Allein ein Mal einen Vorsprung im Meisterschaftskampf zu verspielen, ist bitter genug. Zwei Mal die Aufstiegshoffnungen dahinschwinden zu sehen, ist kaum vorstellbar. Doch vom Pech verfolgt scheint Paul Polauke. Der Innenverteidiger des SGV Freiberg scheiterte in dieser Saison bereits zum dritten Mal knapp am Titel und hatte bereits im September eine Vorahnung.
SGV Freiberg Übles Deja-vu: Paul Polauke als ewiger Zweiter
Der Innenverteidiger des SGV Freiberg war vor zwei Jahren bereits in der gleichen Position.
Denn nach dem neunten Spieltag in der Fußball-Regionalliga stand die Wasen-Elf noch auf Rang eins und hatte sich gerade dank des 3:2-Heimsiegs gegen Hessen Kassel ein Zehn-Punkte-Polster vor den Verfolgern erspielt. „Ich hatte in meinem Leben schon einmal zehn Punkte Vorsprung in der Regionalliga und habe es am Ende nicht über die Ziellinie gebracht, deswegen müssen wir den Ball flach halten“, erklärte 26-Jährige damals nach dem Spiel. Tatsächlich sollte sich die Aussage bewahrheiten. Nach und nach schrumpfte das Polster des SGV, kurz vor dem bevorstehenden Saisonende hat die SG Sonnenhof Großaspach die Freiberger überholt und steht bereits als Meister fest. Polauke und Co. haben die gute Ausgangslage verspielt.
Zwei Mal Zweiter mit den Kickers
Für den 26-Jährigen ist das jedoch nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Zur Saison 2021/22 wechselte der gebürtige Ludwigsburger zu den Stuttgarter Kickers. Damals noch in der Oberliga absolvierte er 25 Partien für die Waldau-Elf und stand sechs Spieltage vor Schluss am Platz an der Sonne. Verfolgt wurde der SVK ausgerechnet von den Freibergern, die ihnen damals im Saisonendspurt den Schneid abkauften und letztlich als Meister aufstiegen. Für die Kickers ging es schließlich ein Jahr später hoch und in der ersten Saison zurück in der Regionalliga wurde es nicht minder dramatisch. 2023/24 standen die Männer vom Fernsehturm ab dem 14. Spieltag auf Platz eins. Am 22. Spieltag hatten sie das von Polauke angesprochene Zehn-Punkte-Polster vor dem Stadtrivalen VfB Stuttgart II. Doch je näher es dem Ende zuging, desto mehr konnten die Weiß-Roten die Lücke verkleinern. Aus zehn Punkten wurden acht, dann fünf und vor dem 34. und letzten Spieltag nur noch einer.
Und so kam es am Saisonfinale, wie es kommen musste: Polauke und die Kickers verloren mit 0:3 beim FC 08 Homburg. Parallel jubelte der Stadtrivale aus Cannstatt über ein 2:0 gegen die Zweitmannschaft der TSG Hoffenheim und krönte sich somit zum Meister und Aufsteiger in Liga drei. Polaukes zweiter Stich ins Herz sollte aber nicht der letzte sein. Auch in dieser Saison läuft es wieder auf Rang zwei hinaus – zum dritten Mal in der Karriere des torhungrigen Defensivmannes. Denn an seiner Leistung liegt es keineswegs. Für den Schwaben lief die Saison persönlich eigentlich gut. Eine Vorlage und vier Treffer steuerte der Kopfball-Spezialist bei – drei Treffer davon hintereinander im Saisonendspurt. Dennoch reichte es trotz seiner Tore gegen Homburg (1:2) und Steinbach (1:3) nicht für die wichtigen Punkte im diesjährigen Titelkampf.
