SGV Freiberg startet im WFV-Pokal Pokal-Marathon vielleicht „ein kleiner Tick zu viel“

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Nicht stolpern wollen Marcel Sökler und sein neuer Klub SGV Freiberg im Pokal. Da könnten für den vom VfB Stuttgart II gekommenen Torjäger im Erfolgsfall drei Spiele in acht Tagen anstehen. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Nach neunmonatiger Pflichtspielpause warten im Württembergischen Pokal bis zu drei Partien in acht Tagen auf die Topteams der Region.

Seit rund neun Monaten haben die Oberligisten aus der Region schon kein Pflichtspiel mehr bestreiten dürfen. Doch die lange Leidenszeit hat nun ein Ende. Denn am Wochenende steht die erste Runde im WFV-Pokal an. Im Erfolgsfall wartet dann bereits am Mittwoch die Runde zwei. Und wiederum drei Tage später steht Spiel drei auf dem Programm. Drei Partien in nur acht Tagen.

Leise Kritik des Trainers

Ein straffes Programm, gerade angesichts der langen Pflichtspielpause für die Spieler, wie auch der Trainer der SGV Freiberg, Evangelos Sbonias, leise kritisiert: „Vielleicht sind drei Pokalrunden innerhalb von nur acht Tagen ein kleiner Tick zu viel“, sagt der erfahrene Coach über das Marathon-Programm. Doch trotz Pokalstress ist Sbonias nach der coronabedingten Zwangspause glücklich, dass es für sein Team endlich wieder losgeht: „Die Pause war gefühlt endlos lang. Deshalb bin ich absolut froh, dass es endlich wieder in den Wettkampf geht.“

Während der SGV an diesem Samstag (15.30 Uhr) beim Landesligisten SV Salamander Kornwestheim antritt, ist der Oberliga-Konkurrent FSV 08 Bietigheim-Bissingen zwei Stunden später beim Verbandsligisten VfB Neckarrems-Fußball im GWV Sportpark gefordert.

Dass die Fünftligisten trotz der Riesen-Unterbrechung fußballerisch absolut nichts verlernt haben, bewiesen sowohl Freiberg als auch die Nullachter in den letzten Wochen eindrucksvoll in der Vorbereitung. Fünf Testpartien bestritt das seit Dezember letzten Jahres vom ehemaligen Großaspacher Markus Lang trainierte Team aus Bietigheim-Bissingen. Alle gewann der FSV. Zuletzt setzte sich die Lang-Elf nach einem Doppelpack von Roman Kasiar und einem weiteren Treffer von Filimon Gerezgiher ausgerechnet gegen jenen Gegner durch, gegen den es jetzt zum Pflichtspielauftakt erneut geht: den VfB Neckarrems.

Bis Freitag hatten sich die Nullachter im Trainingslager im österreichischen Walchsee für die Saison fit gemacht. Wahrscheinlich hofft man im Lager des Gegners deshalb auf schwere Beine beim FSV – die womöglich einzige Möglichkeit, vielleicht doch noch eine Überraschung zu schaffen. Denn so richtig gut lief es für Neckarrems in der Vorbereitung nicht. Vier Niederlagen in fünf Testspielen mit 7:20 Toren stehen für den VfB zu Buche. Besonders schmerzlich waren dabei das 2:6 gegen den Landesligisten TV Oeffingen und das 0:6 im Heimspiel gegen Freiberg.

SGV bereits in Topform

Eben jene Freiberger zeigten sich nicht nur gegen Neckarrems in Torlaune, sondern auch in den weiteren Vorbereitungsspielen in bestechender Form. Sieben Testspiele bestritt die Sbonias-Elf in den letzten Wochen. Dabei feierte der Spitzenreiter der abgebrochenen Vorsaison sechs Siege, darunter das 1:0 im prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell gegen den Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach. Die einzige (verschmerzbare) Niederlage setzte es beim 0:2 gegen Zweitligist Karlsruher SC, als Freiberg 80 Minuten lang auf Augenhöhe agierte und erst in der Schlussphase die beiden Gegentreffer kassierte. Für den Gegner, den Landesligisten SV Kornwestheim, verlief die Vorbereitung dagegen eher durchwachsen. Drei Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen gab es für das Team von Coach Sascha Becker. Bester Torschütze war Dominik Janzer mit insgesamt vier Treffern.

Sbonias verlangt Respekt

Über Janzers Treffsicherheit im Bilde ist Evangelos Sbonias mit Sicherheit, viele weitere Details über den Gegner kennt der SGV-Coach dagegen (noch) nicht. „Ich versuche natürlich noch meine Quellen anzuzapfen, um möglichst viele Informationen über den Gegner zu bekommen“, sagt der Trainer, der die zwei Klassen tiefer spielenden Kornwestheimer nicht unterschätzen will. „Das Spiel müssen wir mit Respekt und Aufmerksamkeit angehen, sonst kann es eine Überraschung geben. Davon gab es in den letzten Jahren ja immer wieder welche im Pokal“, so der Coach. Ob Sbonias aber tatsächlich seine nominell stärkste Elf aufbieten wird, bleibt abwzuwarten: „Man kann die ersten Pokalspiele nutzen, um vor dem Ligastart noch weitere Erkenntnisse zu sammeln“, so der SGV-Übungsleiter vielsagend.

Ebenfalls in der ersten Pokalrunde ran geht es für die SG Sonnenhof Großaspach. Der Regionalligist ist am heutigen Samstag (15.30 Uhr) beim Landesligisten Sportfreunde Schwäbisch Hall zu Gast und damit klarer Favorit. Doch so richtig rund lief es es für die Mannschaft des neuen Trainers Steffen Weiß in der Vorbereitung nicht. Auf die bereits geschilderte Niederlage gegen Freiberg folgten zwar zwei Siege, jedoch war auch beim 2:1 beim Oberligisten 1. CfR Pforzheim noch Luft nach oben. Das 7:0 beim Bezirksigisten VfL Brackenheim am Mittwoch, in dem Neuzugang David Hummel einen Dreierpack schnürte, gehört eher in die Kategorie „standesgemäß“.

SG hat noch Luft nach oben

„In den Testspielen hatten wir zwar immer noch viel Luft nach oben, aber grundsätzlich bin ich mit den Eindrücken aus den bisherigenTrainingseinheiten zufrieden. Wir freuen uns darauf, dass die Pflichtspielsaison nun offiziell eingeläutet ist und wollen morgen in Schwäbisch Hall mit einem seriösem Auftreten sowie einer überzeugenden Leistung in die nächste Pokalrunde einziehen. Darauf liegt unser Fokus“, so Weiß, der nach wie vor auf Mohamed Diakite, Jonas Meiser, Maximilian Reule und Vincent Sadler (angeschlagen) verzichten muss. Ein Einsatz von Can Karatas ist zudem fraglich.

 
 
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