Sie gewinnen einfach weiter: Unbeeindruckt von der stimmgewaltigen Kulisse im Kult-Stadion auf dem Bieberer Berg und einem hochmotivierten Gastgeber holte sich der SGV Freiberg vor 6560 Zuschauern mit dem 5:2-Sieg bei den Offenbacher Kickers den neuen Startrekord mit acht Siegen in Serie in der Regionalliga Südwest. Da die Verfolger vom FSV Frankfurt und vom TSV Steinbach Haiger lediglich unentschieden spielten, baute der SGV seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf sieben Punkte aus.
SGV Freiberg Lushtaku-Team besteht die Reifeprüfung vor großer Kulisse
Acht Siege in Serie: Der SGV Freiberg stellt mit einem 5:2-Erfolg bei den Offenbacher Kickers einen neuen Startrekord in der Regionalliga Südwest auf. Zwei Joker treffen erneut.
„Wahnsinn, und das schon nach dem achten Spieltag“, freute sich der Sportliche Leiter Mario Estasi über den Lauf seiner Mannschaft, die in Offenbach ihre Reifeprüfung abgelegt hat. Der SGV darf sich darauf freuen, gemeinsam mit den dann noch aussichtsreich im Rennen um Platz eins liegenden Klubs Anfang Dezember vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Unterlagen für eine Drittliga-Lizenz zu erhalten. Bis zum 1. März 2026 muss der Antrag in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main vorliegen.
Der unter Druck stehende OFC-Trainer Kristjan Glibo beklagte den Ausfall zahlreicher potenzieller Stammspieler. Gut funktioniert hat Glibos Plan, Marco Kehl-Gomez und Lukas Laupheimer am Spielaufbau des Tabellenführers zu hindern.
Stolz auf die Mannschaft
„Offenbach hat unsere beiden Sechser und damit unser Herzstück gut zugestellt. Wie die Jungs die Zweikämpfe angenommen und verteidigt haben, zeigt den Charakter der Mannschaft. Hier vor diesen Fans das Spiel zu drehen, ist nicht selbstverständlich. Ich bin mega happy und mega stolz auf sie. Aber wir gewinnen die Spiele ja schon im Training, da ist abnormale Intensität drin“, freute sich SGV-Coach Kushtrim Lushtaku über den verdienten Sieg. Erneut nutzte er die qualitative Breite seines Kaders, nahm gegenüber der Vorwoche zwei Wechsel in der Startelf vor, besetzte zur zweiten Halbzeit die linke Seite mit einem Doppelwechsel neu.
Joker stechen erneut
Und wie schon in der Vorwoche beim 5:0 gegen den Bahlinger SC trafen die Joker Meghon Valpoort und Julian Kudala. Zuvor hatte mit Henrick Selitaj ein weiterer kurz vor Transferschluss verpflichteter Neuzugang den dritten Treffer erzielt. „Wir spielen ja nicht alle Tage vor so vielen Zuschauern. Wir haben uns als Mannschaft schnell rein gekämpft und als Team agiert. Mein Tor war die Krönung“, freute sich der 21-Jährige, dessen Familie aus dem heimischen Heidenheim nach Hessen angereist war.
Gal Grobelnik hatte nach vier Minuten die Riesenchance zur Führung für die Gäste, er scheiterte aber an OFC-Schlussmann Johannes Brinkies. Danach taten sie sich schwer, ihre spielerischen Vorteile gegen die früh pressenden und mit hohem Einsatz zu Werke gehenden Kickers umzusetzen. Dominik Crljenec, der den erneut auf der Zehnerposition eingesetzten Freiberger Freigeist Leon Petö meist hautnah bewachte, ließ mit einem Kopfballtreffer zum 1:0 den Bieberer Berg erbeben (26.).
Doppelpack dreht das Spiel
Innerhalb von vier Minuten hatte der Spitzenreiter durch einen Doppelpack von Grobelnik das Spiel gedreht. Nach einem raffinierten Schlenzer von Petö in den Torraum der Offenbacher drückte Grobelnik den Ball zum 1:1 über die Linie (36.), das 2:1 erzielte er per Elfmeter, den Noel Knothe mit einem plumpen Foul an ihm selbst verursacht hatte (40.)
In der zweiten Halbzeit machten die Gastgeber mächtig Druck, fanden aber keine Lücken in der stabilen Freiberger Defensive, zudem meisterte der sichere Schlussmann Benedikt Grawe einen strammen Linksschuss des Ex-Freibergers Luca Stellwagen und einen Freistoß von Berlinski.
Die Gäste sorgten zunächst kaum für Entlastung, schlugen dann aber mit ihrer spielerischen Klasse zu und nutzten eiskalt weitere Patzer in der OFC-Abwehr aus. Selitaj nagelte den Ball zum 3:1 in den Winkel (70.), vor dem 4:1 setzte sich Valpoort energisch gegen Knothe durch legte den Ball ins lange Eck (80.), und mit der letzten Aktion setzte Kudala mit dem 5:2 den Schlusspunkt (90.+3). Sekunden zuvor hatte Chernoh Bah auf 2:4 verkürzt.
