Das war’s: Zum letzten Mal trat der SGV Freiberg vor dem Umzug nach Heilbronn im Wasenstadion an, wobei der Vereinssitz nach wie vor in Freiberg bleibt. In diesem historischen Spiel unterlag der Vizemeister nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit sowie einem Sturmlauf in der zweiten Hälfte dem SV Sandhausen mit 1:2. Unter dem zum Cheftrainer beförderten Interimscoach Kevin Stotz feierten die Kurpfälzer im siebten Spiel den fünften Sieg und wollen in der kommenden Saison wieder ein ernsthafter Aufstiegsanwärter werden. Mithelfen bei der angestrebten Rückkehr in die Dritte Liga soll auch der Freiberger Kapitän Marco Kehl-Gomez, der zur neuen Saison nach viereinhalb Jahren beim SGV an den Hardtwald wechselt.
SGV Freiberg Viel Aufwand und wenig Ertrag beim Abschied
Der SGV Freiberg kassiert beim letzten Auftritt im Wasenstadion eine 1:2-Niederlage gegen den SV Sandhausen. Der sportliche Leiter Mario Estasi wechselt zum SSV Ulm.
„Es war schon ein komisches Gefühl, auch bei dieser Konstellation“, meinte Kehl-Gomez zum bevorstehenden Wechsel und nach seinem letzten Auftritt im Wasenstadion. Zum Spiel sagte der 34-Jährige: „Ich habe alles probiert, auch wir als Mannschaft haben alles probiert. Wir hatten 20 Ecken und haben auf ein Tor gespielt, aber den Ball nicht über die Linie gedrückt. So viel Aufwand, und so wenig Ertrag.“ Der 34-Jährige, der in der laufenden Saison sechs Mal wegen diverser Sperren (Rot, Gelb-Rot, Gelb) aussetzen musste, war in die Startelf zurückgekehrt.
Offener Schlagabtausch
Gleich die erste Offensivaktion führte zum 1:0 durch Matt-Brahan Zie, der die Vorarbeit von Jacob Engel über die linke Seite veredelte (2.). Es war der Auftakt zu einem offenen Schlagabtausch mit Torszenen auf beiden Seiten.
„In 100 Jahren kein Elfmeter“, meinte SGV-Coach Kushtrim Lushtaku zum Strafstoß nach einem Zweikampf zwischen Engel und Louis Kolbe. Pascal Testroet traf aus elf Metern zum Ausgleich (5.). Der 37-jährige Ex-Profi, der den SVS verlassen wird, erwies sich als kluger Ballverteiler, hatte zudem zweimal kein Glück beim Abschluss (15./41.). Mehr Glück hatte Marvin Schulz nach glänzender Vorarbeit von Phil Halbauer und brachte den SVS mit 2:1 in Führung (24.). „Das haben wir einfach ganz schlecht verteidigt“, monierte SGV-Coach Lushtaku.
Die beste Gelegenheit für die Freiberger hatte Paul Polauke, der mit seinem Fallrückzieher nur knapp das Gästetor verfehlte (8.). Der vorangegangene Freistoß kam von Marius Köhl, der eine bärenstarke erste Halbzeit ablieferte. In der zweiten Hälfte zog sich der SVS zurück und setzte auf vereinzelte Konter. „Wir haben nach dem frühen Rückstand die richtige Reaktion gezeigt mit dem Ausgleich und der Führung. Unser Motto für die zweite Halbzeit war, alles reinzuhauen. Die Standards haben wir gut weg verteidigt. Die Partie kann auch in eine andere Richtung laufen“, sagte hinterher SVS-Trainer Stotz. Die Freiberger gaben mächtig Gas, sammelten eine Vielzahl von Eckbällen, die aber die beiden „Funktürme“ Yannick Oseé und Kwabenaboye Schulz mit ihrer enormen Kopfballstärke in den Luftduellen allesamt bereinigen konnten. Als es Tim-Niklas Pietzsch aus der Distanz und flach probierte, verhinderte Sandhausens Keeper Lukas Schneller den Ausgleich (73.). Haarscharf einen Meter vor der Torlinie rutschte zudem Meghan Valpoort am Ball vorbei (73.). „Wir hatten in der zweiten Halbzeit mehr Zugriff und waren dominanter. Aber der letzte Wille hat gefehlt, unbedingt ein Tor zu machen. Aber das spiegelt die Saison wider, in der wir schon zehn, zwölf Punkte Vorsprung hatten“, sagte Freibergs Trainer.
Estasi zieht es nach Ulm
Ob sich der SGV und Lushtaku auf eine Vertragsverlängerung einigen können, soll in den nächsten zehn Tagen entschieden werden. Eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen hat der Sportliche Leiter Mario Estasi, der als Scoutingchef und Kaderplaner zum Drittliga-Absteiger SSV Ulm wechselt. Mittlerweile hat der SGV Freiberg auch die Lizenz für die Regionalliga erhalten, muss aber noch einige Auflagen wie ein Flutlicht und einen separaten Gästebereich im Frankenstadion erfüllen und ein Sicherheitskonzept vorlegen.
