Zwischenzeitlich musste der SGV Freiberg seine Tabellenführung an die SG Sonnenhof Großaspach abtreten, am Ende fügte sich aber wieder alles für die Mannschaft von Trainer Kushtrim Lushtaku. Mit dem 1:1 beim KSV Hessen Kassel und der 1:2-Niederlage von Großaspach gegen den FC 08 Homburg baute der SGV am Ende dieser für den Verein so bedeutenden Woche den Vorsprung an der Spitze von zwei auf drei Zähler aus. Drei Tage zuvor hatte der Heilbronner Gemeinderat nahezu einstimmig für den Ausbau des Frankenstadions als neuer Spielstätte des SGV in der kommenden Saison und Kosten von rund 4,3 Millionen Euro votiert (die BZ berichtete).
SGV Freiberg Polauke rettet per Kopf einen Punkt
Der SGV Freiberg baut mit einem 1:1 beim KSV Hessen Kassel die Tabellenführung in der Regionalliga auf drei Punkte aus – Torhüter Grawe pariert Strafstoß.
Ein wenig Glück beim Punktgewinn in Kassel war für den Liga-Primus allerdings auch dabei, denn beim Stand von 1:0 für die Gastgeber scheiterte Jan Dahlke mit einem Elfmeter an Freibergs Torhüter Benedikt Grawe (54.), kurz darauf ließen die Nordhessen eine Riesenchance zum 2:0 aus. Den verdienten Ausgleich erzielte Paul Polauke per Kopf (75.).
„Unseren Vorsprung haben wir jetzt noch ein bisschen ausgebaut. Jetzt freuen wir uns ein paar Minuten, dann bereiten wir uns auf das nächste Spiel vor“, meinte Mario Estasi nach dem Schlusspfiff. „Wenn man beide Halbzeiten nimmt, war das Unentschieden gerecht. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so präsent und lagen zur Halbzeit verdient mit 0:1 in Rückstand. Mit den drei Wechseln haben wir in der zweiten Halbzeit viel Druck ausgeübt. Wenn allerdings der Elfer reingegangen wäre, wäre es schwer geworden“, sagte der Sportliche Leiter des SGV Freiberg.
Verbesserung nach Wechseln
Auch sein Trainer Lushtaku monierte den Auftritt in Hälfte eins und lobte den Auftritt nach der Pause: „Wir haben zunächst keine Lösungen mit dem Ball gefunden. Ich musste reagieren, nach den Wechseln haben wir bessere Lösungen gefunden und hatten viele Flanken und Standards. Kassel hat vieles gut wegverteidigt. Aufgrund der ersten und der zweiten Halbzeit können wir zufrieden sein.“ Weiter geht es für den Spitzenreiter am Ostermontag (14 Uhr) mit dem Heimderby gegen die Stuttgarter Kickers.
Der KSV Hessen, mit einem Durchschnittsalter von knapp 30 Jahren die älteste und erfahrenste Mannschaft der Liga, startete angriffslustig und nutzte eine Doppelchance zur frühen Führung. Zuerst köpfte Denny Breitfelder eine Flanke an den Innenpfosten des Freiberger Tores, dann hob der 35-jährige und mit 137 Erstligaspielen sowie 31 Einsätzen in der englischen Premiere League ausgestattete Lukas Rupp den Ball nach dem Rückpass von Jan Dahlke aus 16 Metern mit viel Gefühl und Augenmaß ins lange Toreck (9.). Weniger Glück hatte Rupp mit einem Flachschuss, der knapp am SGV-Tor vorbeistrich (18.). Auch Boeyuekata verfehlte aus 18 Metern das Gästetor um Haaresbreite (41.). Und beim Tor von Yannick Stark hatte Schiedsrichter Roy Dingler ein vermeintliches Foulspiel eines Kasselers im Luftkampf an Freibergs Keeper Grawe gesehen (40.).
Die Gäste kamen erst ab der 20. Minute zu mehr Spielanteilen und Ballkontrolle und verlagerten die Partie vorübergehend weit in die Hälfte des Gegners. Valpoort scheiterte nach einer Flanke von Jacob Engel mit seinem akrobatischen Abschluss in Richtung oberes Toreck an KSV-Schlussmann Jonas Weyand (29.), und Nicklas Shipnoski köpfte bei seinem Startelfdebüt die Hereingabe von Tim-Niklas Pietzsch knapp übers Tor (30.).
Bis sich der frische Schwung durch die Einwechslungen von Abou Ballo, Grobelnik und Matt-Braha Zie entwickeln konnten, geriet der nur knappe Rückstand massiv in Gefahr. Ballos energischen Einsatz im Torraum nach einem Eckball gegen Breitfelder ahndete der Unparteiische mit einem Strafstoß. Dahlke scheiterte aber aus elf Metern an Torhüter Grawe (54.). Übers Freiberg Gehäuse strich der Abschluss von Boeyuekata, der nach einem Traumpass von Breitfelder frei aufs SGV-Tor zugelaufen war (55.).
Polauke mit Maßflanke bedient
Der Tabellenführer entwickelte in der spannenden gutklassigen Partie im Kasseler Auestadion bei strömendem Regen viel Druck und schaffte den verdienten Ausgleich, als Polauke die Maßflanke von Laupheimer unhaltbar für den starken Torwart Weyand per Kopf verwertete.
„Paul hat hinten viel wegverteidigt und vorne das Tor gemacht“, lobte Estasi den Defensivmann. „Der große Wurf wäre nicht unverdient. Ihr macht sehr gute Arbeit“, verabschiedete KSV-Trainer Rene Klingbeil die Gäste auf die Rückreise und fügte hinzu: „Vielleicht sehen wir uns bald mal in der Dritten Liga wieder.“
