Rauch zieht über das älteste Stadion Deutschlands, eine Fangruppierung der Kickers feiert ihr dreißigjähriges Bestehen und das mit Choreo und Rauchtöpfen. Doch die Schwaden ziehen schnell ab im Stadion auf der Waldau und so geht es pünktlich um 19 Uhr los. Mit nur einer Startelfrotation, Jacob Engel ersetzt den gesperrten Abou Ballo, schickt Freibergs Cheftrainer Kushtrim Lushtaku seine Wasen-Elf ins Spiel. „Ich hatte einfach das Gefühl, dass die Jungs noch Power hatten, die Jungs sind fit,“ begründet der Trainer seine Entscheidung. Lukas Laupheimers Fehlpass im Aufbau sorgt in der zweiten Minute für die erste Chance der Gäste. Doch der Schuss wird noch außerhalb der Gefahrenzone geblockt.
SGV Freiberg Siegesserie reißt nach furioser Halbzeit
Der SGV Freiberg gastiert, trotz englischer Woche, mit wenig Rotation bei den Stuttgarter Kickers. Unter den Stuttgarter Flutlichtern reißt die bisherige Siegesserie.
Kalte Dusche für Freiberg
Geboten wird den 4470 Zuschauern in der ersten Halbzeit ein recht unspektakuläres Spiel. Die Stuttgarter pressen die Freiberger hoch an, haben mehr Ballbesitz und machen weitestgehend das Spiel. Die Freiberger haben in den ersten rund 25 Minuten dafür das Chancenplus. Henrick Selitaj sorgt in der fünften Minute für den ersten Abschluss der Gäste, nachdem er den Ball an der Strafraumgrenze gewinnt, doch sein Abschluss landet weit über dem Tor.
Rund fünf Minuten später setzt sich Julian Kudala auf Rechtsaußen durch doch seine Flanke auf Gal Grobelnik ist zu hoch und findet somit keinen Abnehmer. Beide Freiberger Innenverteidiger müssen früh im Spiel eine Verwarnung hinnehmen. Erst ist es Paul Polauke der gegen seinen Ex-Verein in der 17. Minute ein taktisches Foul auf Höhe der Mittellinie zieht und dann Mehdi Hetemaj, der nach einem harten Einstieg vor dem eigenen Strafraum den gelben Karton sieht. Beide Verteidiger müssen somit fast 70 Minuten vorbestraft in die Zweikämpfe. Großchancen ergeben sich auf beiden Seiten des Spiels nicht.
Aufreger gibt es dann vor der Halbzeit gleich zwei. Selitaj wird in der 39. Minute im Strafraum zu Fall gebracht, doch der Kontakt reicht Schiedsrichter Sebastian Hilsberg nicht. Im direkten Konter bringt der Freiberger Rückhalt allerdings einen Stuttgarter zu Fall und so gibt es völlig regelkonform den Elfmeter für die Kickers, Grawe kommt dabei mit einer gelben Karte noch glimpflich davon. Und so ist es Flamur Berisha der in der 40. Minute eiskalt ins rechte Eck zur Stuttgarter Führung verwandelt. Ohne richtige Großchance gehen beide Mannschaften in die Kabine.
Dreifacher Platzverweis
Die zweite Halbzeit startet furios, nach rund 180 Sekunden gespielten Sekunden verliert der zur Halbzeit eingewechselte Tim Pietzsch ein Laufduell gegen Berisha, reißt ihn vor dem Strafraum um und sieht die rote Karte. „Er ist jung, er muss lernen“, so Lushtaku. Nur zwei gespielte Minuten der nächste Platzverweis: Stuttgarts Jacob Danquah sieht nach einem Foul im Getümmel plötzlich die rote Karte, Schiedsrichter Hilsberg steht direkt davor und so geht es mit zehn Mann auf beiden Seiten weiter.
Die Freiberger kommen fitter aus der Kabine und wirken noch deutlich wacher wie in Halbzeit eins. Gal Grobelnik wird in der 56. Minute im Stuttgarter Strafraum zu Fall gebracht, die ganze Freiberger Bank steht kollektiv an der Seitenlinie und fordert Elfmeter, doch dieser bleibt erneut aus für die Wasen-Elf. Der Kapitän Marco Kehl-Gomez ist es letztendlich, der den Freiberger Ausgleich erzielt. Grobelnik behauptet mit dem Rücken zum Tor den Ball an der Strafraumgrenze und legt ab auf Kehl-Gomez. Dieser zieht gefühlvoll aus rund 20 Metern ab und trifft mit seinem Schuss erst die Unterlatte, von der der Ball hinter die Linie springt (59.).
Die letzte Großchance des Spiels gehörte der Heimmannschaft bereits in der 64. Minute. Lukas Kiefer lässt drei Freiberger Verteidiger stehen und knallt den Ball an die Latte, den hätte Grawe nicht mehr erwischt. Das Spiel wird danach weitestgehend von Freiberg dominiert, jedoch schaffen sie es nicht, weitere gefährliche Chancen zu kreieren. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit der nächste Aufreger. Kapitän und Torschütze Kehl-Gomez trifft Berisha mit offener Sohle und sieht als dritter Spieler die rote Karte. „Ich finde da brauchen die Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl, für mich war es keine rote Karte,“ so Lushtaku. Letztendlich dürften sich nach diesem Spielverlauf beide Mannschaften mit einem Punkt zufrieden geben.
