Der SGV Freiberg hat sein erstes Saisonziel „Pokalfinale“ verpasst und ist erneut im vorzeitig ausgeschieden. Beim Ligakonkurrenten SV Stuttgarter Kickers unterlag der Regionalliga-Tabellenführer mit 1:3 (1:1). In der zweiten Halbzeit schossen Per Lockl (66.) und David Tomic (90.3) mit Traumtoren den Sieg in einem in der zweiten Halbzeit packenden Pokalfight heraus.
SGV Freiberg Kickers ziehen mit Traumtoren ins Halbfinale ein
Der Regionalliga-Tabellenführer SGV Freiberg verliert das Pokalduell in Stuttgart-Degerloch mit 1:3.
Effizientere Kickers
„Fußball ist ein Ergebnissport und die Kickers waren effizienter. Die erste Halbzeit ging klar an uns, da hatten wir mehr Torchancen. Da müssen wir das Gegentor besser verteidigen. Wie weit wir im Pokal kommen, das ist nicht unser Anspruch“, meinte SGV-Kapitän Marco Kehl-Gomez zum Spiel und sprach damit auch das Halbfinale-Aus im Vorjahr bei der TSG Balingen (0:3) an. „Wir haben eine sehr, sehr starke erste Halbzeit gespielt und hatten genügend Chancen, aber wir müssen die Dinger einfach auch machen. In der zweiten Halbzeit hatten noch wir einige Halbchancen“, sagte SGV-Coach Kushtrim Lushtaku.
Mit Marius Köhl (angeschlagen) und Leon Petö (krank) fielen zwei Kreativspieler beim SGV aus, der Trainer nahm insgesamt vier Wechsel in der Startformation vor. Im Tor durfte „Pokal-Torhüter“ Ante Eljuga wieder ran, bot auf der Linie eine gute Leistung, hatte aber ein paar Probleme mit dem Ball am Fuß. Zwei Fernschüsse von Lockl (11.) und Mario Birac (16.). meisterte Eljuga sicher, ansonsten kam von den Kickers bis zum Ausgleichstor von Melkam Frauendorf (32.), der glänzend auf der linken Seite freigespielt wurde, nicht mehr viel.
Unmittelbar nach seinem Flachschuss Richtung Freiberger Tor brachte Borac im Gegenzug im eigenen Strafraum Minos Gouras zu Fall, den Strafstoß verwandelte Gal Grobelnik (17.) zur verdienten Führung für die spielerisch und technisch überlegenen Gäste.
„Freiberg hat enorme Qualität, spielte clever und reif“, lobte Kickers-Trainer Marco Wildersinn den Gegner, der seine Ballbesitzphasen und temporeichen Angriffe aber nicht in Tore umsetzen konnte. „Wir haben uns ins Spiel reingefightet, mehr Mut gefasst und unsere Momente genutzt“, freute sich Wildersinn über die Leistung seiner Mannschaft in einer intensiven, umkämpften zweiten Halbzeit. Für seinen Freiberger Kollegen Lushtaku war eine Szene spielentscheidend: „Mehr Elfmeter geht nicht“, sagte er zum Foul von Stuttgarts Jacob Danquah an Gouras (56.). Zweitliga-Schiedsrichter Felix Prigan hatte schon auf den Elfmeterpunkt gezeigt, sich dann aber umentschieden und einen Freistoß kurz vor der Strafraumlinie verhängt.
Ungenutzte Chancen
„Das war eine sauenge Geschichte, ich habe das Foul drin gesehen“, meinte SGV-Kapitän Kehl-Gomez, der den Freistoß knapp übers Tor setzte. Schon zuvor hatten die Gäste nach zwei Eckbällen hintereinander beste Gelegenheiten, aber Paul Polauke scheiterte mit einem Kopfball am überragenden Kickers-Schlussmann Felix Dornebusch, Kehl-Gomez traf nur die Latte und den Nachschuss von Ryan Adigo parierte erneut Dornebusch. Die Kickers waren effektiver und treffsicherer. Christian Mauersberger, der Wirbelwind auf der linken Außenbahn und Frauendorf bereiteten den Führungstreffer vor, den Lockl mit einem satten Schuss aus 15 Metern unter die Torlatte erzielte (66.).
Die Kickers verteidigten leidenschaftlich die knappe Führung, Schlussmann Dornebusch rettete beim Schuss von Abou Ballo aufs kurze Ecke (80.). Die Kickers nutzten einen Konter in der Nachspielzeit zur Entscheidung. Nach einem Solo schoss der Ex-Freiberger Tomic den Ball aus rund 35 Metern über den aus dem Tor geeilten Eljuga zum 3:1 in die Maschen. Weiter geht es für den SGV Freiberg am Samstag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Offenbacher Kickers.
