutschen Profifußball in erster Linie für Tore, Leidenschaft, Empathie, ein Stück weit Unbekümmertheit und Einsatz steht. In 176 Bundesligaspielen für den VfB Stuttgart, den FC Schalke 04 und die TSG Hoffenheim hat Kevin Kuranyi 71 Tore erzielt, in 52 Länderspielen für Deutschland traf der heute 43-Jährige 19-mal, hinzukommen 123 Partien für Dynamo Moskau und 50 Treffer. Jetzt schickt sich sein 19-jähriger Sohn Karlo Kuranyi an, in die großen Fußstapfen seines Vaters zu treten und geht in seinem zweiten Jahr im Männerfußball für den SGV Freiberg auf Torejagd. Denn mit einer ähnlichen Statur und Spielweise wie sein Vater ist sein bevorzugtes Revier auf dem Spielfeld am und im gegnerischen Strafraum.
SGV Freiberg Karlo Kuranyi: Auf den Spuren seines berühmten Vaters
Beim Regionalligisten SGV Freiberg setzt der 19-jährige Karlo Kuranyi seine junge Karriere fort. International spielt er für Panama.
Der in Stuttgart lebende 1,93 Meter große, sympathische Karlo Kuranyi ist genau jener Stürmertyp, den der SGV als Backup für seinen Torjäger Gal Grobelnik gesucht und beim VfB Stuttgart II gefunden hat. Ändert Coach Kushtrim Lushtaku je nach Gegner und Spielstand sein 4-2-3-1-System und setzt auf zwei zentrale Angreifer, ist auch eine Doppelspitze Grobelnik/Kuranyi denkbar. Bei sieben Einsätzen in den Testspielen mit seinem neuen Verein traf er in vier Partien und erzielte insgesamt sieben Tore, drei allein im Benefizspiel kürzlich beim A-Ligisten 1. FC Hohenacker.
„Mal so, mal so. Manchmal ist es von Nachteil und nervt, ich versuche es auszublenden. Aber ich bin stolz auf meinen Namen“, sagt Karlo Kuranyi auf die unausweichliche Frage nach seinem prominenten Vater, die ihn schon begleitet, seit er als Bub bei der SG Heidelberg-Kirchheim mit dem Kicken begonnen hat, und wie er damit umgeht. „Er gibt mir Ratschläge, wir sprechen über die Spiele,“ verrät der Junior, der im vergangenen Jahr sein Abitur gemacht hat und sich seitdem voll auf den Fußball konzentriert.
Gute Voraussetzungen in Freiberg
Beim SGV sieht er gute Voraussetzungen, erfolgreich zu sein, und erzählt: „Ich habe mich in Freiberg schnell daheim gefühlt und denke, dass wir für die Regionalliga eine sehr gute Mannschaft haben. Meine Ziele sind, mit der Mannschaft vorne mitzuspielen, mir einen Platz zu erkämpfen und ihr zu helfen. Als Stürmer ist es auch wichtig, Tore zu machen.“
Auch Kevin Kuranyi, der nicht nur Vater, sondern mit seiner Agentur „22 Sportsmanagement GmbH“ auch Berater ist, sieht seinen Sohn beim SGV gut aufgehoben. „Der Trainer macht gute Arbeit, ich denke, Karlo fühlt sich wohl“, betont er. „Freiberg hat eine gute Offensive, sie machen es gut und bekommen viele Chancen.“
In der vergangenen Saison war Karlo Kuranyi in seinem ersten Aktiven-Jahr vom VfB Stuttgart II an den Regionalliga-Neuling FC 08 Villingen ausgeliehen. In 30 (Teil-)Einsätzen erzielte er vier Tore, und die gegen Topteams wie den SC Freiburg II, den späteren Meister TSG 1899 Hoffenheim II, den Tabellenzweiten Offenbacher Kickers und den -dritten SGV Freiberg. Im Wasenstadion erzielte er bei der 1:3-Niederlage den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich, nachdem zuvor ein Sturmpartner, der Ex-Freiberger Marcel Sökler an Schlussmann Thomas Bromma gescheitert war.
Nach einem Jahr endete die Leihe beim Absteiger Villingen und Kuranyi kehrte zum VfB Stuttgart II zurück. Sein Fazit über die Zeit im Schwarzwald fiel damals so aus: „„Ich denke, dass ich mich gut weiterentwickelt habe, auch wenn der Teamerfolg jetzt mit dem Abstieg natürlich nicht da war. Ich konnte mich an den Männerfußball gewöhnen.“ Beim VfB, für den er nach seinem Wechsel von den Stuttgarter Kickers in 31 Partien in der U19-Bundesliga mit 13 Toren und 18 Spiele in der U17 mit sechs Treffern absolviert hatte, gab es im Drittliga-Team aber keine Verwendung für den schlaksigen Angreifer und so erfolgte der Wechsel nach Freiberg.
Debüt für Panamas U20
Ein persönliches Happyend hatte die vergangene Saison trotz des Abstiegs mit dem FC 08 Villingen doch noch für Karlo Kuranyi. Beim Maurice-Revello-Turnier in Südfrankreich von Anfang bis Mitte Juni, einer großen Talentschau mit Scouts aus aller Herren Länder, feierte er sein Debüt in der U20-Nationalmannschaft von Panama und kam in den Gruppenspielen gegen den späteren Turniersieger Frankreich U21 (1:2) und gegen die U21 von Saudi-Arabien (1:2) sowie im Spiel um Platz sieben gegen das Herren-Nationalteam aus dem Kongo (0:1) zum Einsatz.
„Wir sind eine internationale Familie“, erzählt Karlo Kuranyi schmunzelnd. Durch seine Vorfahren und sein Geburtsland könnte er auch für Brasilien, Deutschland und Ungarn spielen. „Ich konzentriere mich international auf die Mannschaft Panamas“, verrät er.
