Nach dem Spiel gegen den Bahlinger SC scheint es so, als würde bei Freiberg derzeit wirklich alles funktionieren. Sowohl die vierfache Rotation als auch die Einwechslungen der Neuzugänge machten nicht den Anschein, als wäre der komplette Kader bis auf vier Spieler neu zusammengestellt worden.
SGV Freiberg Trotz Leistung um Startplatz bangen
Freiberg kann gegen die Kickers Offenbach am Samstag den alleinigen Startrekord aufstellen. Leon Petö blüht dabei auf, muss allerdings um seinen Platz bangen.
Wegweisende Wochen beim SGV
Mit sieben Siegen aus den ersten sieben Spielen stellte die Wasen-Elf bereits letzte Woche gegen den Bahlinger SC den Startrekord der Liga ein. Dies schaffte zuvor nur der 1. FC Saarbrücken in der Spielzeit 2019/2020. Die Freiberger haben dabei allerdings mit 23:3 das deutlich bessere Torverhältnis. Jetzt haben sie auswärts gegen die Kickers Offenbach die Möglichkeit den alleinigen Startrekord aufzustellen.
Schaut man allerdings auf die nächsten Gegner der Freiberger stellt man fest, dass diese Begegnungen bereits wegweisend für den Saisonverlauf sein könnten. Während sich die ersten sieben Gegner derzeit alle, bis auf den FSV Frankfurt, in der unteren Tabellenhälfte befinden (durschnittlicher Tabellenplatz 12,5), stehen die nächsten sieben Partien ausschließlich gegen Teams in der oberen Tabellenhälfte an (durschnittlicher Tabellenplatz 6). Mit dazu zählen die Aufstiegsaspiranten Kickers Offenbach, FC Homburg und Vizemeister Stuttgarter Kickers. Reichlich Rückenwind und Selbstvertrauen dürften die Spieler nach dem letzten 5:0-Erfolg allerdings gesammelt haben. Marius Köhl stand bei den Freibergern vor allem zu Beginn der Saison im Fokus. In den ersten vier Ligapartien traf er ausnahmslos in jeder mindestens ein Mal und legte zudem drei weitere Tore auf. Seit dem fünften Spieltag fällt der Rechtsaußen allerdings verletzungsbedingt aus.
Ausfall erfolgreich kompensiert
Der Ausfall Köhls fällt allerdings weniger ins Gewicht als erwartet, denn neben einer grundsätzlich starken Mannschaft stach zuletzt Leon Petö in neuer Funktion heraus. Der 23-Jährige wechselte in der Wintertransferphase von Ligakonkurrent Homburg zu den Schwaben und war bisher eigentlich auf den Flügelpositionen zuhause. Seit nun mehreren Spielen hat ihn Trainer Kushtrim Lushtaku im offensiven Mittelfeld aufgestellt, und das mit Erfolg.
Vier Tore und Drei Vorlagen in den letzten fünf Partien sprechen nicht nur für sich, sondern lassen ihn auch in der Torjägerliste der Regionalliga Südwest auf Platz drei erscheinen.
„Die Rolle liegt mir gut, die Jungs spielen mich gut an. Ich kann dadurch die Chancen mitkreieren“, so Petö zu seiner neuen Position. Zur neuadaptierten Rolle führt er aus: „Es ist sehr laufintensiv dort und ein bisschen eine andere Spielweise wie auf dem Flügel.“ Zudem freue Petö sich, der Mannschaft auch dort weiterhelfen zu können. Eine favorisierte Position habe er dabei allerdings nicht.
„Hauptsache offensiv, linker Flügel, rechter Flügel oder im zentraloffensiven Mittelfeld. Ich glaube ich habe auf allen Position davon meine Qualitäten“, so der 23-Jährige.
Ob es nach der Genesung Köhls einen Konkurrenzkampf gibt, bleibt noch abzuwarten. Auf die Frage, wie sich die Rückkehr auf den Kader auswirkt ist sich Lushtaku allerdings sicher. „Natürlich bin ich froh, dass Leon das Ganze so gut ergänzt aber Marius ist für mich einer der besten Spieler und ich bin mir sicher, wenn er wieder fit ist wird er seinen Platz in der Startelf wieder holen. Dann werden wir sehen wie wir umstellen“, so der Trainer.
Faktor Bieberer Berg
Am Samstag (14 Uhr) gilt es für die Wasen-Elf gegen die Kickers Offenbach den nächsten Dreier einzufahren. Der traditionsreiche Verein vom Main steht mit elf Punkten im oberen Mittelfeld auf Platz Sieben. In der Liga gab es zuletzt zwei Unentschieden mit einem 3:3 gegen Aufsteiger und Überraschungsteam Großaspach sowie einem 2:2 gegen Homburg.
Wichtiger Faktor im Spiel dürfte dabei die Heimstätte der Offenbacher werden. Das Stadion am Bieberer Berg zieht trotz der Viertklassigkeit Offenbachs immer noch im Schnitt über 8000 Zuschauer zu den Heimspielen. Auf den Offenbacher Hexenkessel folgen in der Zuschauertabelle die Stuttgarter Kickers mit rund 4800 Anhängern im Stadion auf der Waldau.
